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Saturday, March 28th 2020, 9:14am

Bist Du die aktuelle E-Klasse mal gefahren ? Ich bin ja auch vom Herzen her eher Nostalgiker, bin aber auch Autofan, und der aktuelle W213 ist einfach ein geniales Auto, ohne wenn und aber.
Ich kenne fast aktuelle Mercedes-Modelle vom Mitfahren, den C-Klasse-Kombi S 204 als 350er und den SL R 231 als 500er. Die C-Klasse wollte ich mal umparken und bin schon daran gescheitert, mich reinzusetzen, da der Fahrersitz auf die recht kleine Fahrerin eingestellt war. Beide reizen mich null, den SL habe ich sogar schon selbst bewegt, der hatte immerhin einen schönen Durchzug und klingt halt nach Achtzylinder. Aber alles ist etwas steril und synthetisch, auch das Interieur gefällt mir bei beiden nicht besonders. Und wenn man Spaß haben will, kommt man sofort in den Bereich, in dem man seinen Führerschein gefährdet. Die Menschen sind halt verschieden, der Verwandte von mir, der viel Geld für den Wagen ausgegeben hat, wollte halt genau das haben und das hat er auch bekommen.

Der zehn Jahre alte Dienstgolf auf der Arbeit ist aber der Gipfel der Ödnis, ein Auto mit dem Charme eines Kühlschranks. Außerdem habe ich bis heute nicht rausgefunden, wie man da die Bremse dosieren soll.

Von solchen Montrosisitäten wie dem GLE C 167 oder fahrenden Smartphones wie der aktuellen A-Klasse mit dem angespaxten Tablet anstatt eines Armaturenbretts will ich aber tatsächlich nicht mehr wissen, als ich auf Bildern im Internet oder im Straßenverkehr sehe. Da bin ich raus. Außerdem durchschaue ich die Modellflut der Hersteller schon länger nicht mehr, die genauen Modellbezeichnungen mußte ich bei Wikipedia raussuchen. Das, was früher den Japanern angelastet wurde, haben nun auch die deutschen Hersteller perfektioniert. Wer erinnert sich denn später z.B. an diese ganzen SUV-Variationen?

Ich frage mich halt, ob ich es brauche und bereit bin, dafür deutlich mehr Geld auszugeben. Für mich reicht halt ein Auto ohne alles, das so funktioniert, wie ich es seit dem Führerschein gewohnt bin. Den Saab hätte ich vielleicht behalten sollen, das war ein sehr souveränes Fahren (allerdings lag der Verbrauch im Kurzstreckenverkehr arg hoch), aber mehr brauche ich wirklich nicht.

Viele Grüße

Nils



Nachtrag: Um nicht ganz vom Thema abzukommen, habe ich gerade noch schnell zwei Saab 900-II-Bilder herausgesucht. Schade, daß die gar keine Lobby haben, denn gerade an den frühen Ausführungen war gar nicht so viel GM verbaut, wie immer kolportiert wird. Meiner hatte den 2,3 Liter-Sauger mit 150 PS.

This post has been edited 3 times, last edit by "tk141" (Mar 28th 2020, 9:55am)


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Saturday, March 28th 2020, 1:07pm

Nils, komm mal in Schweden vorbei, gerade die moderneren Saab auf GM-Plattformen sind hier noch günstig zu haben, werden aber langsam auch immer weniger. Es waren hier halt Massenautos, und die Liebhaber konzentrieren sich eher auf die älteren Modelle. Man muß nur aufpassen, kein verheiztes Exemplar zu erwischen, denn der 900 und 9-3 hatten hier zeitweise ein ähnliches Publikum angezogen wie anderswo gebrauchte 3er BMW.

Den 2,3l-Motor von Saab hatte ich mal als Turbo in einem 9000er. Das war eine sehr, sehr feine Maschine. Über 400 000 km auf der Uhr und kein bißchen müde. Leider rostete das ganze Auto drumherum langsam aber sicher unterm Hintern weg, etliches funktionierte nicht mehr, vor allem die Heizung. Wenn mir aber mal wieder ein gutes Exemplar übern Weg laufen sollte und gerade ein Auto gebraucht wird, dann würde ich den auch wieder nehmen.

Viele Grüße,
Martin

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Saturday, March 28th 2020, 4:13pm

Als ich vor ein paar Jahren mit dem Auto in den Niederlanden war, hat es mich auch gewundert, wie verhältnismäßig häufig 900-II und 9-3 dort zu sehen waren. Lustig ist auch das unterschiedliche Publikum: Mein Saab lag hier in Deutschland in der Versicherung für die Leistung sehr günstig, was dafür spricht, daß er hier wohl eher weniger von Heizern bewegt wurde.
Viele Grüße
Nils

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Monday, March 30th 2020, 8:40pm

Hm, Frank, Du kannst ja froh sein, daß Dein Modell nicht der Rostfraßpest der Vorgängerin zu Teil wurde. Mein Schwager (KFZ - Mechaniker) konnte seinen selbst nicht mehr wirtschaftlich retten ;(

LG
Mike

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Monday, March 30th 2020, 9:35pm

Da lobe ich mir doch den hier.......das wäre einer meiner Traumwagen, den man heutzutage in einem brauchbaren Zustand nur noch für ein Vermögen bekommt.
Seinerzeit waren 4 oder 5 in meinem Verwandten- und Bekanntenkreis. Mein Opa fuhr das erste Modell nach dem Brezel-Fenster!
Mittlerweile auch nur noch selten zu sehen...
Das Kennzeichen hab' ich nicht abgedeckt, weil die Besitzerin vor ca. 2 Jahren verstorben ist. Sie war über 90 und das war ihr erstes und einziges Auto!
djhoerbie has attached the following images:
  • IMG_2467.JPG
  • IMG_2466.JPG

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Monday, March 30th 2020, 10:24pm

Unser gut erhaltener 64/65er hat sich sogar eine sehr hübsche Freundin (Erstbesitz) zugelegt: Ein Audi Coupe GT des letzten Bj 87 in schneeweiß :)
Mit besten Grüßen
Studer B67; REVOX A700; Uher R4200st, 4200RM; Pioneer CT-F 1000

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Monday, March 30th 2020, 10:46pm

Der blaue Käfer hat was: Sieht aus wie immer gut behandelt, aber nie restauriert und einfach immer weitergefahren. Ich hoffe nur, die Reifen, in denen sich der Pflasterbelag spiegelt, waren nicht mehr die ersten :-) So ein Profil habe ich jedenfalls noch nie bewußt gesehen.

An die Experten: Welche Baujahre kommen denn für den in Frage?

Viele Grüße,
Martin

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Monday, March 30th 2020, 11:56pm

Hallo Martin,
bin vielleicht kein Spezialist und weiß auch nicht ob dieser blaue Käfer noch Achsschenkel hat (m.M.n. bis 64) - ich würde ihn in 65 verorten (?)
Mit besten Grüßen
Studer B67; REVOX A700; Uher R4200st, 4200RM; Pioneer CT-F 1000

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Tuesday, March 31st 2020, 12:23am

Mein 1. Auto war so ein Käfer in rot, 1300cc und 40PS, das war 1974. Als Gebrauchtwagen mit defektem Motor für DM 120,-

MfG, Tobias
Es gibt 2 Dinge, die unendlich sind, die menschliche Dummheit und das Universum. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht 100% sicher (Albert Einstein)

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Tuesday, March 31st 2020, 8:16am

Ich hoffe nur, die Reifen, in denen sich der Pflasterbelag spiegelt, waren nicht mehr die ersten :-)

Nein, das ist ein Vredestein Snow+, der kam erst 1979 auf den Markt, kann also nicht die Erstbereifung gewesen sein :D.
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.

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Tuesday, March 31st 2020, 11:02am

Mein 1. Auto war so ein Käfer in rot, 1300cc und 40PS, das war 1974. Als Gebrauchtwagen mit defektem Motor für DM 120,-

Das soll mir Anlass sein, mein erstes Auto zu zeigen, welches ich in jener Zeit im Ostteil unserer Stadt gekauft habe: Trabant 601 aus dem Jahr 1967, gekauft 1976 für 6700 Ostmark. Und das war in dieser Zeit in diesem Land "preisgünstig". Der Motor hatte noch 23 PS, weil noch aus der ersten Serie stammend, später wurden es stolze 26 PS bis zum Ende der Produktion des Zweitakters. Ich habe seinerzeit rund 1200 Mark monatlich nach Hause gebracht. Das Auto hatte auch noch Simplex-Trommelbremsen vorne, der Umbau auf Duplex hat mich nochmal rund 500 Mark an Ersatzteilen gekostet.

Gruß
Rainer


Der Kluge lernt aus allem und jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß schon alles besser. (Sokrates)
Zusatz: der Kluge gibt solange nach, bis er selbst der Dumme ist. (von mir)

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Tuesday, March 31st 2020, 8:28pm

Auch ein hübscher Käfer - muss schon ziemlich alt sein, oder?




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Wednesday, April 1st 2020, 11:02am


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Wednesday, April 1st 2020, 3:42pm

Hm, Frank, Du kannst ja froh sein, daß Dein Modell nicht der Rostfraßpest der Vorgängerin zu Teil wurde. Mein Schwager (KFZ - Mechaniker) konnte seinen selbst nicht mehr wirtschaftlich retten ;(

LG
Mike


Welche Vorgängerin meinst Du ?

Die Rostfraßpest fing in den frühen neunziger Jahren an, als die Hersteller auf wasserbasierte Grundierungen umgestellt haben, und betraf bei der Mercedes Mittelklasse den späten W124 und dann den W210 - anders als vielfach behauptet, waren alle Baujahre und alle Produktionsstandorte betroffen.

Das Problem - das übrigens fast alle Hersteller betroffen hat, nicht nur Mercedes - waren Bakterien, die sich in den Grundierungsbädern breitgemacht haben, und deren Ausscheidungsprodukte dazu geführt haben, dass zwischen Grundierung und Blech kein ausreichender Kontakt zustandegekommen ist. Hier muss man Mercedes zugute halten, dass man als einziger Hersteller Ursachenforschung betrieben hat, es wusste nämlich damals wirklich niemand, woher es kam.

Das Bakterienproblem hatte die Eigenart, dass die Autos, die in den ersten Tagen durch ein frisches Bad gewandert sind, quasi überhaupt keine Probleme gehabt haben, während die letzten Exemplare meist unrettbar verloren waren - dazwischen gab es die Rosterei in vielen unterschiedlichen Intensitäten. Viele Autos wurden aufwändig teils mehrmals rostsaniert, wobei die überforderten Werkstätten den Ruf der Autos dann endgültig ramponiert haben. Normale Autolackierereien mussten sich zu der Zeit fast nur noch mit Unfallschadenbeseitigung an neueren rostfreien Autos auseinandersetzen, ich musste selber vor einigen Jahren die erschütternde Tatsache erkennen, dass ein Profi-Lackierer nicht zwangsläufig die Korrosionsschutz-Technologien kennt, die ein Restaurator kennt. Das fehlende Verständnis für Korrosionsschutz hat dann dazu geführt, dass die instandgesetzten Fahrzeuge immer wieder nach kurzer Zeit zu rosten anfingen, und zwar an den gerade erst instandgesetzten Stellen.

Die Kisten, die heute noch in gepflegtem Zustand auf der Straße sind, sind zwischen 18 und 25 Jahren alt, man kann davon ausgehen, dass man heute kaum noch ein Exemplar findet, was damals dieses Problem hatte, und wenn, dann sieht man es ihm offen an - anders als bei älteren Modellen wie dem W123, die von innen nach aussen rosten, und noch eine neuwertige Anmutung haben können, wenn sie im Kern schon endfertig sind. Und die 210er, die heute noch auf der Straße sind, führen sämtliche "früher war alles besser" Philosophien ad absurdum. Ich würde sogar sagen, dass der W210 ( und seine kleineren Kollegen W202, W203 und W208 / W209 ) deshalb so große Schwierigkeiten hat, als Klassiker gesehen zu werden, weil er für seine Zeit so modern und gleichzeitig so solide war. Mein 430iger ist 21 Jahre alt, marschiert auf die 450tkm Laufleistung zu, und fährt sich wie ein mittelalter Gebrauchtwagen. Das hat ohne größere Instandhaltungsarbeiten weder der W124 noch der W123 geschafft, die fuhren dann zwar noch, aber wie ausgeleierte Kaleschen, und speziell vom W123 erreichten viele Exemplare rosttechnisch das zehnte Lebensjahr nicht. Und anders als die W210 waren die dann nicht nur wirtschaftlich fertig, sondern auch technisch nicht mehr zu retten.

Ich würde es halt einfach mal gerne verstehen, wieso die Autos der "guten alten Zeit" als so haltbar in Erinnerung geblieben sind, wenn doch die Realität genau das Gegenteil zeigt. Obsoleszenz ist ein integraler Bestandteil der Industrieproduktion, und nicht erst eine Erfindung der Neuzeit. Die Hersteller haben schon immer dafür gesorgt, dass die Masse der produzierten Autos nicht viel älter wurden, als es der geplante Lebenszyklus vorgegeben hat.

Gruß Frank

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Wednesday, April 1st 2020, 5:02pm

Ich hoffe nur, die Reifen, in denen sich der Pflasterbelag spiegelt, waren nicht mehr die ersten :-) So ein Profil habe ich jedenfalls noch nie bewußt gesehen.


Das müssten Vredestein Snow Classic sein... die gibt es noch speziell für Oldies.


ich musste selber vor einigen Jahren die erschütternde Tatsache erkennen, dass ein Profi-Lackierer nicht zwangsläufig die Korrosionsschutz-Technologien kennt, die ein Restaurator kennt.


Das ist ein alter Huit. Selbst wenn nicht gepfuscht wird, ist eine Karrosseriereparatur oft eine eine Zeitbombe, mein Vater ist vom Karrosserie-Fach und war auch an der Restauration von etlichen NFZ die im Mercedes Museum stehen beteiligt, die was viele nicht wissen, nicht von Daimler selbst gemacht worden sind, sondern hier im Ruhrgebiet. Unterschied zwischen normaler Instandsetzung (Zeitwertgerecht) und einer Restauration mit allen möglichen Maßnahmen zur bestmöglichen Konservierung für eine lange Zeit ist halt der Zeit und Kostenaufwand.

This post has been edited 2 times, last edit by "2245" (Apr 1st 2020, 5:31pm)


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Thursday, April 2nd 2020, 8:57am

Hallo!

Das müssten Vredestein Snow Classic sein... die gibt es noch speziell für Oldies.

Wie ich oben schon geschrieben habe, sind das Vredestein Snow+, das steht ja auch auf der Wand. Der Snow Classic basiert darauf, es wäre auch unüblich auf Gebrauchsfahrzeuge (als nichts anderes wurde der Käfer von der alten Dame genutzt) Classic-Reifen zu montieren, da die viel teurer sind. Außer es ist eine spezielle Größe, die es so nicht mehr gibt. Ich vermute aber die Reifen waren zur Aufnahmezeit des Bilder bereits um die 30 Jahre alt.

Als ich 2007 meinen Kadett gekauft habe, waren da auch Winterreifen von 1980 dabei. Die montierten Sommerreifen waren von 1984. Das Auto wurde noch regelmäßig gefahren, wenn auch nicht viel.
Grüße,
Wayne

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Thursday, April 2nd 2020, 11:42am

Hallo,
die Resi ist zwar ganzjährig mit ihrem Käfer herumgefahren, aber ich habe natürlich nie darauf geachtet, ob sie Reifen wechseln lässt oder welche sie drauf.
Meines Wissens hatte sie aber keine Verwandten, die sich darum gekümmert hätten. Da kann ich mir gut vorstellen, dass sie mit gnadenlos überalterten
Reifen das ganze Jahr gefahren ist!?
Sie hat übrigens mit ihrem Käfer in dem Zweiteiler "Der kalte Himmel" mit Christine Neubauer als Statistin mitgespielt, da der im Jahre 1967 spielte und hier
bei uns gedreht wurde.

Gruß
Hörbie

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Thursday, April 2nd 2020, 12:03pm

Wenn der Käfer in den vergangen Jahrzehnten nie mehr bei Regen bewegt wurde, mag das ja noch angehen. Alte Reifen auf feuchter Straße sind aber ziemlich übel... Ältere Leute lassen allerdings bei schlechtem Wetter gerne das Auto stehen, weil sie es sich nicht mehr zutrauen. Oder sie war verdammt vorsichtig...

Ich hatte auf meinem Gartenanhänger, einem HP400 aus der DDR, bis vor kurzen auch noch die Erstbereifung drauf. Die Dinger waren so steinhart, daß ich erst bemerkt habe, daß ich vermutlich monatelang ohne Luft gefahren war, als ich eine Fuhre Steine abtransportieren wollte. Da waren sie platt - und huch, wo ist denn das Schlauchventil geblieben? Da es mir unmöglich war, 31 Jahre alte, versteinerte Pneumants in 8 Zoll-Größe von den Felgen zu bekommen, habe ich die Rädchen dann zum Reifenfritzen gebracht, der sich für recht kleines Geld um mein Problem kümmerte, beim Abholen aber meinte, einen LKW-Reifen zu montieren ginge leichter... :D

Die neuen Reifchen halten jetzt vermutlich wieder für die nächsten drei Jahrzehnte.
Viele Grüße
Nils

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Thursday, April 2nd 2020, 12:34pm

es wäre auch unüblich auf Gebrauchsfahrzeuge (als nichts anderes wurde der Käfer von der alten Dame genutzt) Classic-Reifen zu montieren, da die viel teurer sind. Außer es ist eine spezielle Größe, die es so nicht mehr gibt. Ich vermute aber die Reifen waren zur Aufnahmezeit des Bilder bereits um die 30 Jahre alt.



Der Vredestein SNOW+/classic ist seit Jahren der einzige erhältliche Wintereifen für den Käfer in Originalgöße. Fährt man also unbedarft zum Reifenhändler und will neue Wintereifen fährt man genau mit diesen SNOW+ Classic Reifen vom Hof.
Die Reifen können theoretisch 30 jahre alt sein, warscheinlich ist das eher nicht.

https://reifen.check24.de/pkw-winterreif…AiAAEgI1d_D_BwE

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Friday, April 3rd 2020, 8:41am

@2245 - das mit dem Korrosionsschutz hat mit zeitwertgerecht nichts zu tun, sondern damit, dass der "gemeine Lackierer" die ganzen Mittel und Methoden als Quatsch abtut, und mit der Meinung durchs Leben geht, dass Rost eh immer wieder durchkommt, wenn er erst einmal da ist. Ich hatte erst neulich wieder so eine Begegnung, wo ich am Ende selber die Vorarbeiten machen musste, weil der ansonsten exzellente Lackierer Rostumwandler für Voodoo-Zauber hält, der eh nichts bringt.

Man kann es auf einen einfachen Punkt bringen - der normale Lackierer versucht, den Rost vor der Lackierung möglichst komplett zu entfernen, was niemals gelingen kann, und der Restaurator akzeptiert, dass er den Rost niemals komplett beseitigen kann, und sorgt dafür, dass der vorhandene Rost keinen weiteren Schaden mehr anrichten kann. Vom Aufwand her unterscheiden sich die Philosophien kaum, nur von den Methoden - und von der Langzeithaltbarkeit. Ich denke, dass kaum noch Autos von vor 1980 vorhanden wären, wenn Rostumwandlung und Rostversiegelung nicht funktionieren würden.

Gruß Frank

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Saturday, April 4th 2020, 12:41pm

(Fast) ausgestorbene französische Kleinwagen:



Renault 5, zweite Generation.



Peugeot 205.

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Saturday, April 4th 2020, 5:15pm

@nick_riviera: Ja, da sagst Du was. Ich würde es auch auf die Karosseriereparateure ausweiten wollen. Wie oft habe ich schon Schweißarbeiten gesehen, die nur deshalb (oft schnell) wieder gegammelt haben, weil sie wirklich NULL versiegelt worden waren. Warum betreibt man den Aufwand, etwas zurechtzudengeln und einzuschweißen, wenn man es dann nicht vernünftig zu Ende bringt? Ich bin (da für Karosseriearbeiten unbegabt und auch etwas schissig, was Flex und Schweißgerät angeht) in unserem Schrauberkollektiv für die Nachbehandlung solcher Stellen zuständig, unser Oberschweißer und -flexer hat nämlich oft keinen Bock darauf, auch wenn er immerhin genau weiß, wie wichtig das ist. Ich kann nun wirklich nicht behaupten, daß das eine große Kunst ist oder großer Mehraufwand (ich gehe eher rustikal daran), man muß nur möglichst alle Stellen erwischen, dann hält das auch (meine Celica ist kein Schönwetterauto und natürlich ist die mehrfach geschweißt worden). Vor jeder HU einmal auf die Bühne, nachschauen und evtl. stellenweise nachbehandeln, dann passiert da nichts mehr.

@timo: Vor allem fast unbemerkt ausgestorben, in den 2000ern gab es die noch sehr häufig zu sehen. Ich denke, in fünf Jahren fotografieren wir hier die ersten Twingos.

Viele Grüße
Nils