You are not logged in.

Dear visitor, welcome to Bandmaschinenforum. If this is your first visit here, please read the Help. It explains in detail how this page works. To use all features of this page, you should consider registering. Please use the registration form, to register here or read more information about the registration process. If you are already registered, please login here.

  • "Michael Franz" started this thread

Posts: 6,789

Date of registration: Mar 28th 2004

Location: Filderstadt (b. Stuttgart)

  • Send private message

1

Friday, June 10th 2005, 5:33pm

Das muss man den passionierten Audiophilen lassen - sie geben sich richtig Mühe mit der Beschreibung ihrer Hörerlebnisse und produzieren dabei immer wieder vergnügliche Stilblüten, die mich zum Schmunzeln bringen.

Entsprechendes passiert anderen auch, Gourmets oder Weinkennern zum Beispiel aber auch auch Kritikern, sei es für Literatur, Theater oder Musik. Deren Output wäre hier aber OT, es soll um Audio gehen.

Zeitschriften, Foren, Newsgroups sind geeignete Fundquellen. In diesem thread können wir sammeln. Um niemanden direkt auf den Schlips zu treten, bitte anonymisieren.

Hier ein Fundstück von mir:
====================

Quoted

Hi
Mein Ace L ist nach ca 60h regelrecht "eingerastet".
Vorher merkte mann das es alles "kann", aber es drang erst nach 60h richtig durch. Spielte eine Platte "was sonst!?" und merkte das es sich anhörte als
wenn einer ein Paar Filter ausgeschaltet hätte.
Anzumerken ist, daß eine Frage nach den physikalischen Hintergründen des Einbrennens / Einspielens von TAs nicht zur Kenntnis genommen wurde.
Michael(F)

2252B

Unregistered

2

Friday, June 10th 2005, 9:18pm

Habe in den 80ern liebend gern in der Audio die Hörtest´s gelesen. Genau: eigentlich Widerspruch genug, deshalb diese Stilblüten. Am Schönsten immer die Momente, wenn zwei Geräte gleich gut waren. Da bog sich der Stift.

Ebenso gut: Die Audio Schallplattenkritiken. Meistens Scheiben, die kaum einer kannte. Habe besonders gern die gelesen, die nur ein oder zwei Punkte kassierten.

Göttlich!!! Signalwandlung von analogen Audiosignalen nach Bleistift :-D

Nice Weekend
Axel

Markus Berzborn

Unregistered

3

Tuesday, June 14th 2005, 9:41am

Hallo Michael,

Völlig normaler Vorgang, der jedem Nutzer einigermaßen hochwertiger TAs vertraut sein dürfte.

Gruß,
Markus

Etienne

Unregistered

4

Tuesday, June 14th 2005, 9:58am

Hallo

Ich hätte da auch eine Stilblüte zu bieten:

Vorbemerkung: Und zwar geht es um den PrePre AQVOX 2CI des Herstellers Candeias. Dieser Hersteller hat auch einen Verstärker mit einem angeblich revolutionären Konzept im Angebot:
http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&forum_id=29&thread=5562&postID=0#0

Bislang sind die Fakten nur nach mehrfachem Nachfragen geflossen und viele wichtige Punkte sind immer noch offen geblieben. Es macht sich der Verdacht breit, dass dies nur raffiniertes Marketing ist. Interessant ist, mit wieviel *Herzblut* und persönlichem Engagement einige diesen Verstärker *verteidigen* als wäre es ihr Kind. Leider trägt der Thread wegen dieser fehlenden Distanz sehr emotionale Züge. Lesenswert ist er allemal. Vorbemerkung Ende.

Die Stilblüte:

---
Hi beisammen,

also ich habe das Teil hier seit gestern und sofort an's Netz gehängt. Setup so far war Premier Bumerang mit Schöder DPS und Benz LP.

So, und wie tönt es nun? Am Anfang wie gewohnt bei nagelneur Elektronik ein wenig "ungelenk" und "spröde". Leicht harsch in den Höhen mit etwas Antrittsschwäche im Baß

Gut, laß das Teil mal über Nacht durchzwirbeln und siehe da. Leute, das ist eines der rattenschärfsten Teile, die ich seit langem auf dem Tisch hatte. Swing, Drive, Auflösung, Musikalität und Räumlichkeit würde man für dieses Geld nicht erwarten. Allen SNT-Skeptikern sei gesagt: Das Schaltnetzteil erledigt einen hervorragenden Job - Messungen werde ich bei Gelegenheit nachliefern, sobald mein "Oskar" wieder funzt....

Also Carlos, da hast Du mal wieder ein Sahnestück abgeliefert, aber das hatte ich auch nicht anders erwartet - Grüße nach Schanghai und weiter so!

---

ungelenk?
spröde?
harsch in den Höhen?
über Nacht durchzwirbeln?
eines der rattenschärfsten Teile

No comment.

Gruss
Etienne

Markus Berzborn

Unregistered

5

Tuesday, June 14th 2005, 10:09am

Mir ist dieser Verstärker aus eigener Anwendung nicht bekannt, aber es handelt sich wohl um ein Transistorgerät, oder?
Bei denen ist es jedenfalls völlig normal, dass sich erst mal die Temperaturverhältnisse stabilisieren müssen. Natürlich kommt von Anfang an "Musik" raus, das ist klar. Und es hängt natürlich auch von der Qualität der Gesamtkette ab, inwieweit sich die Verbesserung nach dem "Einspielen" bemerkbar macht. Ich lasse meinen Transistor-Pre jedenfalls grundsätzlich am Netz. Ist auch vom Konstrukteur ausdrücklich so vorgesehen - das Gerät hat überhaupt keinen Netzschalter.

Gruß,
Markus

Etienne

Unregistered

6

Tuesday, June 14th 2005, 11:07am

Hallo Markus

Ja, das ist ein Transistorgerät.

Quoted

Bei denen ist es jedenfalls völlig normal, dass sich erst mal die Temperaturverhältnisse stabilisieren müssen. Natürlich kommt von Anfang an "Musik" raus, das ist klar. Und es hängt natürlich auch von der Qualität der Gesamtkette ab, inwieweit sich die Verbesserung nach dem "Einspielen" bemerkbar macht.
Was für dich normal ist, stösst bei vielen massiven Widerstand und bisweilen komplette Ablehnung aus. Jedenfalls kenne ich keinen seriösen Blindest, in welchem es jemand geschafft hätte, einen *kalten* von einem *eingespielten* Verstärker zu unterscheiden. Damit erübrigt sich eine Diskussion und enstprechende Aussagen betr. sofort klar nachvollziehbaren Klangunterschieden sind eher den Effekten der Autosuggestion und der Erwartungshaltung als einem technischen Phänomen zuzuschreiben.

Anders sieht es bei Lautsprechern aus, doch dies ist eine andere Sache.

Gruss
Etienne

Matze

Unregistered

7

Tuesday, June 14th 2005, 11:22am

Der Temparaturgang ist bei Röhren sehr viel höher und ausserdem von der Laufleistung der Röhre abhängig.
Wenn du ein Röhrenradio mit UKW Teil hast kuck mal auf die Uhr in wechen Zeitabständen du es nachstimmen must. Ein Transistorradio ohne Varicapabstimmung ist da um Welten besser.

Markus Berzborn

Unregistered

8

Tuesday, June 14th 2005, 11:22am

Mir ist auch nicht bekannt, dass ein solcher Test durchgeführt wurde.
Aber man könnte es ja mal machen.
Die angeblich so seriösen Blindtests, über die ich in manchen Foren so lese, sind m.E. zu einem großen Teil schon durch die Qualität der eingesetzten Komponenten zum Scheitern verurteilt.

Gruß,
Markus

Posts: 2,928

Date of registration: Dec 5th 2004

Location: NRW

Occupation: N.N.

  • Send private message

9

Tuesday, June 14th 2005, 11:37am

Es ist ein physikalischer Fakt, dass Halbleiter (z.B. Transistoren) in ihrer Leitfähigkeit gegenüber den elektrischen Strom stark Temperaturabhängig sind.
Das ist kein privileg der Röhren.

Wenn allerdings ein Halbleiterverstärker so konstruiert wurde das die Gesamtschaltung im ihren Übertragungsverhalten merklich Temperaturabhängig ist, so hat/haben meiner Meinung nach der/die Entwickler([Inn]en) etwas falsch gemacht.

Gruß
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!

Markus Berzborn

Unregistered

10

Tuesday, June 14th 2005, 11:47am

Quoted

Wenn allerdings ein Halbleiterverstärker so konstruiert wurde das die Gesamtschaltung im ihren Übertragungsverhalten merklich Temperaturabhängig ist, so hat/haben meiner Meinung nach der/die Entwickler([Inn]en) etwas falsch gemacht.
Wie schon gesagt, Musik kommt immer raus. :grins:
Wir reden hier sicher nicht über Amplitudengangabweichungen von ein paar dB aufgrund der Betriebstemperatur, falls Du das meinst.

Gruß,
Markus

Etienne

Unregistered

11

Tuesday, June 14th 2005, 11:53am

Hallo Markus

Quoted

Markus Berzborn postete Die angeblich so seriösen Blindtests, über die ich in manchen Foren so lese, sind m.E. zu einem großen Teil schon durch die Qualität der eingesetzten Komponenten zum Scheitern verurteilt.
Bei einem gescheiterten Versuch von dem ich mal gelesen habe, wurde der sagenumworbene Emitter verwendet, welcher ja - den Fans zufolge - einer der besten Verstärker sein soll. Dein Argument läuft ins Leere...

Ich denke nicht, dass es angebracht ist, mit *Wissen* und *Erfahrungen* die der der Laie aus dieser Art von unprofessionellen, unverblindeteten *Tests*, die er in der Regel bei sich zu Hause und die Schreiberlinge der einschlägigen Magazine verwenden, erworben wurden, genug Substanz bietet, den Blindtest zu kritisieren.

---

Hallo Gyrator

Quoted

Wenn allerdings ein Halbleiterverstärker so konstruiert wurde das die Gesamtschaltung im ihren Übertragungsverhalten merklich Temperaturabhängig ist, so hat/haben meiner Meinung nach der/die Entwickler([Inn]en) etwas falsch gemacht.
Dieser Punkt kommt ja auch bei der Kabeldiskussion zum tragen: Wenn Geräte derart auf Fehlanpassungen - messbar - reagieren, spricht dies weder für das Gerät noch für dessen Entwickler.

Gruss
Etienne

P.S: Aber hier geht es jetzt um Stilblüten der audiophilen Klangbeschreibung

Posts: 2,099

Date of registration: Dec 8th 2004

Location: Berlin

  • Send private message

12

Tuesday, June 14th 2005, 11:56am

Das technische Phänomen

Ich kenne es durchaus aus der Praxis, daß Verstärker temperaturabhängig driften, egal ob Transistor oder Röhre. Auch das Rauschverhalten von Halbleitern ändert sich temperaturabhängig. Ich spreche in erster Linie Meßverstärker, nicht Audioverstärker an. Wenn ich mal genaue Werte brauche, lasse ich das ganze Zeugs vorher mindestens einige Stunden warmlaufen. Sehr schön kann man das Phänomen bei freilaufenden Oszillatoren beobachten, die Oszillatorfrequenz ändert sich etwas. In einem konkreten Beispiel (VFO Funkgerät TR7) beträgt die Drift etwa 100 ppm = 0,01 % in der ersten Stunde. Um nicht den Eindruck zu erwecken, ich vergleiche Äpfel mit Birnen, ein Oszillator ist eine Sonderform des Verstärkers.
Bei vernünftigen Audioverstärkern habe ich aber so meine Probleme, wenn mir einer erzählt, da hört er Unterschiede.
Ich kann durchaus einen Audioverstärker bauen, bei dem man Unterschiede Einschalten zu warmgelaufen hört, z.B. sogenannte Übernahmeverzerrungen. Wenn das passiert, gehört meiner Meinung nach der Entwickler mit faulen Eiern beworfen, das ist dann LOFI.

Andreas, DL2JAS
Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

Markus Berzborn

Unregistered

13

Tuesday, June 14th 2005, 11:56am

Es wurde ein "kalter" mit einem "warmen" Emitter verglichen?
Wann und wo?
Bin selber kein Emitter-Fan, aber wenn ich richtig informiert bin, besteht da selbst der Hersteller Schäfer auf der Wichtigkeit des "Aufwärmens".

Gruß,
Markus

Posts: 2,928

Date of registration: Dec 5th 2004

Location: NRW

Occupation: N.N.

  • Send private message

14

Tuesday, June 14th 2005, 11:59am

Quoted

Markus Berzborn postete
Wie schon gesagt, Musik kommt immer raus. :grins:
Wir reden hier sicher nicht über Amplitudengangabweichungen von ein paar dB aufgrund der Betriebstemperatur, falls Du das meinst.

Gruß,
Markus
Okay der Amplitudengang ist es nicht!
Was dann!?
Übergangsverzerrungen im Nulldurchgang?
Dies sollten die Entwickler durch eine bedachte und Fachlich sachgemäße Arbeitspunktstabilisierung kompensiert haben.

Gruß
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!

Markus Berzborn

Unregistered

15

Tuesday, June 14th 2005, 12:05pm

Quoted

Was dann!?
Tja, das ist die Frage. Vielleicht sollte man mal die zeitliche Entwicklung der Obertonspektren genau analysieren. Ich weiß nicht, ob das in diesem Zusammenhang schon mal konsequent gemacht worden ist.

Gruß,
Markus

Lego

Unregistered

16

Tuesday, June 14th 2005, 12:20pm

Verstärker (egal ob Tansistor oder Röhre), die dauerhaft eingeschaltet am Netz laufen sind alles andere als umweltfreundlich. Mal abgesehen davon, daß man evtl. für nichts und wieder nix (das ist die Frage!) Geld zum Fenster rauswirft. Wenn man den 24 Stunden Musik hört, will ich nix gesagt haben. Mein bester Kumpel hat seine Röhrenendstufe auch immer im Dauerbetrieb gehabt, als er sie dann wegen Arbeitslosigkeit verkaufen mußte, hatte er im Folgejahr eine um etwa 500 DM geringere Stromrechnung, den Namen des Gerätes und den genauen Differenzbetrag kann ich bei Intresse nachliefern.

Frage an die Techniker: Kriegt man dieses temperaturabhängige Verhalten denn wirklich nicht in den Griff, zB durch Standby-Vorspannungen oä. Meine Class-A Kopfhörer-Endstufe von STAX klingt nach etwa 1-3 Minuten auch ordentlich, das muß doch mit anderen Geräten auch funktionieren. Wo ist da das Problem; Konstruktive Mängel, falsche Sparsamkeit, oder ist das falschverstandener "Purismus"? Bei einer Röhrenendstufe sehen die Heizwendel ja recht dekorativ aus, das gebe ich gern zu. Bei einer Transistor-Endstufe fehlt aber dieser Aspekt des Vorheizens und glimmen tut da auch nix.

Ein Verstärker der aktuell noch verkauft wird und konstruktiv schon ab Werk keinen Ausschalter hat, ist schon eine sehr bedenkliche Sache im 21sten Jahrhundert. Den blauen Engel kriegt sowas nicht grad.

Insofern wäre ich auch an näheren Infos zu BlindhörTests, die kalte und warme Transistorgeräte einandergegenüberstellen interessiert. Falls es Links gibt, immer her damit.

Markus Berzborn

Unregistered

17

Tuesday, June 14th 2005, 12:29pm

Hallo Lego,

Nur zum besseren Verständnis: Ich habe von einem Transistor-Vorverstärker gesprochen, der Stromverbrauch ist da minimal. Röhrenendstufen sollte man m.E. alleine schon aus Gründen der Röhrenlebensdauer nicht permanent am Netz lassen. Bei meinen OTL-Röhren würde da außerdem im Sommer der Hörraum schnell zur Sauna. :grins:
Die von Dir angesprochenen Kopfhörerendstufen verwende ich auch. Sicher kann man damit auch schon nach 3 Minuten auf sehr hohem Niveau hören.
Wir reden hier sicher nicht von "Welten".

Gruß,
Markus

Lego

Unregistered

18

Tuesday, June 14th 2005, 12:39pm

Dann vergiss meinen Kommentar, ich habe wohl das "Pre-" überlesen. Gegen die Leistungsaufnahme eines PRE-Amp von ein paar Watt, kann man sicher kaum was einwenden.

Zu den "Welten" kann ich wenig beitragen. ;) Meistens waren Umweltgeräusche oder meine akustischen Bedingungen nie so ideal, daß sie sich mir nie erschlossen hätten. Ich habe seit jeher in Mietswohnungen gelebt. Irgendwo im Haus zieht immer jemand an der Klospülung oder ein Auto fährt an der Strasse entlang. Ich kenn ansonsten nur meinen Kopfhörer und da war eben nur eine kurze Zeitspanne nötig, bis der AMP "warm lief".

Markus Berzborn

Unregistered

19

Tuesday, June 14th 2005, 12:46pm

Da fällt mir ein: Mit Stax-Kopfhörern könnte man einen solchen Test wirklich ohne größeren Aufwand durchführen. Deren Auflösungsvermögen dürfte genügenden Aufschluss über die Größenordnung der "Aufwärmeffekte" der entsprechenden Transistorverstärker geben.

Gruß,
Markus

Posts: 2,099

Date of registration: Dec 8th 2004

Location: Berlin

  • Send private message

20

Tuesday, June 14th 2005, 1:01pm

Warmlaufzeit

Interessant wäre folgendes Experiment:
Man nehme zwei identische (Kopfhörer)verstärker. Einer ist stundenlang gelaufen, der andere ist noch kalt. Es wurde einige Zeit Musik gehört. Dann wird der kalte Verstärker angeschlossen. Ändert sich wirklich was am Klang?
Mehrfach wiederholen und Verstärker warm/kalt gegeneinander tauschen.

Mein Hintergedanke:
Es könnte auch am Hörempfinden liegen, der Mensch, nicht der Verstärker benötigt die Warmlaufzeit. Mit diesem einfachen Experiment könnte man diese Möglichkeit überprüfen.

Andreas, DL2JAS
Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

Markus Berzborn

Unregistered

21

Tuesday, June 14th 2005, 1:10pm

Hallo Andreas,

Genau dies meinte ich: Zwei identische Stax-Kopfhörerverstärker. Der Hörer selber lässt sich ja problemlos umstöpseln.

Gruß,
Markus

Etienne

Unregistered

22

Tuesday, June 14th 2005, 1:18pm

Hallo dl2jas

Dazu drei Punkte:

1.) David von www.hifiaktiv.at hat schon viele Blindtests gemacht, letztlich alle mit negativem Ausgang. Ich glaube er war es, der den damaligen Test mit dem Emitter gemacht hat.

2.) Der Test - so wie du ihn vorschlägst - wäre sicher interessant. Ich kann dir aber jetzt schon sagen, dass er zuerst von Anfang an zu verhindern versucht und letztlich - nach Bekanntgabe des blamablen Ergebnisses - nicht akzeptiert werden wird. Die *Arguemente* die dagegen angeführt werden:
- Die Verstärker haben eine Serienstreuung
- Es war der Teststress, ich habe mich selbst unter Druck gesetzt
- Ich war zu selbstsicher, ich habe den Test nicht ernst genug genommen
- Ich kam mit dem Testaufbau, der Verblindung und den Wiederholungen nicht zu Recht
- Ohne Verblindung habe ich die Unterschiede gehört, ganz sicher

3.) Nun, man hört und liest ja immer wieder von grossen Einflüssen des Einbrennens. Die Psychologie hat darauf eine einfach Antwort: Da der Hörer ja davon ausgeht, dass es nach dem Einwärmen/Einbrennen soviel besser klingt, nimmt er ja an, dass es zuerst nicht gut klingt. Auch nimmt er auf Grund diverser Bericht an, dass es grosse Unterschiede sind, die er als Laie sofort hören kann. Die Psychologie nennt dies Erwartungshaltung.

Interessant sind auch die Attribute, die bei solchen Beschreibungen verwendet werden. Wie oben bereits zitiert:
Am Anfang wie gewohnt bei nagelneur Elektronik ein wenig "ungelenk" und "spröde". Leicht harsch in den Höhen mit etwas Antrittsschwäche im Baß"

Dieser Autor vergleich seinen PrePre mit einem Menschen, mit einem Sportler. Klar, wenn ich kalt bin, bin ich im Sprint auch nicht gleich gut und am Morgen sind die Bewegungen etwas ungelenk, es fehlt anfangs die Spritzigkeit und der eine oder andere mag ein Morgenmuffel und darum etwas harsch sein. Aber hier geht es um Technik.

Gruss
Etienne

Etienne

Unregistered

23

Tuesday, June 14th 2005, 1:26pm

Nachtrag:

Ich habe mich geirrt. David hat keinen Blindtest mit zwei Emittern gemacht. Evtl. ist ja im Netz etwas dazu zu finden.

Gruss
Etienne

Markus Berzborn

Unregistered

24

Tuesday, June 14th 2005, 1:32pm

Quoted

Etienne postete
- Die Verstärker haben eine Serienstreuung
Das kann durchaus sein, aber man kann die beiden Verstärker ja in einem zweiten Testdurchlauf mit vertauschten Rollen antreten lassen.

Quoted

- Es war der Teststress, ich habe mich selbst unter Druck gesetzt
Dieses Argument ist m.E. nicht ganz von der Hand zu weisen.

Du sprichst von Erwartungshaltung, sicher gibt es solche Effekte.
Aber wenn Du schon von Anfang an davon ausgehst, dass es keine hörbaren Unterschiede gibt - korrigiere mich bitte, wenn ich das jetzt falsch verstanden habe - ist das ebenfalls eine Erwartungshaltung.

Gruß,
Markus

Posts: 2,928

Date of registration: Dec 5th 2004

Location: NRW

Occupation: N.N.

  • Send private message

25

Tuesday, June 14th 2005, 1:41pm

Wenn die technischen Unterschiede lediglich im Bereich des Rauschens einer Erwartungshaltung leben, so sind diese Unterschiede bzw. elektroakustischen Merkmale absolut belanglos.
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!

Etienne

Unregistered

26

Tuesday, June 14th 2005, 3:13pm

Hallo Markus

Quoted

Aber wenn Du schon von Anfang an davon ausgehst, dass es keine hörbaren Unterschiede gibt - korrigiere mich bitte, wenn ich das jetzt falsch verstanden habe - ist das ebenfalls eine Erwartungshaltung.
Nein, da hast du schon Recht, aber....

A.) Ich habe schon einige Blindtests (z.B. original gegen komprimierte Version) hinter mir, wo es - im Gegensatz zu anderen Blindtests - Unterschiede geben kann und auch gibt. Die Erfahrung zeigt, dass es trotzdem sehr schwierig ist, solche Unterschiede zu detektieren, weil meist sehr gering. Von den oft beschriebenen Welten sind diese Beschreibungen wirklich Welten entfernt. Die eigene Erfahrung steht in starkem Kontrast mit den saloppen Aussagen die man gemeinhin so hört. Diese Erfahrung teile ich jedoch mit den meisten Leuten, die sich Blindtests unterwerfen. Ich weiss darum, warum ich sage, dass ich keine Unterschiede höre. Das hat eher mit Erfahrung denn mit Erwartungserhaltung zu tun.

B.) Wenn ich einen Blindtest mache, dann versuche ich natürlich die Unterschiede zu detektieren, unabhängig davon ob ich glaube, dass es solche beim entsprechenden Test geben kann oder nicht. Mich interessiert letztlich ja die Realität. Meine Meinung hat sich daran zu messen. Widerspricht sie dem, wird sie revidiert. Ich habe früher mal einiges von dem geglaubt, was uns die Presse weismachen will. Heute bin ich kritischer und musste mich von einigen Vorstellungen trennen. Das wäre deshalb nicht das erste Mal. Wollte ich von Anfang an das Resultat - welches häufig dann in letzter Konsequenz dann ähnlich ausfällt, weil in den konkreten Fällen nur selten Unterschiede gehört werden - *ich höre keinen Unterschied* provozieren, würde ich gar nicht am Test teilnehmen.

Gruss
Etienne

  • "Michael Franz" started this thread

Posts: 6,789

Date of registration: Mar 28th 2004

Location: Filderstadt (b. Stuttgart)

  • Send private message

27

Tuesday, June 14th 2005, 3:15pm

Wenn man Themen ernsthaft behandelt haben möchte, muss man sie wohl im fun-board starten ... ;)
"Hör-Vergleiche" wäre ein Thema für einen ernsten thread.

Zu hier:

Es erscheint mir logisch, daß der testen soll, der Unterschiede zu hören glaubt, denn der ist motiviert, diese zu hören. Wer abstreitet, welche zu hören, kann das nicht beweisen, nur behaupten.

Als Ergebniss sind vorstellbar:

a) Ein Proband, "der Behaupter", beweist, daß er fähig ist, die Unterschiede wahrzunehmen. Dann gilt das für ihn alleine.

b) Eine statistisch relevante Auswahl von Personen beweist das, dann kann man von einem allgemein wahrnehmbaren Unterschied sprechen. So wird es m. W. bei der Audiokompression gehalten.

Zu klären wäre dann noch
- gehen die Unterschiede in die "richtige" oder "falsche" Richtung?
- Wie groß sind sie?
- Wie relevant sind sie?

Zumindest die beiden letzten Punkte unterliegen der persönlichen Beurteilung, sind also Geschmacksfragen. Spätestens hier endet die Diskussion.
Michael(F)

Jürgen Heiliger

Unregistered

28

Tuesday, June 14th 2005, 4:02pm

Quoted

Michael Franz postete
Wenn man Themen ernsthaft behandelt haben möchte, muss man sie wohl im fun-board starten ... ;)
"Hör-Vergleiche" wäre ein Thema für einen ernsten thread.

...............
Hallo Michael,

zu erstem Satz meine volle Zustimmung, gehen doch beide Kontrahenten von gestern sehr gesittet und höflich mit einander um.:respekt:

Nun zum eigentlichen Thema einem Vergleichstest.

Da ich deren auch schon mehrere durchgeführt habe, seien mir einige Anmerkungen gestattet.

Das Musikmaterial sollte so ausgesucht werden das die Probanden dies auch kennen und sich somit auf die Feinheiten konzentrieren können. Als Hintergrund sei gesagt, dem Menschen fällt es leichter sich auf solche Dinge zu konzentrieren wenn er das Musikstück kennt und seine Besonderheiten.

Es sollten am besten Sachen mit akustischen Instrumenten ausgesucht werden, da hier die Unterscheidung leichter fällt.

Der Raum sollte, solange bei solchen Test Lautsprecher genommen werden, akustisch sehr ausgewogen sein. Dies ist nicht in jedem Zimmer der Fall.

Dies bitte ich einmal zu beachten.

Ansonsten bin ich gerne Bereit ein solches Event einmal bei mir im Rahmen diesen Forums durchzuführen.

Gruß
Jürgen

Etienne

Unregistered

29

Sunday, June 19th 2005, 9:40pm

Hallo

Zwar nicht unbedigt eine Stilblüte und auch schon älter, es passt aber trotzdem zum Thema:

Hier ist der ganze Artikel zu finden:
"CD und MP3; Niedergang der Hörkultur"
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,310997,00.html

Interessant ist dieser Abschnitt:

Quoted

Und dennoch droht hier (gemeint sind zufriedene MP3 Hörer) ein echter Kulturverlust. Wenn Musik vor allem im datenreduzierten Format angeboten wird, wäre es nur logisch, sie auch mit reduziertem Aufwand aufzunehmen. Das würde Speicherplatz und Geld sparen. Und hören kann das doch eh keiner, oder? Die Sache hat nur einen Haken: Was nicht aufgenommen wird, kann später auch nicht mehr zu rekonstruiert werden.

Eine solche Entwicklung wäre bitter. In Langzeit-Versuchen innerhalb der Redaktion "stereoplay" haben wir festgestellt, dass der Konsum datenreduzierter Musik schneller ermüdet und stärker stresst als der von unkomprimierter. Unsere These: Weil das Hirn ständig die verdeckten Signale ergänzen muss, wird es mehr gefordert. Bislang haben alle Mediziner bei dem Thema abgewinkt: wissenschaftlich nicht haltbar. Egal. Wenn ich nach langem Konsum von Internet-Radio oder anderer MP3-Musik spürbar matt werde, lege ich eine schöne alte Platte auf: Da knistert es zwar ein bisschen, aber es ist alles drauf. Und es ist lebendig.
[ironie] :respekt: [/ironie]

Gruss
Etienne

Lego

Unregistered

30

Monday, June 20th 2005, 9:02pm

Die Nulpe von der Stereoplay hat sicher einfach nur den Blechohr-Artikel von annodunnemals gelesen und umgeschrieben.