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Sonntag, 24. Juli 2016, 21:53

Kirmes-Beschallung

Im Moment ist Kirmessaison, und als an Audiotechnik (nicht nur HiFi) interessierter Mensch gucke ich mir natürlich auch öfter mal die ELA-Anlagen der Schausteller (oder sagen wir mal: den sichtbaren Teil davon) genauer an.

Bei den Lautsprechern kommt vereinzelt Großserientechnik von Bose oder eher preiswerten Marken wie McCrypt zum Einsatz, aber es dominieren Boxen, die eher nach speziell für den Einsatz an Fahrgeschäften und Kirmesbuden hergestellter Kleinserie aussehen. Leider tragen viele kein Typenschild und keinen Markennamen, aber trotz der zahlreichen unterschiedlichen Bauformen hatte ich aufgrund von Gemeinsamkeiten bei der Bauweise immer den Vedacht, daß vieles der Lautsprechersysteme von einem einzigen Hersteller stammen.

Auffallend ist zum Beispiel eine in einem schmalen Holzrahmen eingefasste Metallvergitterung an der Front mit rautenförmigem Muster, die entfernt an alte Heizungsgitter erinnert, offene Kreuzschrauben vorne und hinten, oft eine beige-weiße Lackierung und die schon erwähnte Abwesenheit jeglicher Herstellerangaben.

Einer der üblichen "Quader" für den Mittel-Hochtonbereich:


Gleicher Einsatzbereich (vermute ich), aber etwas extravagantere Formgebung:


Dreiecksstrahler, vermutlich ebenfalls Mittlhochton:


Rundstrahler, mal buchstäblich...




... mal n-eckig:



Oder auch halbrund:


Stattlicher dreiteiliger Boxenturm im Autoscooter (vier mal vorhanden):



Mittelhochton-Box (ähnlich der ersten) auf Bassmodul von vorne:



... und von hinten:



Als ich im Internet mal aus Neugier etwas recherchiert habe, stieß ich auf die Firma Wilfried Kort Elektronik in Ratzeburg, die wohl eine langjährige Größe bei Schausteller-ELA ist. Und mit der Google-Bildersuche fand ich auch gleich einige Fotos von entsprechenden Lautsprechersystemen, die optisch genau zu den gezeigten passen. Die Annahme ist also nicht abwegig, daß alle (oder zumindest die meisten) der gezeigten Lautsprecher von Kort stammen.

Neben Lautsprechern fertigt Kort auch Verstärker und Mischpulte für Schausteller, die leider für Besucher aber kaum zu fotografieren sind. Bei Interesse hilft aber Google (Suchbegriff z.B. „Kort Stamix“).

Ebenfalls beliebt bei Schaustellern ist offenbar eine andere Firma, die einem die Identifikation ihrer Lautsprecher deutlich leichter macht, indem sie immer ein Blechschildchen mit dem Markennamen anbringt: Uhlenbrock in Ostercappeln bei Osnabrück. Auffälliges Merkmal ist, daß die Lautsprechergehäuse nicht aus Holz, sondern aus Aluminium bestehen.





Bassmodul von Uhlenbrock und Hoch-Mittelton-Box von (vermutlich) Kort friedlich vereint:



Die Firma hat (anders als Kort) auch einen Webauftritt, der sogar die Preise für die Gerätschaften nennt.

http://uhlenbrock-sound.de/

Und da war ich einigermaßen erstaunt, denn die kamen mir (auch wenn man berücksichtigt, daß sie ohne MwSt angegeben sind) angesichts der Tatsache, daß hier professionelle Qualität in Kleinstserie und Handarbeit gefertigt wird, überraschend gemäßigt vor.

Hierzulande deutlich seltener anzutreffen: Hofman Sound Systems aus den Niederlanden…



… und Bell aus Bad Kreuznach:



Beides sieht deutlich mehr nach industrieller Fertigung aus als die beiden ersterwähnten.

Ein Markenname, den man bis vor ein paar Jahren noch regelmäßig sah, der aber selten geworden ist, ist Zeck. Die Firma existiert wohl in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr.

Vielleicht liest ja jemand mit, der Erfahrung auf dem ELA-Gebiet hat und noch Informationen beisteuern kann. Ich finde das Thema interessant.

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Sonntag, 24. Juli 2016, 23:50

Hallo Timo,

allzu viele Informationen kann ich zu Deinem Beitrag nicht beisteuern. Zeck, ein wohl ehemals deutscher Hersteller von PA, ELA und Diskotheken-Beschallung ist m.W. tatsächlich Geschichte. (http://www.sam-audio.de/zeck/) Bell ist m.W. keine deutsche Marke auch wenn es einen Bell Audio Store in Bad Kreuznach gibt. Ich besitze selbst eine Bell Endstufe älteren Baujahres (...90er Jahre) die aber Made in Japan ist, wenn ich mich nicht ganz täusche (ich müsste sie mal hervor kramen... ...was man nicht alles so hat... :wacko: ).
Bei den Recherchen über die Hersteller der Beschallungen für sogen. Schausteller darf man m.E. nicht vergessen, dass viele dieser Betriebe über mehrere Generationen betrieben werden. Dies und der Umstand, dass sich heutzutage in den meisten Fällen nur noch sehr hart das Brot in diesem Gewerbe verdienen lässt, bedingt, dass möglichst viel des Equipments längstmöglich genutzt wird. Da sich am "kinetischen Gerät" (= dem Fahrgeschäft) aus Sicherheitsgründen aber nun mal nicht sparen lässt (das Zeugs also mit den Jahren erneuert werden muß), werden zumindest Lautsprecher und ähnl. Geraffel möglichst lange verwendet. Es ist also nicht auszuschliessen, dass man bei einem Fahrgeschäft Beschallungsanlagen aus den 70ern findet, ggf. sogar noch älter.
Soweit mein Senf zu Kettenkarussell, Autoscooter und Achterbahn...

Gruß
P.
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Montag, 25. Juli 2016, 17:12

Hallo Peter,

was es mit Bell auf sich hat, würde mich interessieren. Der Name lässt in der Tat nicht unbedingt auf einen deutschen Hersteller schließen, aber auf der Homepage heißt es, Bad Kreuznach sei der Stammsitz, und bei den Lautsprecherboxen steht zumindest teilweise, daß sie "Made in Germany" sind. Daß sie früher auch Verstärker japanischen Ursprungs vertrieben haben, widerspricht dem ja nicht unbedingt.

Daß viele der Schausteller-Lautsprecherboxen schon sehr betagt sind, glaube ich auch. Vor allem für die Produkte von Kort scheint es auch einen lebhaften Gebrauchtmarkt zu geben, z.B. auf schausteller.de. Möglicherweise werden auch an neuen Fahrgeschäften Lautsprecher eingesetzt, die schon durch mehrere Hände gegangen sind.

Gruß,
Timo

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Dienstag, 26. Juli 2016, 09:03

Timo,

es gab einen amerikanischen Hersteller BELL (benannt nach Floyd W. Bell, der bereits in den 30er Jahren des verg. Jahrhunderts Audio-Geräte herstellte). Dass Bell im Laufe der Zeit, wie eigentlich fast alle amerikanischen Audiohersteller, in Japan produzierten, darf als wahrscheinlich gelten. Das deutsche Unternehmen mit Namen Bell ist in der Tat in Bad Kreuznach (1972) gegründet worden, hatte aber von Anbeginn an PA und Beschallungstechnik auf der Arbeitskarte. Ob es da zwischen Beiden eine Art Verwandschaft (oder der vorangegangene Namens-Erwerb) gibt, bleibt nachzuprüfende Geschichte. Vielleicht hat aber auch das eine nichts mit dem anderen zu tun.
Gruß
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Dienstag, 26. Juli 2016, 19:14

Ein sehr schöner Bericht, Timo !!!

kann leider nichts wissenswertes beisteuern, aber habe den Bericht von Timo aufmerksam gelesen. Super ! mal was anderes.
Mehr davon, bitte. :thumbup:

LG

Konrad
du hörst mit deinen Ohren, also vertrau deinen Ohren mehr als den Messwerten

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Montag, 29. August 2016, 21:05

Neben Lautsprechern fertigt Kort auch Verstärker und Mischpulte für Schausteller, die leider für Besucher aber kaum zu fotografieren sind. Bei Interesse hilft aber Google (Suchbegriff z.B. „Kort Stamix“).


Auf der Schützenfest-Kirmes in Neuss war heute ein Schausteller so nett, seine Gerätschaften gut sichtbar aufzustellen:



Mischverstärker Kort Stamix 18 plus "Automatische Klangregelung" mit Programmen für Pop und Oldies. :)

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Sonntag, 7. Mai 2017, 17:08

Kort Stamix 7, offenbar ein frühes Vorgängermodell des obigen? Den Umschalter zwischen "Platte" und "Band" könnte auf ein Produktionsdatum irgendwann in den 1970ern oder frühen 1980ern hindeuten.



An diesem Fahrgeschäft war das allerdings die einzige Komponente von Kort. Die Enstufe stammt von der Firma Stamer (HK Audio) im Saarland, die Lautsprecher von der Matsushita-Tochterfirma Ramsa.

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8

Sonntag, 7. Mai 2017, 21:28

Und am besten kam und kommt immer noch von : Sam The Sham & The Pharaos ...... Wooly Bully aus den Tröten... oder ?? :thumbsup: :thumbsup: 8o :rolleyes: :D 8) 8) :P

Gruß Ecki

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Sonntag, 7. Mai 2017, 21:40

Ich weiß nicht so richtig. Bei dem Lied könnte leicht der Vedacht aufkommen, der Bespaßer am Mikrofon hätte sich einen über den Durst getrunken. :)

10

Montag, 8. Mai 2017, 08:15

Hallo!

"Surfin´ Bird" (oder andere songs) von The Thrashmen kam aber auch schön schräg aus den Kirmes-Tröten...

Gruß
Wolfgang

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Montag, 8. Mai 2017, 11:36

"Surfin´ Bird" (oder andere songs) von The Thrashmen kam aber auch schön schräg aus den Kirmes-Tröten...


Meine älteste musikalische Kirmes-Erinnerung ist "Yes Sir, I Can Boogie" von Baccara, irgendwann auf der "Cranger" in den späten 1970ern. Auch schräg, vor allem das Englisch. :)

12

Montag, 8. Mai 2017, 11:51

In den 70ern griff doch schon das Bundesemissionsschutzgesetz, m.a.W. die Lautstärke wurde gedeckelt. Das war dann schon lange nicht mehr so lustig. Und irgendwo in der Zeit wurde auch das Stoffdach von den Raupen entfernt. Spätestens als beide Maßnahmen griffen, machte Kirmes keinen Spaß mehr :D

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13

Montag, 8. Mai 2017, 23:49

Den Umschalter zwischen "Platte" und "Band" könnte auf ein Produktionsdatum irgendwann in den 1970ern oder frühen 1980ern hindeuten.


Hi Timo,
den Kort Geräten würde ich auch zutrauen, schon in den sehr frühen 70ern das Licht der Welt erblickt zu haben. Aber dazu müsste uns der nette Schausteller mal ins Innere der Kisten schauen lassen.

Übrigens: meine "Rummel"-Zeit geht auch eher auf "Wooly Bully" (...ein herrlicher Song) oder auf "Viva Bobby Joe" und "Baby come back" (beides von den Equals) zurück. Letztere liefen bei "uns" auf dem Rummel häufiger.

Gruß
Peter
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Montag, 8. Mai 2017, 23:57

@Timo

ein kleiner Nachtrag noch: http://www.schaustellermesse-2016.de/aus…ort-elektronik/

Immerhin: 2016 noch auf der Messe vertreten. Der Link zur Homepage führt allerdings mittlerweile ins Nichts (= Error 404). Schade...
(Edit: In den Gelben Seiten sind sie noch zu finden.)

Hier sind im übrigen alle Aussteller der Messe gelistet: http://www.schaustellermesse-2016.de/aussteller/ ...da ist auch Bell geführt.

Gruß
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Mittwoch, 10. Mai 2017, 23:37

Immerhin: 2016 noch auf der Messe vertreten. Der Link zur Homepage führt allerdings mittlerweile ins Nichts (= Error 404). Schade...


Hallo Peter,

ich nehme an, da gab es nie eine Seite. Die Domain wird scheinbar nur für E-Mail genutzt. Offenbar hat der Betreuer dieser Ausstellerliste fälschlicherweise aus der Mailadresse mit Firmendomain geschlossen, es müsse auch einen Webauftritt geben. archive.org findet auch keine archivierte "richtige" Kort-Webseite.

Erstaunlich ist, daß Uhlenbrock nicht unter den Ausstellern ist. Die standen früher sogar auf der Hobbytronic.

Ein Phantom in meiner Bildersammlung waren übrigens bis vor kurzem noch diese Lautsprecher hier, die zwar in dieser Bauweise mit der "Gummidichtung" um die an den Ecken abgerundeten Abdeckung nicht ganz so häufig bei Fahrgeschäften auftauchen wie Kort und Uhlenbrock, aber dennoch mit einiger Regelmäßigkeit:



Möglicherweise habe ich auch hier den Hersteller identifiziert: Die Firma "Otto Heckl und Sonja Heckl Elektroakustik Elektronik" in Edling. Zumindest haben auch diese Heckl-Lautsprecher...

https://www.schausteller.de/anzeigenmark…lage-77824.html

... diese auffälligen Merkmale, ebenso diese...

https://www.schausteller.de/anzeigenmark…lage-93785.html

... und diese:

http://schaustellertreff.com/anzeigen/im…tsprecher_1.jpg

Gruß,
Timo

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16

Sonntag, 16. Juli 2017, 00:46



"F. Reitz Electro Akustic" (tatsächlich so geschrieben) in Kassel. Das Internet findet nur wenig zu der Firma, existiert also offenbar schon lange nicht mehr.



"Melrow Audio" aus Frankreich.

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Samstag, 26. August 2017, 23:34

Zum Glück gibt's neben den doch sehr stark dominierenden Kort, Uhlenbrock und Heckl (oder das, was ich dafür halte) immer noch ein paar Exoten, die das Thema für mich spannend machen.



Die standen an einer Gewinnbude. Drei-Wege-System mit ovalem Mitteltöner und zwei erstaunlich kleinen Hochtönern? Sehr ungewöhnlich! Wären nicht die Tragegriffe und das Alu-Gehäuse, könnte man sie eher für sehr betagte HiFi-Boxen halten. Wer mag da wohl der Hersteller sein?



Ziemlich sicher aus dem HiFi-Bereich stammen die (gesehen an einem kleinen Fahrgeschäft). Da löste sich schon das Furnier vom Gehäuse. :)



Eigenbau?



Eine besondere Kuriosität, die man erst beim nahen Hinsehen als solche erkennt. Auf den ersten Blick sind das ganz gewöhnliche Mittelhochton-Strahler von Uhlenbrock, wie sie an etlichen Fahrgeschäften zu finden sind (siehe auch - in rosa - im ersten Beitrag).

Aber warum ist das Schildchen grün statt silbern?



Hoppla - Uhlenbrock-Lautsprecher "Tuned by Kort"? Das ist doch mal eine Überraschung. Um so mehr, weil Kort bei den Tuning-Maßnahmen das ursprüngliche Markenschildchen gegen ein eigenes ausgetauscht haben, während sie bei ihren eigenen Lautsprechern auf ein solches verzichten.



Nicht so recht einzuordnen weiß ich die, so eine durchscheinende Gitterfront mit sichtbaren Lautsprecher-Chassis habe ich sonst noch nie gesehen. Das Metallgehäuse mit eher dünnen Wänden und die vorne auf der Schallwand liegenden Anschlüsse könnten allerdings auf Reitz (siehe Beitrag 16) hindeuten.

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Freitag, 25. Mai 2018, 01:08

https://www.schausteller.de/anzeigenmark…neu-118408.html

"Kort Heimmix" mit nicht alltäglichen Reglern für Wärme, Melodie und Schärfe (neben den obligatorischen für Bass und Höhen).

Und warum "Heimmix"?

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19

Freitag, 25. Mai 2018, 20:22

Faszinierend was du immer so ausgräbst... :thumbup:

Ich denke, das Gerät ist eben für die "daheim" Anwendung gedacht, die Ein-/Ausgangsbuchsen sprechen jedenfalls keine PA-Sprache. Daher also der Name.
So erkläre ich mir das jedenfalls.

Gruß
Peter
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Freitag, 25. Mai 2018, 21:09

Faszinierend was du immer so ausgräbst... :thumbup:


Das ist wie beim Aufräumen: Man findet immer das, wonach man gerade nicht sucht. :) Eigentlich wollte ich ein paar Entdeckungen von der Schützenfest-Kirmes in Neuss-Furth am vergangenen Wochenende recherchieren.

Zitat

Ich denke, das Gerät ist eben für die "daheim" Anwendung gedacht, die Ein-/Ausgangsbuchsen sprechen jedenfalls keine PA-Sprache. Daher also der Name.


Der Name lässt keine andere Deutung zu, da gebe ich Dir recht. Mich macht aber so einiges stutzig:

- Wo im Heimbereich könnte es Bedarf für so ein Gerät zum Preis von 2.150 € geben?
- Warum DIN-Buchsen, obwohl das Gerät aus aktueller oder zumindest jüngerer Produktion zu stammen scheint (CE-Prüfsiegel, Neupreisangabe in €)?
- Was sollen die Regler? (Verdacht: Könnte es sich hier einfach um einen 5-Band-Equalizer mit etwas "blumigen" Bezeichnungen für die Regelbereiche handeln?)
- Warum "Mix", obwohl hier doch offensichtlich gar nichts gemischt, sondern nur der Klang geregelt wird?

Auf der anderen Seite erinnere ich mich, daß ich letztes Jahr bei meiner Suche nach der Firma Kort auch auf ein Gebraucht-Angebot eines Schaustellers für eine "Kort-Anlage für zu Hause" gestoßen bin (leider ohne Bild). Demnach zu urteilen scheint es also tatsächlich so zu sein, daß die Firma auch Geräte für den Heimgebrauch herstellt (wahrscheinlich für eine kleine Fangemeinde, die auch Kort-Anlagen gewerblich einsetzt).

Schade, daß die keinen Webauftritt haben, das würde vielleicht einiges erklären.

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21

Samstag, 26. Mai 2018, 11:00

Ich halte das Kort "Heimmix" für einen Equalizer mit aktiver Frequenzweiche im gleichen Gehäuse.

MfG, Tobias
<<--- Sony BVH-2000PS, prof. 1 Zoll "C"-Standard Videorecorder Bj. 1983
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Video Zeitlupen-Wiedergabe, Hinterband-Wiedergabe für Video und Audio

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22

Samstag, 26. Mai 2018, 12:48

@Timo

...die Buchsen (vor allem die Kombination aus Chinch und DIN) ist es ja gerade, was mich so stutzig macht. Die ganze Ausführung scheint mir insgesamt auf eine "Kleinstserie" (...wohl eher "ein paar wenige") hinzudeuten. Zu dem angegebenen Neupreis möchte ich mich nur soweit äussern als dass ich ihn nicht für realistisch halte. (Wer bezahlt für so etwas 2150,- es sein denn, es handelt sich um eine Individual-Anfertigung auf Kundenwunsch... ...das würde auch die Buchsenpaarung erklären). Was die Funktion angeht, bin ich bei Tobias: eine Art "parametrischer Equalizer mit aktiver Weiche. Ob man da was "mixen" kann, ist den Buchsen leider nicht anzusehen. Die fehlende Beschriftung lässt keine Deutung zu - leider. Ich nehme aber an, dass sich der dreistufige Kippschalter auf die drei Chinchpaare (=Eingänge für Signalquellen) bezieht. Damit wäre ein "Mix" aber ausgeschlossen.

Gruß
Peter
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Samstag, 14. Juli 2018, 00:37

Heute auf der Rheinkirmes entdeckt: V.R. Verheyden aus Belgien. Interessanterweise in einem Design, bei dem ich (von kleinen Details wie der Gitterstruktur abgesehen) eher an Kort gedacht hätte.





Auf der Webseite ist ein umfangreiches Programm aus Verstärkern und Lautsprechern zu finden.

http://www.verheydenroland.com/

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Samstag, 14. Juli 2018, 15:48

eine Art "parametrischer Equalizer mit aktiver Weiche.

Also parametrisch ist das Einzige, was der mit Sicherheit nicht ist! ;)

Oder siehst du da noch Regler für Güte (Q-Faktor/Bandbreite) und Mittenfrequenz? Wenn, dann ist das ein Equalizer mit festen Frequenzen: Ich tippe so ungefähr auf 50 Hz/200 Hz/1 kHz/5 kHz und 12 kHz.

Ist es eigentlich undenkbar, dass Schausteller vereinzelt ihre Boxen auch selbst gebaut haben oder immer noch selbst bauen? So manches, was ich da in der Vergangenheit gesehen habe, sah mir oft danach aus! Ist ja im Prinzip für diese Brüllkisten auch keine Schwierigkeit: Hart aufgehängte Tieftöner, Mitteltonhörner und Piezos für den Hochtonbereich, einfache 6 dB-Weiche rein (die Piezos brauchen noch nicht mal eine), dazu eine stabile Kiste mit Metallecken und Speakon-Anschlüssen. Wer sich technisch ein bisschen auskennt, kann so was doch in der Winterpause zusammenzimmern!

LG Holgi

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Samstag, 14. Juli 2018, 22:41

Ist es eigentlich undenkbar, dass Schausteller vereinzelt ihre Boxen auch selbst gebaut haben oder immer noch selbst bauen? So manches, was ich da in der Vergangenheit gesehen habe, sah mir oft danach aus!


Daß die Schausteller selbst zu Säge und Lötkolben greifen, kann ich mir eigentlich nur im Ausnahmefall vorstellen. Wer von denen hat das entsprechende Wissen, die Gerätschaften und die Zeit? Und vor allem: Warum sollten sie? Ist doch einfacher, Lautsprecherboxen fertig zu kaufen.

Wenn Du mal wieder so etwas siehst, dann mach' mal ein Foto. Ich denke aber, daß sich das als Produkt der bereits hie erwähnten Kleinserienhersteller herausstellen wird. So manches von denen sieht ja ein bisschen selbstgebaut aus.

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Montag, 17. September 2018, 22:32

Bei einer Recherche stieß ich auf diesen Thread und fand die Diskussion hier ganz interessant, dass ich mich soeben mal kurzerhand angemeldet habe.


Ich habe rein zufällig häufiger mit diesen PA-Komponenten zu tun, da ich des Öfteren als Rekommandeur auf verschiedenen Plätzen im Einsatz bin. In den meisten Fällen wird an Fahrgeschäften tatsächlich mit den Komponenten der Firmen Kort und Uhlenbrock gearbeitet. Ich persönlich bevorzuge die Musikanlagen der Fa. Uhlenbrock. Sie zeichnen sich durch einen sehr ausgewogenen Klang aus und die Aluminium-Gehäuse sind für den transportablen Betrieb um Einiges robuster als Holz, MDF u.ä. Das schlägt sich natürlich auch im Preis wieder. Für die Beschallung eines großen Fahrgeschäfts kann man locker mit 30000 Euro rechnen, wenn man bei diesen Herstellern kauft.
Mittlerweile gibt es jedoch einige Hersteller, die eher im unteren Preissegment zu finden sind. Zu nennen wäre da die Fa. Bell, die in den letzten Jahren sich steigender Beliebtheit erfreut - oder auch Hofman Soundsystems aus den Niederlanden, die man vor Allem an neu ausgelieferten Fahrgeschäften des niederländischen Karussellbauers KMG vorfindet, da der Hersteller eng mit der Fa. Hofman zusammen arbeitet.

Tatsächlich gibt es auch bis heute noch Musikanlagen älteren Datums, vor Allem von Herstellern, die es in dieser Form gar nicht mehr gibt. Man stößt noch häufig auf Lautsprechersysteme von Reitz aus Kassel oder auch von Heckl aus Erding. Ganz selten - vor Allem bei nostalgischen Geschäften - kann man noch den Klang von Klein&Hummel, Deetjen oder sogar Philips erleben.

Ebenfalls zu erwähnen wäre da noch der niederländische Hersteller DiscoSmash bzw. DS Sound, der vor Allem für den Bau von Disco-PA bekannt ist.

An unserem Fahrgeschäft Alpha 1 kommt eine Musikanlage von V.R. Verheyden zum Einsatz. Wir nutzen Komponenten der Produktreihe LASER sowohl im 3-Wege-, als auch im Sub-Bereich. Die Lautsprecher wurden erst vor Kurzem generalüberholt, komplett zerlegt und neu verkabelt sowie die Holzgehäuse neu pulverbeschichtet und lackiert. Für die Frontbeschallung des Geschäfts nutzen wir seit 2 Jahren zusätzlich Dreistrahler in Aluminiumgehäuse, welche der Schausteller Neigert gebaut hat.

Wobei wir beim Thema Eigenbau wären. Es gibt vereinzelt auch Schausteller, die über die notwendigen Fertigkeiten und Materialien verfügen, eigene PA-Systeme zu konstruieren. Dies ist allerdings weniger die Regel, da im Winter meist Revisionsarbeiten an den Geschäften anstehen und oftmals die Zeit fehlt, sich mit dem Lautsprecherbau auseinander zu setzen. Es gibt natürlich einzelne Kollegen, die nicht nur für sich selbst, sondern auch im Auftrag bauen, aber das ist eher selten der Fall.

Im Übrigen gibt es kaum eine Musikanlage für das Fahrgeschäft von der Stange. Die meisten Hersteller - Kort und Uhlenbrock sind da besonders pingelig - verkaufen nicht einfach einzelne Komponenten, sondern stimmen alles aufeinander ab. Neben den Lautprechern werden beispielsweise bei den voran genannten 2 Firmen auch das Mischpult, eine Klangregelung, die Endstufen und auch Effektgeräte für das berühmte Echo bei der Rekommandage - gefertigt. Die Anlage wird individuell beim Kunden am Fahrgeschäft eingemessen, sodass der Schausteller im Prinzip nur noch die Hauptlautstärke regeln muss. Bei der Einmessung wird u.a. versucht zu erreichen, dass die Grundlautstärke in jedem Winkel des Karussells gleichbleibend ist.

Was Serienbauten angeht: Kort und Uhlenbrock sind federführend in Sachen Anftertigung nur nach Kundenwunsch. In der Regel kann man dort nicht in den Laden springen und mal eben ein paar Lautsprecher ins Auto packen. Nein, es wird individuell und vor Allem in Handarbeit gefertigt. Soweit mir bekannt ist, bietet lediglich Bell Komponenten an, die in größerer Serie produziert werden.

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Dienstag, 18. September 2018, 13:12

Hallo Rekommandeur,

danke für die Erhellung. Endlich mal jemand mit Wissen aus erster Hand.

Zitat

Ganz selten - vor Allem bei nostalgischen Geschäften - kann man noch den Klang von Klein&Hummel, Deetjen oder sogar Philips erleben.


Kannst Du die Lautsprecher oben in Beitrag 17 einem Hersteller zuordnen? Der Optik nach könnten das m.E. solche Uralt-Modelle sein.

Viele Grüße,
Timo