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Friday, June 19th 2015, 10:02pm

Aber was ich dann etwa ein Jahrzehnt später im Studium hätte gut beherrschen müssen in Java, das war mir dann doch etwas zu hoch. Ich fühlte mich da gleich wieder wie ein Einsteiger ohne Vorkenntnisse.


Java ist aber eigentlich nicht anspruchsvoller als Pascal. Wenn man von Pascal (nicht Object Pascal) und BASIC kommt, muss man halt nur einmal vom prozeduralen auf das objektorientierte Paradigma umdenken. Das erfordert etwas Zeit, aber umgekehrt ist es auch nicht leichter.

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92

Sunday, June 21st 2015, 12:03am

Reportage über die Begegnung "Kinder anno 2015 - 80er-Jahre-Technik" (speziell C64) online:

http://www.stern.de/tv/kinder-entdecken-…ik-6308186.html

Meine persönlichen Lieblingssätze:

- "Eine Maus gab es erst 1983 serienmäßig" (Beim C64? Das wäre mir neu!)
- "Das ist ein Diskettenlaufwerk für Computerspiele" (Der Satz hätte vor 30 Jahren in geneigten Kreisen für Gelächter gesorgt. :))
- "Gefällt Dir das Spiel [Pac Man], Paul?" - "Nee, da kann man ja besser was draußen spielen." (Ja, damals waren die Computerspiele so schlecht, daß die Kinder sogar noch ab und zu das Haus verlassen haben.)

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Thursday, March 10th 2016, 10:28pm

Hier ist es nicht mal ein C64, sondern ein PC aus den 1990er Jahren mit Windows 95. der die Kinder verzweifeln lässt:

stern.de: So witzig reagieren Teenies auf Windows 95

Man merkt, man ist alt... :)

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Friday, December 16th 2016, 3:29pm

Dieses Jahr liegen ja auch zwei neu erschienene Spiele für meinen alten Homecomputer unterm Baum. Also für einen Homecomputer, für den davor das letzte Mal kommerzielle Spiele auf Diskette etwa im Jahr 1990 erschienen sind.


Wahnsinn, da muss aber viel Idealismus im Spiel gewesen sein. Wenn man die wahrscheinlichen Verkaufszahlen gegen den Aufwand für die Entwicklung hochrechnet, kommt man wahrscheinlich auf Stundenlöhne, für die selbst der ausgebeutetste chinesische Wanderprogrammierer unter normalen Umständen keinen Finger rühren würde. Der C16 samt Geschwistern hat ja stückzahlenmäßig selbst zu seinen Lebzeiten nie die allergrößte Rolle auf dem Softwaremarkt gespielt, aber heute...?

Da stellt sich mir schon irgendwie die Frage, warum man es überhaupt als kommerzielles Produkt und nicht gleich als freie Software vertreibt.

This post has been edited 1 times, last edit by "timo" (Dec 17th 2016, 3:13pm) with the following reason: Falschen Zitat-Header korrigiert.


  • "The_Wayne" started this thread

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Saturday, December 17th 2016, 10:42am

Ist zwar kein Computer, passt allerdings gerade zum Thema: Nintendo hat eine "Retro-Version" des NES herausgebracht, im Design des Original, allerdings viel kleiner und mit 30 Original-Spielen an Board:

NES Classic Edition


Bild von Nintendo/der Nintendo Website

Gefällt mir irgendwie.
Grüße

Wayne

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Saturday, December 17th 2016, 12:23pm

Dieses Jahr liegen ja auch zwei neu erschienene Spiele für meinen alten Homecomputer unterm Baum. Also für einen Homecomputer, für den davor das letzte Mal kommerzielle Spiele auf Diskette etwa im Jahr 1990 erschienen sind.


Wahnsinn, da muss aber viel Idealismus im Spiel gewesen sein. Wenn man die wahrscheinlichen Verkaufszahlen gegen den Aufwand für die Entwicklung hochrechnet, kommt man wahrscheinlich auf Stundenlöhne, für die selbst der ausgebeutetste chinesische Wanderprogrammierer unter normalen Umständen keinen Finger rühren würde. Der C16 samt Geschwistern hat ja stückzahlenmäßig selbst zu seinen Lebzeiten nie die allergrößte Rolle auf dem Softwaremarkt gespielt, aber heute...?

Da stellt sich mir schon irgendwie die Frage, warum man es überhaupt als kommerzielles Produkt und nicht gleich als freie Software vertreibt.


Hey, Frechheit, das war mein Ursprungspost und nicht von Rauschabstand! :evil:

Was den C16 und plus/4 betrifft, war die Verteilung in Deutschland schon nicht unerheblich und die Softwarekonzerne auch im beginnenden Jahr 1986, also nach der ersten Aldi-Aktion, von der Nachfrage überrumpelt. In einem Strohfeuer bis etwa 1989 kamen dann auch zahlreiche Spiele in schneller Folge auf den Markt. Das kann natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass dann noch binnen des Jahrzehnts viele Besitzer auf 16-Bit-Rechner, wie Atari ST oder Commodore Amiga, umstiegen und damit als Kunden auch schnell wieder ausfielen. Ganz unabhängig davon fielen diese Rechner der 264er Reihe auch nicht unter die Beschränkungen der Cocom-Liste, waren günstig und konnten so gut in den Ostblock verkauft werden. Der plus/4 war dann auch offizieller Rechner an Universitäten in Ungarn und so wurde dort mit ganz anderer Ernsthaftigkeit Programmiert und Portiert. Einiges davon, etwa das Malprogramm "Botticelli", kam dann auch als PD-Software zurück in den Westen.

Was den Enthusiasmus betrifft, hast du natürlich Recht. Ich habe da mal ein schönes Video gesehen, wo der Programmierer von Dimo’s Quest berichtet. Er hatte das Spiel ursprünglich auf dem Amiga entwickelt und sich dann viel später als Herausforderung gesetzt das Spiel auf die alten 8-Bit Atari-Rechner zu portieren. Das war wirklich spannend anzusehen, vor allem auch welche Kontakte und Erfahrungen er auf dem Weg zum fertigen Spiel gemacht hat. Als Joachim-Witt -Fan sprach er die Band auf einem Konzert mal an und konnte ihn tatsächlich zum Einsprechen der Sprachausgabe für das neue Retro-Spiel begeistern. Es ist schon faszinierend wie viel Zuspruch man mit dieser "spinnerten Idee" eines Retro-Spiels auf dem Weg der Umsetzung erhalten kann.

Das resultierende Package ist dann noch beeindruckender, als meine beiden Spiele, die ich mir für den plus/4 schenke. Ob man damit Gewinn macht? Wer weiß, geil ist es aber auf alle Fälle.



https://www.heise.de/tp/features/Tanz-ni…rn-3224554.html

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Saturday, December 17th 2016, 12:31pm

Ist zwar kein Computer, passt allerdings gerade zum Thema: Nintendo hat eine "Retro-Version" des NES herausgebracht, im Design des Original, allerdings viel kleiner und mit 30 Original-Spielen an Board:

NES Classic Edition

Gefällt mir irgendwie.


Nicht nur dir. Der Standard schreibt: "Im November konnte sich die Konsole in den "nur" USA 196.000 Mal verkaufen. Damit blieb der US-Start klar hinter dem Debüt in Japan zurück. Hier konnte der Hersteller in nur einer Woche 260.000 NES Minis absetzen.". Woher kommen diese Verkaufszahlen? Nun, Nintendo hat da ein Problem, das andere Hersteller auch gerne hätten: "Schuld an dem relativ verhaltenen Marktstart dürften die nach wie vor massiven Lieferschwierigkeiten sein. Nintendo hatte eigenen Angaben zufolge die Nachfrage unterschätzt, wodurch die Retrokonsole zumindest in den USA und Europa praktisch durchgehend ausverkauft ist."

http://derstandard.at/2000049410842/Verg…-000-Mal-in-den

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Saturday, December 17th 2016, 3:10pm

Hey, Frechheit, das war mein Ursprungspost und nicht von Rauschabstand! :evil:


Oh, 'tschuldigung, keine böse Absicht. Ändere ich sofort.

Quoted

Was den C16 und plus/4 betrifft, war die Verteilung in Deutschland schon nicht unerheblich und die Softwarekonzerne auch im beginnenden Jahr 1986, also nach der ersten Aldi-Aktion, von der Nachfrage überrumpelt.


Na gut, aber guck' Dir das an:

https://de.wikipedia.org/wiki/Commodore_…._Dezember_1993

3 Millionen C64, knapp 1,7 Millionen Amiga und gerade mal 286.500 C16 und 116 (ich nehme mal an, daß der Plus/4 ebenfalls enthalten ist). Und das war eben Deutschland, also neben Ungarn das einzige Land, wo die Baureihe überhaupt eine nennenswerte Verbreitung erreichte. Ich vermute mal kühn, daß der C64 sich international nicht nur zehn, sondern locker zwanzig mal so oft verkauft hat.

Und wie Du ja selbst schreibst: Die 16er-Rechner wurden oft schnell durch irgendwas anderes ersetzt. Meines Eindrucks zufolge nicht erst durch die 16-Bit-Rechner, sondern nicht selten schon vorher durch den C64 (den es ja kurz später auch bei Aldi gab).

Quoted

Ob man damit Gewinn macht? Wer weiß, geil ist es aber auf alle Fälle.


Im Netz hab' ich Preise von 6 £ für die Standard- und 13 £ für die Premium-Version gefunden. Wenn man da Datenträger und Verpackung abzieht, dürfte bei den vermutlichen Stückzahlen kaum etwas übrig bleiben.

Hab' allerdings gesehen, daß man das Spiel auch kostenlos herunterladen kann, die Kauf-Versionen also ein Bonbon für die Enthusiasten sind. So ergibt es dann wieder Sinn.

Wie auch immer: Schöne Idee. :)

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99

Saturday, December 17th 2016, 8:06pm

Was den C16 und plus/4 betrifft, war die Verteilung in Deutschland schon nicht unerheblich und die Softwarekonzerne auch im beginnenden Jahr 1986, also nach der ersten Aldi-Aktion, von der Nachfrage überrumpelt.


Na gut, aber guck' Dir das an:

https://de.wikipedia.org/wiki/Commodore_…._Dezember_1993

3 Millionen C64, knapp 1,7 Millionen Amiga und gerade mal 286.500 C16 und 116 (ich nehme mal an, daß der Plus/4 ebenfalls enthalten ist). Und das war eben Deutschland, also neben Ungarn das einzige Land, wo die Baureihe überhaupt eine nennenswerte Verbreitung erreichte. Ich vermute mal kühn, daß der C64 sich international nicht nur zehn, sondern locker zwanzig mal so oft verkauft hat.


Irgendwie hatte ich erwartet, dass du das Argument bringst. Aus eigener Schulerfahrung weiß ich aber, dass, weil es Weihnachten 1985 der erste Computer mit dem C16 war (oder Weihnachten 1986 der plus/4), alle Besitzer so mindestens 10 Originalspiele auf Kassette hatten. Mag sein beim C64 auch, aber als wir dann nach und nach auf den Amiga umstiegen, taten wir das, weil es dafür Kopien für lau gab. Wirklich alle, die ich kannte mit Amiga 500 oder 2000 hatten zwei Originaldisketten: Workbench und Extras. Wirklich alles andere war kopiert. Ich weiß gar nicht wer überhaupt wirklich gekauft hat?

Ach ja, die plus/4-Software, die ich mir dieses Jahr schenke, gibt es ebenfalls als Download umsonst. Die Diskettenversion ist dann auch noch in einfach (nur die Floppy) und als Premium-Edition mit Cover und Hülle zu haben. Genau die macht mir ja gerade so Spaß, weil es mich an früher erinnert, wo ich auch in den Kaufhäusern auf der Suche nach C16-Software auf Diskette war. Viel wurde da nämlich nicht auf Diskette released, weil die Masse der Rechner doch mit den Aldi-Boxen mit Datasette verkauft worden war und die Leute dann keine 1541 nachkauften (war ja einzeln teurer als die 150 DM für den Rechner). Die Box mit plus/4 und 1551 kam erst deutlich später (Sommer 1986? Weiß ich aber nicht mehr genau).

Ok, wenn wir jetzt schon beim C16 sind, muss ich unbedingt auch noch mal auf mein Post in den Kassetten-Schätzen vor acht (oh, Schreck!) Jahren verweisen:
http://forum2.magnetofon.de/board13-vers….html#post86609

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100

Saturday, December 17th 2016, 8:21pm

Amiga

Hallo,

wenn es hier her gehört, mein erster Computer war zu Weihnachten ein Amiga 500, wo ich noch Kind war, danach kam Vater mit dem Amiga 1200 nach Hause, irgendwann haben wir den dann mit Tower und Turbokarte erweitert. Erst eine Phase V Blizzard 1230/IV dann später vor paar Jahr kaufte ich eine Blizzard PPC dafür.

Heutiger Stand ist ein 500er im Tower, mit Zusatz-Board , Kontroller für TFT Monitor, Turbokarte Viper 520 CD, CD-Rom, Festplatte. Muß ich noch in Betrieb nehmen, Laufwerks-.Schacht befestigen.
Beim 1200er Kontroller für TFT Monitor, Fast ATA MK-IV (Festplatten Kontroller), Tastatur Kontroller (PS/2), die genannte PPC-Turbokarte (muß noch Sockel einbauen für den CX68060/60mhz. Mir fehlt nur das Tower Strom Kabel.
Und zu guter letzt, eine Sammlung von ca. 2500 Disketten, die ich wohl nicht alleine schaffe, durch zusehn, neue Etiketten ausdrucken. Wer möchte kann Spiele, Programme kopiert haben.

Kann auch bißchen helfen, ruhig fragen.
Gruß Helge

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101

Saturday, December 17th 2016, 9:10pm

Irgendwie hatte ich erwartet, dass du das Argument bringst. Aus eigener Schulerfahrung weiß ich aber, dass, weil es Weihnachten 1985 der erste Computer mit dem C16 war (oder Weihnachten 1986 der plus/4), alle Besitzer so mindestens 10 Originalspiele auf Kassette hatten. Mag sein beim C64 auch


Nene, absolut nicht. Der C64 war ja das System, bei dem die Kopier-Szene richtig in Fahrt kam. Der Normalzustand bei Schülern waren zwei oder drei Originale gegenüber 200 Disketten mit Kopien. :)

Mir fehlt diesbezüglich der Vergleich zu den C16er-Rechnern, hatte kaum Kontakt zu den System. Meine Erfahrung mit anderen "Sekten" ('tschuldigung! :) ) wie den Schneider-CPC- und Atari-8-Bit-Benutzern war aber, daß die zwar auf dem Schulhof nicht so emsig Kassetten und Disketten tauschten wie die C64- und die Amiga-Jünger, aber untereinander trotzdem irgendwie gut genug vernetzt waren, um sich gegenseitig mit kopierter Software zu versorgen. Ich hätte gedacht, daß das mit den 16ern genau so war.

Quoted

Genau die macht mir ja gerade so Spaß, weil es mich an früher erinnert, wo ich auch in den Kaufhäusern auf der Suche nach C16-Software auf Diskette war.


Verstehe ich. Mir fehlen die Software-Kartons im Regal bei Karstadt auch irgendwie.

Quoted

Die Box mit plus/4 und 1551 kam erst deutlich später (Sommer 1986? Weiß ich aber nicht mehr genau).


Die 1551 hab' ich, glaube ich, noch nie in Natura gesehen.

Quoted

Ok, wenn wir jetzt schon beim C16 sind, muss ich unbedingt auch noch mal auf mein Post in den Kassetten-Schätzen vor acht (oh, Schreck!) Jahren verweisen:


Oh, das war ja sogar eine Antwort auf einen Beitrag von mir, auf die ich dann gar nichts mehr geschrieben habe. Dann hole ich das mal nach:

Quoted

Gerade darum hatten die Computerkassetten ein verkürztes Vorband, so dass schon Magnetband unter dem Tonkopf war, selbst wenn die Kassette vollständig zurückgespult worden ist. Kurzum, das war schon etwas DAU-freundlicher, dem Anfänger spezielle Computerkassetten zu geben.


Jetzt muss ich mal ganz blöd fragen: Haben die Commodore-Computer nicht genau aus dem Grund am Anfang einer Speicherung immer ein paar Sekunden (die reichten, um die übliche Länge eines Kassetten-Vorspannbands zu überbrücken) "Leerton" aufgezeichnet? Zumindest beim Standardverfahren war das so, meine ich. Bei Turbo-Tape und ähnlichen Beschleunigern wahrscheinlich nicht mehr.

Quoted

Genauer war es im Herbst 1985 als Aldi das erste Mal ein wirklich günstiges Angebot vorlegte: den Commodore C16 mit Datassette und Lernprogramm für knapp (umgerechnet) 75 EUR.


Computer mit Programmierkurs ausliefern war eine nette Idee, find' ich. Wirkt aber aus heutiger Sicht schon fast so, als würde man einem Auto ein Buch mit Tuningtipps beilegen. :)

Quoted

aber ein Hilfsprogramm zum Dejust... äh, Einstellen des Azimuth bei Computerlaufwerken, das ist doch mal was, oder?


Gab's für den C64 (von anderem Programmierer und mit etwas anderen Verfahren) auch. Hab' ich auch benutzt, das funktionierte erstaunlich gut.

Quoted

Wer aber ernsthaft wissen will, wie das denn funktioniert kann sich natürlich auch an den Prgrammierer wenden, der sich erstaunlicherweise zu dem Machwerk im Netz bekennt.


Warum erstaunlich? Ist doch eine Ehre! :) Überhaupt findet man viele bekannte Namen aus Commodore-Zeiten heute im Netz wieder.

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102

Sunday, December 18th 2016, 2:37pm

Irgendwie hatte ich erwartet, dass du das Argument bringst. Aus eigener Schulerfahrung weiß ich aber, dass, weil es Weihnachten 1985 der erste Computer mit dem C16 war (oder Weihnachten 1986 der plus/4), alle Besitzer so mindestens 10 Originalspiele auf Kassette hatten. Mag sein beim C64 auch


Nene, absolut nicht. Der C64 war ja das System, bei dem die Kopier-Szene richtig in Fahrt kam. Der Normalzustand bei Schülern waren zwei oder drei Originale gegenüber 200 Disketten mit Kopien. :)

Mir fehlt diesbezüglich der Vergleich zu den C16er-Rechnern, hatte kaum Kontakt zu den System. Meine Erfahrung mit anderen "Sekten" ('tschuldigung! :) ) wie den Schneider-CPC- und Atari-8-Bit-Benutzern war aber, daß die zwar auf dem Schulhof nicht so emsig Kassetten und Disketten tauschten wie die C64- und die Amiga-Jünger, aber untereinander trotzdem irgendwie gut genug vernetzt waren, um sich gegenseitig mit kopierter Software zu versorgen. Ich hätte gedacht, daß das mit den 16ern genau so war.


Als ich nach Weihnachten 1985 im Jahr 1986 meine ersten Spiele auf dem C16 kaufte, hatte auch ein Schulfreund einen C65G (also den flachen) mit Datasette bekommen. Auch der kaufte da noch Spiele auf Kassette. Beim C64 kam aber bald die 1541 als Standardlaufwerk auf und da der Rechner noch bis 1994 neu verkauft wurde, haben da auch viele Publisher auf die Veröffentlichung auf Diskette gesetzt. Kopieren ging da deutlich einfacher. Zu Zeit der Kassetten war aber das Kopieren schwieriger, mir sind auch keine tauglichen Kopierprogramme bekannt, mit denen man selbst nicht kopiergeschützte Programme einfach von einer Kassette auf eine andere übertragen konnte. Daher war die "Kauflust" am C16 sicher in den Boomjahren 1986/1987 größer als am C64 und brach danach wieder in sich zusammen, weil die Erstbesitzer auf schnellere Rechner umstiegen.

Da ich selber auf dem C16 auch programmiert habe, hing ich an den 264ern. Später stieg ich dann auf den kompatiblen plus/4 um und kaufte auch eine 1551. Ich weiß noch, dass ich ein "Novaload-Copy" aus einer Zeitschrift abgetippt hatte, mit dem sich dann die Originale von Kassette auf Diskette übertragen ließen. Das hat mich auch sozialisiert. Mit dem ersten selbst verdienten Geld, bin ich dann dazu übergegangen auch alle meine Software zu bezahlen. Für die Programmierer. Respekt vor unserer lobby-gesteuerten Regierung habe ich allerdings bis heute keinen und fand es unglaublich, dass Software verboten wurde, die "zum Umgehen von Kopierschutzmaßnahmen" tauglich ist. Ne Freunde, so obrigkeitshörig bin ich nicht, dass ich dafür nun alle meine gesicherten Kassettenspiele vom C16 nachträglich löschen würde, nur weil die Software Jahrzehnte später mit einem Gesetz verboten wurde.

Quoted

Quoted

Genauer war es im Herbst 1985 als Aldi das erste Mal ein wirklich günstiges Angebot vorlegte: den Commodore C16 mit Datassette und Lernprogramm für knapp (umgerechnet) 75 EUR.


Computer mit Programmierkurs ausliefern war eine nette Idee, find' ich. Wirkt aber aus heutiger Sicht schon fast so, als würde man einem Auto ein Buch mit Tuningtipps beilegen. :)


Och, ich fand die Idee sinnvoll und auch heute sollte eigentlich einem Rechner eine leicht zugängliche Entwicklungsumgebung beiliegen. Obwohl, ist das nicht auch so? Zumindest bei Apple kann man die - glaube ich - kostenfrei runterladen. Bei Microsoft glaube ich auch. Alles andere ist für mich kein Computer sondern eine "Konsumdatensichtstation". Also so etwas, wie Android oder iOS.

Quoted

Quoted

Wer aber ernsthaft wissen will, wie das denn funktioniert kann sich natürlich auch an den Prgrammierer wenden, der sich erstaunlicherweise zu dem Machwerk im Netz bekennt.


Warum erstaunlich? Ist doch eine Ehre! :) Überhaupt findet man viele bekannte Namen aus Commodore-Zeiten heute im Netz wieder.


Ich habe mein Post zwar noch mal gelesen, den Link aber nicht ausprobiert. Das habe ich jetzt mal nachgeholt ... und einen tierischen Schreck bekommen: Der Programmierer ist ja, obwohl noch unter 50, schon vor fünf Jahren gestorben. Man, das schockiert mich ernsthaft. Liegt da ein Fluch auf Programmierern von Publishern aus Hannover? Vor gar nicht all zu langer Zeit hatte ich nämlich auch von dem Tod Holger Gehrmanns gelesen. Das Studio ReLine - mit Veröffentlichungen, wie Hollywood Poker - lag hinter dem Bahnhof Hannovers, CSJ - wo Andreas Petrausch seine C16-Software veröffentlicht hat - in der Südstadt von Hannover. Für Holger Gehrmann hatte übrigens Karsten Obarski - der Entwickler des ersten Tracker-Programms "Noisetracker" auf dem Amiga - auf Youtube einen musikalischen Nachruf eingestellt. Fand ich sehr bewegend, kann ich aber leider nicht mehr verlinken, da der Account nicht mehr existiert.

Nun denn, um von diesen traurigen Nachrichten etwas abzulenken, will ich noch mal eine Anekdote einstreuen. Selber habe ich einige Jahre (aber erst im 21. Jahrhundert) in der Südstadt von Hannover gelebt und weiß, dass die Entfernungen dort gar nicht groß sind. Inzwischen war auch in den kleinen Eckshop von ehemals CSJ ein Architekturbüro eingezogen. In den 1980er Jahren war eine Reise nach Hannover aber immer eine Weltreise und das Angebot an C16-Spielen in den großen Kaufhäusern sehr beschränkt. Irgendwie hatte ich aber damals von CSJ erfahren und wollte dort Spiele kaufen. Das Datum muss nun fast 30 Jahre her sein und vor allem war es im Winter. Aber nicht so ein Winter wie heute, nein, es war richtig kalt, hat leicht geschneit und der eisige Wind biss ins Gesicht. Der Fußweg von der ÜSTRA-Station Altenbekener Damm bis zum CSJ-Laden kam mir vor, wie eine Expedition zum Südpol. Doch um so stolzer war ich dann, als ich das damals mit Abstand beste - und auch heute noch beeindruckende - Spiel für den C16 auf Doppel-Kassette in den Händen halten konnte: Kingsofts Winter Olympiade.

Ich werde nie vergessen, wie mir auch auf dem Rückweg wieder der Schneesturm im Gesicht brannte ... und ich glaube ich sollte den alten Rechner mit dem Spiel mal wieder raussuchen, wenn es im Winter nicht schneit. Wann passt schon mal das Erlebnis von Kauf und Produkt so perfekt zusammen?


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Wednesday, January 18th 2017, 11:47pm

der C16 kam nach dem C64, und war das dritte Gerät mit dem gleichen Gehäuse, aber völlig anderer Technik. Während aber beim Umstieg vom VC20 auf den C64 wenigstens die Peripherie mitgenommen werden konnte ( z.B. das teure Floppy-Laufwerk ), war beim C16 alles anders - er war nur halbwegs kompatibel zum Plus 4 und zum C116, den "Gummiversionen" des C16. Die Geräte floppten und wurden deshalb bei Aldi als "Lerncomputer" verramscht. Die Aldi-Preise waren so günstig, dass es sich damals lohnte, die Dinger zum Schlachten zu kaufen, ich kann mich daran erinnern, dass viele Modellbahner mit den Komponenten ihre ersten digitalen Stellwerke aufbauten.

Gruß Frank

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Thursday, January 19th 2017, 12:09am

Während aber beim Umstieg vom VC20 auf den C64 wenigstens die Peripherie mitgenommen werden konnte ( z.B. das teure Floppy-Laufwerk ), war beim C16 alles anders


Das Thema Laufwerk ist beim C16 und Konsorten natürlich ein sehr spezielles. Eine 1541 funktioniert (mit Einschränkungen bei der Geschwindigkeit) auch am C16, eine 1551 aber nicht am C64. Somit ist eine Mitnahme des Floppylaufwerks nur theoretisch in die Richtung möglich, die keiner braucht.

Anderseits hatte die 1551 wegen ihrer relativen Seltenheit meines Eindrucks zufolge immer einen höheren Wiederverkaufswert als die 1541. Insofern war die Inkompatibilität bei einem Systemwechsel aus finanzieller Sicht kein Beinbruch.

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Tuesday, January 31st 2017, 1:21pm


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Tuesday, April 18th 2017, 6:33pm

Ist zwar kein Computer, passt allerdings gerade zum Thema: Nintendo hat eine "Retro-Version" des NES herausgebracht, im Design des Original, allerdings viel kleiner und mit 30 Original-Spielen an Board:

NES Classic Edition


Bild von Nintendo/der Nintendo Website

Gefällt mir irgendwie.
das Ding war die große Fehleinschätzung von Nintendo zu Weihnachten 2016. Eigentlich nur als Gadget für das Jubiläum gedacht, entwickelte sich die NES Classic Mini zur bestverkauften Nintendo-Spielekonsole Ende 2016, bis heute gibt es Probleme, zum normalen Listenpreis eine zu bekommen. Ich habe endlich eine, bei Saturn in Dortmund lagen neulich zufällig zwei im Regal, als ich daran vorbeigelaufen bin. Eine hab ich genommen, und als ich fünf Minuten später nochmal am Regal vorbeigelaufen bin, um nach einem zweiten Controller zu sehen, war die zweite auch weg. 79 Euro ist der Listenpreis, bei Ebay sind die Dinger zu Weihnachten für über 200 Euro weggegangen.

Das Spielerlebnis ist - naja, durchwachsen. Auf der einen Seite bin ich sofort wieder 20, wenn ich die Bildschirme sehe, auf der anderen Seite ist es im Vergleich zu heute ziemlich sperrig, und man merkt wieder, wie viele echte Programmierfehler die Spiele damals noch hatten. Schade ist auch, dass man ohne illegale Hacks auf die 30 vorinstallierten Spiele festgenagelt ist, und bei der Seltenheit dieser Konsole werde ich auch einen Teufel tun, hier irgendwelche Sachen auszuprobieren, mit denen ich Gefahr laufe, das Gerät an die Wand zu schießen. Was auch nervt, sind die extrem kurzen Controllerkabel, und, dass Nintendo das 2,95 Euro Netzteil nebst Kabel einspart. Immerhin passt jedes Handynetzteil mit Micro USB Kabel, und Verlängerungen für die Controller gibt es mittlerweile bei Amazon. Wir haben mit dem Ding schon einige Abende großen Spaß gehabt, und ich hoffe, dass Nintendo das Versprechen wahr macht, auch von der Super NES eine Retro-Version zu bauen - und sich um die Lieferengpässe zu kümmern.

Vielleicht schieße ich mir doch noch eine echte NES, bei Ebay sind die Dinger noch relativ preiswert, und einen Scart Anschluss hat unser Fernseher zum Glück noch.

Gruß Frank

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Thursday, May 18th 2017, 10:26am

Man glaubt es kaum, aber der in den frühe 1990er Jahren entwickelte, aber nie in Serie gegangene Commodore 65 (ein etwas fehlgeleiteter Versuch, den C64 zu beerben, obwohl das zu dem Zeitpunkt eigentlich längst der Amiga getan hatte) soll auf Initiative einiger Bastler hin (deutlich modifziert) als "Mega 65" in einem knappen Jahr doch noch auf den Markt kommen:


Ähnliches ist nun auch für das (in Deutschland damals weniger verbreitete) Konkurrenzsystem Sinclair ZX Spectrum geplant:

http://www.pro-linux.de/news/1/24756/zx-…rfolgreich.html

Jetzt fehlen noch Amstrad/Schneider CPC, Atari 800 und der MSX. :)

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Thursday, May 18th 2017, 2:47pm

In einem der letzten c't Sonderhefte zum Thema "Programmieren" wurde ein kleines erschwingliches Board auf FPGA- Basis vorgestellt, auf dem man all diese frühen Rechner mit 8-Bit CPU implementieren kann und sogar den Atari mit 68000 CPU. Ich hab den genauen Faktor vergessen, glaube aber, daß diese Emulation sogar noch um einen Faktor der Größenordnung 20 schneller ist als das Original.

MfG Kai

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Thursday, May 18th 2017, 4:41pm

In einem der letzten c't Sonderhefte zum Thema "Programmieren" wurde ein kleines erschwingliches Board auf FPGA- Basis vorgestellt, auf dem man all diese frühen Rechner mit 8-Bit CPU implementieren kann und sogar den Atari mit 68000 CPU.


Kann man mit einem Raspberry Pi oder Linux-PC und RetroPie auch, inklusive Atari ST/TT/Falcon, Amiga und 68k-Mac.

So ein "richtiger" Neu-Nachbau hat natürlich den Vorteil, daß daran zumindest ein Großteil der Original-Peripherie funktioniert.

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Thursday, May 18th 2017, 5:56pm

Meines Wissens sind FPGAs unschlagbar in Sachen Geschwindigkeit.
Allerdings ist das für Spiele wohl weniger von Interesse, denn wenn die 10-100-mal schneller ablaufen, kommen die Augen wohl nicht mehr mit und der Genuß wird zum Extrem-Quickie.
Den von dir genannten Vorteil kann ich nicht so recht nachvollziehen: Wer hat schon nur das Grundgerät entsorgt aber die Peripherie aufbewahrt ? Das geht sicher idR nach dem Motto "Alles oder garnix".

In einem der neuesten Hefte c't ?Fotographie? wird gerade über den Einsatz von AI/KI und neuronalen Netzen zur Bildbearbeitung berichtet zur Erzeugung von Foto-realistischen Bildern aus extrem Daten-reduzierten oder beschädigten Bildern, zum "Mischen" von zB Gesichtsbildern unterschiedlicher Herkunft, zur Änderung des Gesichtsausdrucks in einem Foto, zur Erzeugung glatter Video-Sequenzen aus wenigen zeitlich gestaffelten Snapshots.
Dahinter stehen natürlich diverse unterschiedliche Motivationen.
Nur eine davon ist der Wunsch der Kunden nach fotorealistischer Darstellung von Spielsequenzen.
Da wundert es schon ein wenig, wie groß demgegenüber immer noch oder wieder das Interesse an den alten 8-Bit Maschinen mit ihrer simplen (Klötzchen-) Grafik ist.

MfG Kai

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Thursday, May 18th 2017, 6:45pm

Meines Wissens sind FPGAs unschlagbar in Sachen Geschwindigkeit.
Allerdings ist das für Spiele wohl weniger von Interesse, denn wenn die 10-100-mal schneller ablaufen, kommen die Augen wohl nicht mehr mit und der Genuß wird zum Extrem-Quickie.


Das ist nicht so und dürfte schlichtweg auch nicht sein, denn bei kaum einem Spiel auf 8-Bit-Heimcomputern dürfte die Geschwindigkeit über einen "richtigen" Timer gesteuert werden. Im Regelfall wurden einfach ungetimerte Warteschleifen verwendet. Die Praxis stieß zwar schon durch die Unterschiede zwischen der PAL- und der NTSC-Version des C64 an ihre Grenzen (da waren Anpassungen am Programmcode nötig, sonst flackerte so manches), aber es ging oft gar nicht anders, weil z.B. bei Rasterzeileninterrupts auf dem C64 die gewünschten Verzögerungen so klein waren, daß man sie über einen Timer gar nicht hätte realisieren können.

Quoted

Den von dir genannten Vorteil kann ich nicht so recht nachvollziehen: Wer hat schon nur das Grundgerät entsorgt aber die Peripherie aufbewahrt ? Das geht sicher idR nach dem Motto "Alles oder garnix".


Such' mal auf ebay.de nach "C64-Joystick". Du wirst Dich wundern, wie viele Treffer es gibt. Wenn man will, findest man sowas also noch problemlos, teilweise sogar neu oder zumindest NOS.

Quoted

Da wundert es schon ein wenig, wie groß demgegenüber immer noch oder wieder das Interesse an den alten 8-Bit Maschinen mit ihrer simplen (Klötzchen-) Grafik ist.


Mich wundert das nicht. Ich find' die Klötzchen-Grafik-Spiele aus meiner Computer-Anfangszeit allemal charmanter als diese interaktiven Filme, die sich heutzutage Computerspiele nennen. Es fing nach meinem Empfinden eigentlich schon beim Amiga an, daß der Spielspaß unter den immer aufwendigeren technischen Umsetzungen litt.

Ich glaube sowieso, daß die Retro-Computer-Welle ihren Höhepunkt noch lange nicht erreicht hat. Genau so wie in der Audiotechnik die Abkehr vom physischen Tonträger das Vinyl-Revival hervorgebracht hat, könnte ich mir vorstellen, daß der Trend in der PC-Technik hin zur Cloud, der zunehmendem Abkehr vom klassischen Desktop und immer realistischeren Video- und Audio-Darstellungen irgendwann dazu führt, daß Anwender sich auf die "gute alte Zeit" mit Textmodus, LowRes-Grafik und Softwareinstallation von Disketten zurückbesinnen. Daß heute solche Betriebssysteme wie TempleOS entstehen, ist sicher nicht (nur) mit dem etwas eigenwilligen Welt- und Gottesbild des Entwicklers zu erklären, sondern von allem mit Sehnsucht nach den Heimcomputer-Ursprüngen.

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Thursday, May 18th 2017, 7:57pm

Ich habe noch ein Powerbook 170, Spitzenmodell einer der allerersten Notebookreihen, die auch Nachgeborene noch auf Anhieb als Notebook erkennen würden. Das kleine Ding muß 1991 astronomisch teuer gewesen sein, dafür funktioniert es noch, gelegentlich schreibe ich sogar mit Claris Works noch Texte darauf, damit es keine Standschäden bekommt. Die Festplatte (80 MB!) tut es noch, sogar der Akku hält noch eine Zeitlang Strom. Das Display ist allerdings mit heutigen Augen eine Zumutung.

Wenn ich an dem Teil sitze, denke ich manchmal, daß man die Officearbeiten, welche die allermeisten Leute tatsächlich durchführen, im Grunde auch genauso mit einem solchen Oldtimer durchführen könnte. Zumal ein aktuelles Microsoft Office nicht einmal schneller läuft (zumindest nicht auf einem Windowsrechner mit Festplatte). Irgendwie ist das doch heute wie mit einem 30-Tonner zum Brötchenholen zu fahren...

Bildbearbeitung im heutigen Sinne kann der Kleine allerdings nicht, monochrome Pixelgrafiken damit zu erstellen ist dennoch recht unterhaltsam.

Viele Grüße
Nils

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Thursday, May 18th 2017, 9:32pm

Hallo Timo,

ich habe mich vermutlich mißverständlich ausgedrückt, denn das was du hier erläuterst:
Das ist nicht so und dürfte schlichtweg auch nicht sein, denn bei kaum einem Spiel auf 8-Bit-Heimcomputern dürfte die Geschwindigkeit über einen "richtigen" Timer gesteuert werden. Im Regelfall wurden einfach ungetimerte Warteschleifen verwendet.
habe ich im Grunde auch ansprechen wollen. Wenn es nicht eine "Handbremse" in diesen Emulationen gäbe, mit der man die Ausführungsgeschwindigkeit auf Normal-Maß bremsen kann, würden sie mit viel zu großer Geschwindigkeit durchlaufen, so daß sich das Original-Erlebnis nicht einstellt.

MfG Kai

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Friday, May 19th 2017, 11:58am

Ich lese hier nur mit, aber von TempleOS hab ich noch nie etwas gehört. HolyC als Programmiersprache hört sich auch gut an, aber keine Netzwerkfunktion im OS ? Ach ja, der Programmierer behauptet, er kann mit Gott reden, da braucht er kein Netzwerk. :D

MfG, bitbrain2101
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Friday, May 19th 2017, 12:17pm

Ich lese hier nur mit, aber von TempleOS hab ich noch nie etwas gehört. HolyC als Programmiersprache hört sich auch gut an, aber keine Netzwerkfunktion im OS ?


Das Betriebssystem schlug vor einiger Zeit auch in der deutschen Presse einige Wellen, nicht nur aufgrund der Vita des Entwicklers. Die fehlende Netzwerkunterstützung und vermutlich auch der Umstand, daß kein standardkompatibler C-Compiler mit ausgeliefert wird, sind Teil des Konzepts. Es soll halt eine eigene, C64-ähnliche Welt sein und nicht irgendein weiteres Betriebssystem, auf das dann der übliche Fundus an quelloffener Standardsoftware portiert werden kann.

https://www.golem.de/news/templeos-goett…508-115081.html

Quoted

Ach ja, der Programmierer behauptet, er kann mit Gott reden, da braucht er kein Netzwerk. :D


Oder so. :)

Wer sich berufen fühlt, es auszuprobieren, sei übrigens gewarnt: Die US-Tastaturbelegung ist fest eingestellt.

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Saturday, May 20th 2017, 12:49pm

Hallo Timo,

vielen Dank für den Link zu Golem, sehr interessanter Artikel, ich verstehe leider nichts von Programmiersprachen. Das zeigt aber mal wieder, wie nahe Genie und Wahnsinn beieinander liegen.

MfG, bitbrain2101
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Friday, August 18th 2017, 5:35pm

Man glaubt es kaum, aber der in den frühe 1990er Jahren entwickelte, aber nie in Serie gegangene Commodore 65 (ein etwas fehlgeleiteter Versuch, den C64 zu beerben, obwohl das zu dem Zeitpunkt eigentlich längst der Amiga getan hatte) soll auf Initiative einiger Bastler hin (deutlich modifziert) als "Mega 65" in einem knappen Jahr doch noch auf den Markt kommen:


Das mit dem "knappen Jahr" war nichts, das Gerät ist rund 2 1/2 Jahre später immer noch nicht verfügbar. Aber immerhin: Das Projekt existiert noch und macht kleine Fortschritte.

Freunde des Atari ST haben es besser, ein kompatibler Neubau mit deutlich modernisierter Hardware (NXP ColdFire-CPU, also dem Nachfolger der Motorola 68000er, mit immerhin 264 MHz, 512 MB RAM, USB...) ist hier

http://firebee.org/

bereits erhältlich. Der Spaß kostet mit Gehäuse, Netzteil und Compact-Flash-Karte für das Betriebssystem knapp 700 €.

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Saturday, August 19th 2017, 8:51pm

In einem der letzten c't Sonderhefte "Programmieren" gab es einen Aufsatz über ein FPGA-Evaluation-Board, auf dem man diverse "historische" CPUs und Mikro-Computer implementieren kann.
U.a. gibt es dafür den ganzen Atari-ST in Software. Soll 1 bis 2 Größenordnungen schneller laufen als das Original.

Hier gibt es einen online Artikel darüber:
https://www.heise.de/ct/ausgabe/2015-21-…-1-2811231.html

Fertig aufgebaut mit Gehäuse werden für das "MiST"-Board ca. 200 € verlangt.

MfG Kai

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120

Friday, May 25th 2018, 3:27pm

C64-Emulator kommt für 80 Euro in den Handel (golem.de)

(Mit "Emulator" ist die komplette Hardware gemeint.)


Im Gegensatz zum Mega65, der immer noch auf sich warten lässt, ist der jetzt tatsächlich erhältlich: http://www.vesalia.de/e_thec64mini.htm