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931

Friday, January 6th 2017, 10:24pm

was ist am W124 im Vergleich zu den Nachfolgern "aus dem vollen gefräst" ?
Nun, ich kann natürlich nur aus meinem eigenen Erfahrungsfundus schöpfen.
Meine beiden 124er, ein 300D und ein 300 TD, haben niemals das kleinste Problem gemacht. Der eine hat 524000km, der andere erst 280000km auf der Uhr. Der Kombi ist Baujahr 1992, jeden Tag im Einsatz und nahezu rostfrei.
Ich hatte vorher einige /8er: 200D, 240D, 200, 230.6
Auch die liefen IMMER. Da hatte allerdings der Rost schon eher ein Wörtchen mitzureden.
Mein 200D/W123 war ebenfalls völlig problemlos.
Die 126er von Freunden machen ebenfalls keinerlei Probleme. Lediglich die Lenkgestänge sollte man alle 80.000km tauschen. Das ist der einzige Schwachpunkt dieser Baureihe.

Die Nachfolger:
Ein Freund fuhr einen 210er. Dem brach im zwölften Jahr bei 100 km/h der Vorderwagen herunter. Pures Glück verhinderte einen Unfall. Die Stoßdämpferdome waren durchgebrochen, die Federn standen im Motorraum. Grund: Sparkonstruktion. Passiert bei keinem /8 oder 123 oder 124, obwohl die um ein zigfaches älter sind.

Meines Vaters 211 (Neuwagen) war im ersten Jahr dreizehn Mal ausserplanmäßig in der Werkstatt. Es funktionierte nahezu nichts. Grund: Elektronik-Ausfälle en mas. Auch dies ist bei den genannten Vorgängern nicht möglich, da keine Elektronik vorhanden ist.

Beim 124er wurde auch bei den Zulieferern noch nicht gespart. Die Kombiinstrumente sind von VDO, die Heizungsanlage von Behr, die Schiebedächer von Webasto, die Getriebe von ZF und/oder Getrag.

"Schlecht" fing an mit der ersten C-Klasse, ging dann weiter mit 210, A-Klasse und bis heute so fort. Das was heute aus Stuttgart kommt ist nicht mehr besser (oder schlechter) als alles andere, was an Automobilen auf die Räder gestellt wird.

Die Standzeiten der 124er, 201er oder 126er Baureihen wird kein einziges aktuelles Modell mehr erreichen.

PS: Einen /8 habe ich übrigbehalten. Ein 200 D, erste Serie. Der springt immer an, egal wie lange er gestanden hat. Mit dem kann man zum Brötchenholen fahren oder zum Nordkap. Keiner ist zuverlässiger.

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932

Friday, January 6th 2017, 11:37pm

es ist irgendwie witzig - seit bekannt ist, dass beim W210 die vorderen Federaufnahmen sensibel sind, kennt jeder einen, der einen kennt, bei dem der Vorderwagen des W210 zusammengebrochen ist. Komischerweise kennt aber niemand einen W124-Fahrer, der auf der Straße seine Hinterachse verloren hat, oder einen Fahrer der Baureihen W123 und früher, denen im achten Jahr der Wagen stillgelegt wurde, weil man den Hinterwagen mit Muskelkraft hätte abbrechen können. Es erinnert sich auch niemand mehr an die frühen M102- und M103 - Motoren im W124, die wegen Sparmaßnahmen bei der Nockenwellenhärtung verreckt sind wie die Fliegen, auch der sogenannte Bonanza-Effekt bei den W124 Dieselmotoren, der die Taxifahrerzunft auf die Barrikaden getrieben hat, ist aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Zu den Federn fällt mir nochmal der W123 ein, bei dem die vorderen Federn so bescheuert eingebaut sind, dass sie bei Korrosionseinwirkung brechen können - der Effekt ist dann der selbe wie beim W210, wenn die Federaufnahmen wegbrechen. Die bisher meisten und schlimmsten Elektronikprobleme der Nachkriegsgeschichte hatte der W124, hier sind zahllose Autos durch zerbröselnde Kabelisolierungen abgebrannt oder schwer beschädigt worden, und bei den späteren W126 gibt es ein Zündsteuergerät, das einen mittelprächtigen W126 von jetzt auf gleich in einen wirtschaftlichen Totalschaden verwandeln kann. Wenn man einen wirklich elektronikfreien Benz sucht, muss man bis in die sechziger zurückgehen, der W124 hatte schon eine teilelektronische Einspritzanlage ( KE-Jetronic ), ABS und den ESP-Vorläufer ASR. Auch der bzw. die Airbags wurden elektronisch gesteuert. Die letzten W124 Modelle von 1993 bis 1996 hatten sogar schon teilweise die Bosch Motronic, wo Zündung ( ohne mechanischen Verteiler ) und Einspritzung von einem Steuergerät kontrolliert wurden. Was die Menge an Elektronik angeht, waren späte W124 und frühe W210 ( bis zur kleinen MOPF 1997 ) quasi identisch - mit der Ausnahme, dass es beim W210 keine Kabelbrände mehr gab.

Dem W211 hat man nach den Erfahrungen mit dem Vorgänger von Anfang an einen extrem guten Rostschutz mitgegeben. Die Elektronikprobleme bezogen sich hauptsächlich auf die komische SBC-Bremse. Diese wurde ab Ende 2006 wieder durch eine konventionelle Bremse ersetzt, und die 211er ab dieser großen Modellpflege und die erste Serie der Baureihe W212 sind qualitativ sicher das beste, was Mercedes je gebaut hat. Wenn man einen MOPF 211 von Anfang an gut pflegt, hat man das, was dem W124 immer zugesprochen wird: ein Auto, das bei entsprechender Teileversorgung ewig halten kann.

Der Grund für die verdrehte Einschätzung - die Autos halten immer länger, und trotzdem glauben die Leute, dass früher alles hochwertiger war - liegt in dem veränderten Qualitätsbewusstsein. Wenn man einen W123 lange fahren wollte, kümmerte man sich von Anfang an proaktiv darum, die Schwachstellen zu erkennen und in Ordnung zu halten. Heute fährt man einfach, und wenn die Fuhre nach zwölf Jahren zusammenkracht, meckert man mehr oder weniger öffentlich über Qualitätsmängel, ohne daran zu denken, dass die Autos aus der "guten alten Zeit" das zwölfte Lebensjahr meist gar nicht erlebt haben. Die frühen W210, erkennbar an den Blinkern im Kotflügel statt in den Spiegelgehäusen, sind heute mindestens 17 Jahre alt - schaut mal selber, wie viele davon noch in gutem bis sehr gutem Zustand unterwegs sind, und sogar noch als Nutzesel wie Taxis benutzt werden. Und dann denkt mal an die neunziger Jahre, wie die W123 ausgesehen und sich gefahren haben, die 17 Jahre Alltagseinsatz bei normaler bis mäßiger Pflege hinter sich hatten.

Ich persönlich finde das Bashing der moderneren "Youngtimer" gut und schlecht zugleich. Gut, weil ich für ein Taschengeld Oberklasse fahren kann, schlecht, weil ein Modell, das keine Wertschätzung erfährt, im Alter schwerer zu unterhalten sein wird. An der Panzerschrank S-Klasse W140 kann man gut sehen, was passiert, wenn ein Auto zu spät als Liebhaberfahrzeug entdeckt wird. Noch schlimmer als der W210 ist übrigens die S-Klasse W220 dran - die wird selbst von Liebhabern modernerer Mercedes nicht wahrgenommen, obwohl sie das geilste Fahrgefühl zu bieten hat, was ich bisher erlebt habe. Im Vergleich zum W210 fährt der W124 wie eine Ackerkarre, im Vergleich zum W220 ist der W126 ziemlich ernüchternd.

Nur mal ein wahllos rausgegriffenes Beispiel für den ewig haltbaren W124:




Diesen Schaden hat der Besitzer sicher durch Feuchtigkeit im Innenraum wahrgenommen - sehen tut man sowas beim W124 erst dann, wenn absolut nichts mehr zu retten ist. Die Sacco-Bretter sind mit der ersten MOPF gekommen, nachdem die W124 mit den Gummileisten durch frühen starken Korrosionsbefall ins Gerede gekommen sind. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Gruß Frank

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933

Friday, January 6th 2017, 11:53pm

kennt jeder einen, der einen kennt, bei dem der Vorderwagen des W210 zusammengebrochen ist. Komischerweise kennt aber niemand einen W124-Fahrer, der auf der Straße seine Hinterachse verloren hat, oder einen Fahrer der Baureihen W123 und früher, denen im achten Jahr der Wagen stillgelegt wurde, weil man den Hinterwagen mit Muskelkraft hätte abbrechen können.
Lieber Freund, Du neigtest bereits in anderen Threads dazu, mich indirekt anzugehen. Leute, die nicht Deiner Ansicht sind, werden von Dir hier subtil gedisst. Das mag ich nicht besonders.

Der Mensch (W 210), von dem ich berichte, ist ein Freund von mir und nicht ein Unbekannter, den ich von irgendeinem Hörensagen kenne. Ich habe den Wagen nach dem Unfall selbst gesehen.

Die Tatsache, dass man niemanden kennt, dessen W 124 die Hinterachse verlor bzw. der den 123er besass, der im achten Jahr stillgelegt wurde, liegt möglicherweise daran, dass es diese Vorkommnisse nie gegeben hat. Oder ist das irgendwo nachzulesen?

Ich kann das, was ich gesagt habe, belegen und bezeugen lassen. Ich schreibe von eigenen Erfahrungen.
Wie sieht es bei Dir aus? Nur Sprüche... 8)

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934

Saturday, January 7th 2017, 11:36am

Und dennoch waren es nur kleine Kappen, die gerade mal die Radnabe abdeckten. Was beim gesamten Erscheinungsbild der schrulligen Wägelchens aber gar nicht so übel aussah:

Solche Radkappen gab es zur damaligen Zeit öfters, u.a. auch bei VW und Opel. Siehe z.B. Kadett E und VW Golf II. Sehen m.M. auch oft besser aus als komplette Radkappen.
Die Radkappen der W126-Erstserie, die mir übrigens ebenfalls nicht gefallen, waren übrigends aerodynamisch optimiert und vielleicht deswegen so hässlich, siehe auch hier. Alufelgen waren beim 126er nur beim 560er Serie.

Die 126er von Freunden machen ebenfalls keinerlei Probleme. Lediglich die Lenkgestänge sollte man alle 80.000km tauschen. Das ist der einzige Schwachpunkt dieser Baureihe.

Naja, das stimmt so nicht. Der 126er hat zahlreiche Schwachstellen die extrem ins Geld gehen. Die zwei Hauptschwachstellen der Karosserie sind der Heckscheibenrahmen und die Konsolen der Bremsabstützung, die beide sehr rostempfindlich sind und bei fast allen heute billig angebotenen 126ern durch sind. Wenn man es nicht selbst macht kostet die Reperatur jeweils eine vierstellige Summe. Die Wagenheberaufnahmen sind ebenfalls sehr korrosionsfreudig, sowie auch der Wasserkasten. Letzteres stellt man erst fest, wenn es im Auto schwimmt und bereits zu spät ist. Die Liste kann man noch ewig weiterführen, da ich schon viele Schwachstellen des 126er selbst gesehen und beseitigt habe. Die Schiebedachmechanik ist bei 126er und 124er grundsätzlich gleich und durch brechende Hubwinkel gekennzeichnet. Das ist auch bei meinem so. Ich schiebe die Reperatur aber vor mir her, da das Schiebedachzerlegen eine riesen Mistarbeit ist. Ich beschränke mich daher darauf, das Schiebedach nur zu schieben und nicht mehr aufzustellen.

Der 126er war und ist eine S-Klasse und wird auch von den Unterhaltskosten immer oberklassig bleiben. Das muss man wissen, wenn man sich einen zulegt. Ich fahre ihn auch nicht, weil ich ihn für das Über-Auto halte, sondern weil er mir besonders gut gefällt und die Geschichte dazu. Mit den Marotten muss man dann eben leben.

Die bisher meisten und schlimmsten Elektronikprobleme der Nachkriegsgeschichte hatte der W124, hier sind zahllose Autos durch zerbröselnde Kabelisolierungen abgebrannt oder schwer beschädigt worden, und bei den späteren W126 gibt es ein Zündsteuergerät, das einen mittelprächtigen W126 von jetzt auf gleich in einen wirtschaftlichen Totalschaden verwandeln kann. Wenn man einen wirklich elektronikfreien Benz sucht, muss man bis in die sechziger zurückgehen, der W124 hatte schon eine teilelektronische Einspritzanlage ( KE-Jetronic ), ABS und den ESP-Vorläufer ASR. Auch der bzw. die Airbags wurden elektronisch gesteuert.

Das Kabelbaumproblem betrifft aber nur die Modelle mit den Motoren M104 und M119. Die Kabelbäume wurden damals mit (angeblich) biologisch verträglichen Weichmachern in der Isolierung für den W140 hergestellt. Ist deshalb eine Achillesferse des W140 und betifft daher immer auch die Motoren des W140, die auch in anderen Baureihen eingesetzt wurden (wie auch R129).

Das Zündsteuergerät haben übrigens alle 126er und ist gleicherimaßen über die Baujahre fehleranfällig. Nur ab 9/87 wurden die V8 mit der AKR (Antiklopfregelung) ausgestattet, was die Steuergeräte im Ersatzteilpreis etwa doppelt so teuer macht. Er liegt bei etwa 750 EUR.

Die Airbags sind im Alter ebenfalls ein Problem, da in den Steuergeräten eine Batterie eingebaut ist, die das Auslösen der Airbags und Gurtstraffer auch bei Unterbrechung der Versorgungsspannung gewährleisten soll. Die Batterie verliert mit der Zeit an Kapazität und irgendwann meldet das Steuergerät einen Fehler. Eine Reparatur ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich, sondern nur ein Austausch. Sehr kostspielig, betrifft aber auch alle anderen MB mit diesem Airbagsystem (123, 124, 201) und auch alle dieser Baureihen, die keinen Airbag haben und ab Mitte 1984 hergestellt wurden. Die haben nämlich alle die Gurtstraffer und ebenfalls dieses Steuergerät. Da es aber hier die Airbag-Leuchte im KI nicht gibt, wird ein Fehler nie auffallen, auch nicht beim TÜV, nur eben im Falle eines Unfalls.

An der Panzerschrank S-Klasse W140 kann man gut sehen, was passiert, wenn ein Auto zu spät als Liebhaberfahrzeug entdeckt wird. Noch schlimmer als der W210 ist übrigens die S-Klasse W220 dran - die wird selbst von Liebhabern modernerer Mercedes nicht wahrgenommen, obwohl sie das geilste Fahrgefühl zu bieten hat, was ich bisher erlebt habe. Im Vergleich zum W210 fährt der W124 wie eine Ackerkarre, im Vergleich zum W220 ist der W126 ziemlich ernüchternd.

Die Zeit für den W140 und W220 ist noch nicht gekommen, selbst für den 126er noch nicht. Sie kommt aber noch, wenn irgendwann die Vorurteile vergessen sind. Beim 126er ist es, gerade beim SEC, die "Schlampenschleuder" (muss ich mir als SE-Fahrer aber auch noch oft anhören), beim W140 die "Protzkarre" und beim W220 eben allgemein die Qualität der Baureihen zu dieser Zeit, ob jetzt berechtigt oder nicht.

Was die Schwachstellen des 124ers angeht, kann man sich das mal durchlesen: Kaufberatung W124

Dem W211 hat man nach den Erfahrungen mit dem Vorgänger von Anfang an einen extrem guten Rostschutz mitgegeben. Die Elektronikprobleme bezogen sich hauptsächlich auf die komische SBC-Bremse.

Die SBC-Bremse hat das Problem dass sie Bremszyklen zählt. Der Motor für die Hydraulikpumpe ist ein Kohleläufer (wie bei Teac, hihi) und unterliegt daher Verschleiß. Um einen verschleißbedingten Ausfall der Bremse zu verhindern, werden Zyklen gezählt und ab einem gewissen Wert ein Fehler gemeldet. Die komplette SBC-Einheit muss dann ausgetauscht werden, Teilekosten etwa 1400 EUR. Mehr zur SBC-Bremse hier (bezieht sich auf den R230).
Ebenfalls für Elektronikprobleme sorgen beim 211 die Motoren mit Nockenwellenverstellung. Der Nockenwellenaktuator hat eine Ölundichtigkeit und durch die Kapillarwirkung zwischen Leitung und Isolierung zieht sich das Öl durch den kompletten Kabelbaum bis ins Steuergerät, dass dann absäuft. Betrifft auch manche Automatikgetriebe. Hier gibt es jedoch mittlerweile Zwischenstecker mit "Öl-Stopper".
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.

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935

Saturday, January 7th 2017, 1:18pm

rostempfindlich
Ich schreibe von den werkseitig eingebauten Schwachstellen.;)
Dass unsere Altbenze, die nahezu ausnahmslos mindestens im dritten, eher im vierten Lebensjahrzehnt stehen, von der braunene Pest befallen sind, bedingt sich von selbst. Wenn es um diese Art von "Schwachstellen" geht, dann wäre die Liste für den /8 sehr lang und auch der 124 hat Bereiche, wo sich der Rost eher in den Wagen beisst, als anderswo.
Mir ging es mehr um die Frage der konstruktiv gemachten Fehler ab Werk. Und da gibt es dann doch nicht wirklich überragend viele, wenn man bedenkt, dass ein Neuwagen nicht dafür konzipiert war, Jahrzehnte auf der Strasse zu verbringen... 8)

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936

Saturday, January 7th 2017, 6:50pm

Hallo!

Zurück zum ursprünglichen Thema, den Autos, die man nicht jeden Tag...

Heute in Hämelerwald gesichtet:



Gruß
Wolfgang

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937

Tuesday, January 31st 2017, 8:45am

Hallo!

Paßt zwar nicht haarscharf zum Thema. Möchte ich Euch aber nicht vorenthalten.

Gestern fand ich auf der Seite "Aktuelles" des MVC v. D. ein Füllhorn
alter Auto-Filmchen. Ich habe mir zwar nur einen (aus Zeitgründen)
angesehen. Aber ich habe schallend gelacht, ob der unfreiwilligen
Komik.

Wie Ihr dahin kommst, beschreibe ich wie folgt:
1) Aufruf der Hauptseite des MVC: http://www.mvconline.de/
2) links das rote "Aktuelles" anklicken, warten bis Seit eerscheint, dann
3) das Bild "Down the gasoline trail" anklicken.
4) Es erscheint der gesamte Beitrag. Auf das orange "Oldie-Movies" klicken,
dann erscheint eine lange Liste von Filmchen.
5) Hinunterscrollen bis zum Film " Driving in New York City in 1928 (Don't Miss This!) ",
und dort auf das Filmprojektor-Symbol klicken. Weil, den Film empfehle ich als Einstieg.
Nun zurücklehnen und sich überraschen lassen (Pferdeomnibus!)...

Vorsicht - kann süchtig machen. Beleidigen Sie Ihren Arzt, oder verkloppen Sie Ihren Apotheker...

Viele Grüße
Wolfgang

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938

Sunday, February 12th 2017, 2:04pm

nochmal ein Link zum Thema W124, der ja hier in diesem Thread als Über-Mercedes und letzter echter Benz gehandelt wird:

http://www.motor-talk.de/news/und-taegli…l-t5936156.html

Und dieses Exemplar sieht noch vergleichsweise gut aus, da habe ich bei meinem W124 Schrauber schon wesentlich schlimmere Gurken gesehen. Allen gemein ist aber, dass sie vor Beginn der Arbeiten aussehen und fahren wie junge Gebrauchte - bis dann die Hinterachse wegfliegt, oder im Zuge einer Reparatur ein Saccobrett abgenommen werden muss. Es ist mir ein Rätsel, wieso der harte W124 Fan bis heute nicht wahrhaben will, welchen Sinn diese hässlichen Kunststoff-Planken wirklich haben, nämlich, den Gammel zu verstecken, der bei den frühen W124igern zu früh sichtbar wurde.

In gewisser Weise stimmt das dann sogar mit dem letzten echten Benz - einen echten Benz hat bis dahin nämlich immer ausgezeichnet, dass er im Verborgenen so lange gammelt, bis kaum noch was zu retten ist. Diese Disziplin wurde beim W124 wirklich zur Kunst erhoben. Beim Nachfolger W210 wird der Rost früher sichtbar, kann aber dann leichter beseitigt werden. Beim W211 taucht Rost kaum noch auf und beim W212 überhaupt nicht mehr - selbst zehn Jahre alte W211 Taxen haben nur dann Korrosion, wenn sie schon mal einen Unfall hatten.

Gruß Frank

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939

Sunday, February 12th 2017, 7:01pm

- bis dann die Hinterachse wegfliegt...
...welchen Sinn diese hässlichen Kunststoff-Planken wirklich haben, nämlich, den Gammel zu verstecken, der bei den frühen W124igern zu früh sichtbar wurde.

einen echten Benz hat bis dahin nämlich immer ausgezeichnet, dass er im Verborgenen so lange gammelt, bis kaum noch was zu retten ist. Diese Disziplin wurde beim W124 wirklich zur Kunst erhoben.

Lieber Frank!
Dadurch dass man Unfug immer und immer wieder überholt, wird er nicht richtiger. :D

Und nun bitte wieder zum Thema, gell... 8)

Gruss Maddin

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940

Sunday, February 12th 2017, 7:14pm

Zur Besänftigung aller Beteiligen noch ein garantiert gammelfreier Benz mit schönen Radkappen, letztens unpassenderweise auf dem Hof eines Saab- und Subaru-Händlers in Neuss fotografiert:


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941

Sunday, February 12th 2017, 7:29pm

garantiert gammelfreier Benz
Das ist ein 108er. Sehr hübsch.
Nicht das Werk ,sondern die Besitzer sind der Feind des Mercedes... ;)
Ich sah schon "restaurierte" /8er, die auf den ersten Blick so schön daherglänzten wie das gezeigte Modell.
Bei genauerem Hinsehen zeigte sich dann z.B. ein ursprünglich erbswurstsuppengrüner Unfallwagen, der notdürftigst wieder zurechtgedengelt war. Die Spaltmaße waren katastrophal aufgrund des Karosserieverzuges durch den Frontalcrash. Die recht hochwertige Überlackierung mit Originallack machte den Blender zunächst zum Hingucker.
Also immer Aufpassen beim Oldie-Kauf... 8)

PS: Das oben bezeichnete Unfall-Fahrzeug bekam sogar TÜV und H-Abnahme bei einem KfZ-Sachverständigen. Wohlgemerkt: NACH dem Unfall. Alles ist möglich...

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942

Sunday, February 12th 2017, 7:33pm

erbswurstsuppengrüner


Wobei ich der Farbe, wenn ich die richtige vor Augen habe, sogar so einen gewissen 70er-Jahre-Alltagschic abgewinnen kann.

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943

Sunday, February 12th 2017, 9:52pm

- bis dann die Hinterachse wegfliegt...
...welchen Sinn diese hässlichen Kunststoff-Planken wirklich haben, nämlich, den Gammel zu verstecken, der bei den frühen W124igern zu früh sichtbar wurde.

einen echten Benz hat bis dahin nämlich immer ausgezeichnet, dass er im Verborgenen so lange gammelt, bis kaum noch was zu retten ist. Diese Disziplin wurde beim W124 wirklich zur Kunst erhoben.

Lieber Frank!
Dadurch dass man Unfug immer und immer wieder überholt, wird er nicht richtiger. :D

Und nun bitte wieder zum Thema, gell... 8)

Gruss Maddin
zeig mir einen einzigen Alltags-W124, der ohne größere Sanierungsarbeiten bis heute rostarm geblieben ist, und ich gebe für immer Ruhe, versprochen - aber bitte auch mit Fotos ohne Plastikabdeckungen und von unten, gell 8) .

Gruß Frank

944

Sunday, February 12th 2017, 10:21pm

Da ich als Erstbesitzer eines der Letzten 124er T-Modelle besitze kann ich nur sagen, es gibt keine. Mein 124er hat(te) mittlerweile nahezu mit allen bekannten Problemstellen zu kämpfen, inklusive Motorkabelbaum. So ein Dingen zu fahren hat nichts mit Vernunft zu tun, das ist wie das Tonbandhobby reine Liebhaberei.

Gruß Ulrich

This post has been edited 1 times, last edit by "uk64" (Feb 12th 2017, 10:51pm)


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945

Monday, February 13th 2017, 8:41am

zeig mir einen einzigen Alltags-W124, der ohne größere Sanierungsarbeiten bis heute rostarm geblieben ist, und ich gebe für immer Ruhe, versprochen
Meinen. Nicht rostfrei. Nach 24 Jahren (!) ohne jegliche Rostpflege oder Schweißarbeit kann das niemand erwarten. Aber "rostarm". Fotos: Nein. Guckstu selber... :D
Generell möchte ich hier mal anmerken: Wir reden hier von Autos, die nunmehr seit über 21 Jahren im täglichen Einsatz geschunden werden. Natürlich gibt es auch welche, denen besonders übel mitgespielt wurde. Dies ind dann früher "fertig", als andere. Das hat weniger mit einer Baureihe zu tun als vielmehr mit den jeweiligen Umständen.
Wer da glaubt, komplett rostfreie "Neuwagen" erwarten zu können, der glaubt auch an einen viereckigen Mond. :D
Mein 124er hat(te) mittlerweile nahezu mit allen bekannten Problemstellen zu kämpfen
Wie ich oben bereits schrieb, ist nicht das Auto das Problem. sondern der oder die (Vor-) Besitzer. Das gilt generell. Die meist astronomischen Laufleistungen in Verbindung mit häufigen Besitzerwechseln in Verbindung mit -spätestens ab dem dritten Besitzer- Null-Pflege führen nicht zur Verbesserung des Wagens. Daher sollte die Suche nach feinen Erst- oder Zweithandautos aus gepflegter (Rentner-) Hand gelten.
Kauft man einen solchen, hat das Fahren eines solchen Wagens sehr wohl etwas mit Vernunft zu tun. Denn ausser den Steuern und der Versicherung (unde dem Sprit natürlich) fallen praktisch fast keine Kosten an.
Ich bin nie preisgünstiger und gleichtzeitig komfortabler Auto gefahren als mit meinen 124ern.
Aber wenn man natürlich Neuwagen-Ansprüche an mittlerweile mindestens 21 Jahre alte Autos stellt - dann - ja dann könnte es in der Tat schwierig werden. 8)

Solche Ausreisser nach oben sind selten, aber man kann sie finden:
Erbstwurstsuppengrün:
http://www.classicway.de/elem_pics/Kaledoniengruen__576.jpg

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946

Monday, February 13th 2017, 10:38am



Fast ausgestorben.

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947

Wednesday, February 15th 2017, 9:57pm

Bei den milden Temperaturen werden offenbar gerade die ersten Oldies wieder aus der Garage geholt.



Den Hersteller meine ich anhand des Logos erkannt zu haben, eine Modellbezeichnung stand allerdings nicht rauf. Ich überlasse den Experten den Vortritt. :)

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948

Thursday, February 16th 2017, 7:43am

Hallo Timo,

das müsste ein 1980er oder '81er Chevrolet Malibu Sedan sein.
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.

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949

Thursday, February 16th 2017, 11:42am

Chevrolet Malibu Sedan


Hallo Wayne,

passt so, denke ich.

https://de.wikipedia.org/wiki/Chevrolet_…4-dr_maroon.jpg

Gruß,
Timo

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950

Saturday, February 18th 2017, 10:06pm

Gruß Ulf

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951

Sunday, February 19th 2017, 12:23am

Ein Edsel.
Einer der größten Flops in der amerikanischen Automobil-Geschichte.

Gruß
Thomas
Manche Tonträger werden mit jedem Ton träger.

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952

Sunday, February 19th 2017, 5:49pm

Ein Edsel.
Einer der größten Flops in der amerikanischen Automobil-Geschichte.


Da zeigt sich mal wieder das unvergleichliche Talent von Ford (beiderseits des Atlantiks), eigentlich gelungene Auto-Entwürfe mit wenigen Details zu versauen. Was hier das Riesen-Fischmaul ist, waren später beim letzten Scorpio die Glubschaugen. :(

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953

Sunday, February 19th 2017, 10:41pm

Der Edsel war aber nicht wegen dem Design ein Flop, sondern wegen der miserablen Fertigungsqualität. Gegenüber dem Scorpio mit den Glubschaugen sieht der Edsel doch ganz akzeptabel aus, aber die Geschmäcker sind halt verschieden.

MfG, bitbrain2101

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954

Monday, February 20th 2017, 10:04am

Hallo!

"Fischmaul"??????

Die damaligen (hinter vorgehaltener Hand) Assoziationen gingen da in eine ganz andere Richtung...

Seit mindestens 30 Jahren sind EDSEL-Modelle bei Sammler sehr gesucht. Was damals keiner haben
wollte, und darum geringe Verkaufszahlen hatte, verschwand in den Weiten großer AMI-Schrottplätze
ziemlich schnell von der Verkehrsbühne. Das führte dann Jahrzehnte später zu Begehrlichkeiten.
So ist dem damaligen Flop letztendlich noch etwas Positives abgewonnen worden...

Gruß
Wolfgang

PS.:
M. E. ist der FORD Scorpio eine "wahre Schönheit" im Vergleich zum FIAT Multipla - oder anderen Mißgeburten
kranker Designer (wir wollen nicht wissen, was da jeweils im Pfeifchen geraucht wurde)...

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955

Tuesday, February 28th 2017, 6:05pm

ich fand den Scorpio gar nicht wegen seiner Mickymaus-Nase hässlich. Was mich viel mehr gestört hat, war die unproportionierte Limousinenform, bei der man das Gefühl hatte, Vorderwagen, Mittelteil und Heck stammen von drei verschiedenen Autos. Als Tournier sah er richtig gut aus, und war vom Fahrverhalten nah bei Mercedes. Ich weiß nicht, warum die beiden europäischen Ami-Ableger die obere Mittelklasse irgendwann komplett aufgegeben und sich stattdessen vollständig dem brutalen Kampf in der Kompaktwagenklasse ausgeliefert haben. Wohin das führt, kann man aktuell bei Opel bewundern, auch die haben den Omega einfach weggeworfen, obwohl sie ihn nur qualitativ hätten aufwerten müssen.

Gruß Frank

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956

Tuesday, February 28th 2017, 10:08pm

Wohin das führt, kann man aktuell bei Opel bewundern, auch die haben den Omega einfach weggeworfen, obwohl sie ihn nur qualitativ hätten aufwerten müssen.


Das bezweifele ich. Wer in Europa ein Auto dieser Klasse fährt, möchte inzwischen auch Prestige, und das haben Ford und Opel nicht (mehr). Daß beispielsweise Lexus sich trotz unbestritten guter Autos und vergleichsweise günstiger Preise hier nie wirklich durchsetzen konnte, spricht doch diesbezüglich Bände.

Vielleicht hätte es was werden können, wenn man zehn oder fünfzehn Jahre früher was für das Markenimage getan hätte (hat bei Audi ja auch geklappt), aber zu Zeiten der letzten Omega und Scorpio war der Zug längst abgefahren.

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957

Wednesday, March 1st 2017, 10:15am

das Markenimage
Das Markenimage von Opel war über Jahrzehnte
"Opel, der Zuverlässige"

Das galt bis Mitte/Ende der 70er Jahre vollumfänglich. Die Motoren entsprachen der Zeit in Leistung und Komfort, waren überdurchschnittlich langlebig und wenig anfällig. Die Verarbeitung der Karosserien war zwar zeittypisch rostanfällig, aber ansonsten erstklassig. Wenig Spielereien in Technik und Elektrik machten diese Opels zu günstigen und guten Wagen.
Der Übergang zwischen folgenden Modellen brachte eine Zäsur:
Kadett C --> D
Rekord E--> Omega A
Ascona B--> C

Der D-Kadett zB war ein übles Machwerk. Zwar der erste Fronttriebler, "begeisterte" er jedoch durch:
-äußerst schlechte Verarbeitungsqualität
-schlechte Materialien - auch im Innenraum
-frühen Nockenwellenschäden (Motor 1300)
-Rost nach 5 Jahren
Der Unterschied zwischen C- und D-Kadett war einer zwischen Tag und Nacht.

Hier begann der Abstieg der Marke Opel in Deutschland - verschuldet durch von oben verordnete Sparzwänge des Mutterhauses GM. Und bis heute hat Opel sich davon nicht wieder erholt. Die Verkaufszahlen des Kadett/Astra (früher immer zweiter hinter dem Golf) sind damit nicht mehr vergleichbar.

Mich hat das immer geärgert, denn Opel kann deutlich mehr. Meine C-Kadetten und mein B-Ascona waren einfach klasse. Mein D-Kadett und der Corsa A hingegen waren echter Ramsch.

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958

Wednesday, March 1st 2017, 11:16am


Der Übergang zwischen folgenden Modellen brachte eine Zäsur:
Kadett C --> D
Rekord E--> Omega A
Ascona B--> C


Im Falle von Kadett und Omega waren es vor allem Probleme in den ersten Baujahren, die späteren waren qualitativ wieder OK. Beim Ascona C ist mir gar nichts von Qualitätsproblemen bekannt (was aber nichts heißen muss).

Tatsache ist aber, daß Opel in den 1980er und frühen 1990er Jahren immer wieder durch Qualitätsprobleme nach dem Serienanlauf neuer Modelle aufgefallen ist, daß die Haptik und der subjektive Qualitätseindruck teilweise nicht mehr zeitgemäß waren, und daß es keine Innovationen wie die Quattro-Technik oder die Vollverzinkung bei Audi gab, die für eine positive Wahrnehmung der Marke gesorgt haben. Das sind einfach keine guten Voraussetzungen, wenn man in der gehobenen Mittelklasse mitmischen will. Ich glaube, daß letztendlich das eine Menge dazu beigetragen hat, daß die Omega-Baureihe sich immer schlechter verkauft hat und letztendlich aufgegeben wurde.

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959

Wednesday, March 1st 2017, 12:47pm

Zum Omega kann ich nur folgendes anmerken:

Ich wollte mir vor noch nicht so lange vergangener Zeit einen heckgetriebenen Alltagswagen zulegen. Da hatte ich auch einen der letzten Omega B im Auge. Nach dem Facelift 1999 gefiel mir der Wagen recht gut (vorher aber nicht besonders) und mittlerweile sind die günstig zu haben und es gibt noch einige gepfelgte Rentnerautos mit wenig Laufleistung und Korrossion. Wunschmodell wäre eine 3.2 Executive Limousine gewesen. Was mich dann vom Kauf abgehalten hat: Zahnriemenwechselintervall beim Y32SE-Motor alle 60000km und ATF-Wechselintervall beim AR35-Getriebe alle 30000km*.
Das ist für ein Auto, das m.E. auch für Vielfahrer gedacht ist, inaktzeptabel.

*Beim AR35-Getriebe, dass an den Y32SE geschraubt wurde, ist der ATF-Wechselintervall durch andere Lamellenkupplungen eigentlich abgeschafft worden. Mercedes hat ja auch mal "Lebensdauerfüllungen" für seine Automatikgetriebe eingeführt. Bei beiden Herstellern kam es dann darum zu Fehlfunktionen oder Schäden an den Getrieben bei höherer Laufleistung. Deswegen wird heute empfohlen, bei Automatikgetrieben ohne Wartungsintervall trotzdem die ursprünglichen Wechselintervalle für Filter und ATF einzuhalten.

Hier gibt es übrigens detaillierte Informationen zu Omega A und Omega B.
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.

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960

Sunday, March 5th 2017, 12:22pm

als Mercedes W210 Fahrer kenne ich das Problem mit den Automatikgetrieben gut. Was die Sache besonders blöd macht - weil der Hersteller ja keinen Wechsel vorgesehen hat, sind die Getriebe auch nicht für einfachen Ölwechsel konstruiert. Bei den frühen W210 gibt es z.B. keine Ablass-Schraube am Wandler, so dass immer eine größere Restmenge des Altöls im Getriebe zurückbleibt. Es gibt seit längerem eine Methode, die Getriebe mit Öl zu spülen, um das unerreichbare Altöl rauszudrücken, nur verdoppelt dies den Preis, den man für den normalen Ölwechsel zahlen muss. Später hat man dann die Ablassschraube vorgesehen, und es war ein einmaliger Wechsel bei 60tkm vorgeschrieben, aber auch hier sollte man den Ölwechsel alle 60tkm wiederholen. Hält man sich einigermaßen an die Intervalle, überlebt das Getriebe das Auto, tut man es nicht, kann es schon bei weniger als 100tkm den Geist aufgeben.

Weshalb ich die Geschichte des Opel Omega so schade finde. ist, dass der Omega wie auch der Mercedes W210 die letzten Autos waren, die einfach nur spießige komfortable Langstreckenautos sein durften, mit hervorragenden Fahrleistungen aber ohne jeden Anflug von Sportlichkeit und aufdringlichem Bling bling. Diese Autos, die zuerst langweilig wirken, und deren Wert man erst entdeckt, wenn man sie jeden Tag um sich hat, die gibt es heute nicht mehr. Hätte ich nicht in meinem Umfeld so viele Katastrophen mit der Omega Qualität mitbekommen, wäre ich wahrscheinlich damals zum Opel Fahrer geworden.

Gruß Frank

@maddin2 - was mich jetzt wundert, ist, dass Du den Kadett D als Zäsur siehst. Nach meinen Erinnerungen war der Kadett D bis auf einige Kinderkrankheiten ein sehr solides Auto, deutlich besser als der VW Golf, der damals rostmäßig oft den ersten TÜV nicht geschafft hat. Mir ist erst der Kadett E so richtig als qualitativer Niedergang aufgefallen, bei dem man die Probleme auch während der Laufzeit nicht in den Griff bekommen hat.