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31

Monday, May 28th 2012, 10:37am

´
Etwas off topic:

Quoted

Matthias M postete
....Übrigens behalten sich Rechtschutz-Versicherer vor, kostenträchtige Kunden irgendwann zu kündigen, selbst dann, wenn sie im Recht sind und die Klagen auch gewonnen werden. ;)....

Die Erfahrung habe ich auch gemacht: Mein damaliger Arbeitgeber war der Meinung "Wer nicht arbeitet, bekommt kein Geld" und verweigerte mir den Lohn für den Jahresurlaub. Daraus wurden abrechnungstechnisch mehrere Fälle, worauf mir die Versicherung nach fast fünfzehn schadensfreien Jahren kündigte. Das hatte zur Folge, dass ich als Prozesshansel galt und nur schwierig eine andere Versicherung bekam.

Wenn man seine Rechtsschutzversicherung mehrfach in Anspruch genommen hat, ist es besser selber zu kündigen und den Versicherer zu wechseln, das gibt keinen Eintrag, sagte mir damals die Verbraucherberatung.

Versicherer und Banken sind Leute, die einem einen Schirm leihen, den sie bei schlechtem Wetter aber sofort zurück haben wollen.

Wieder zum Thema:

Als ich noch in der Bucht als gewerblicher Händler verkauft habe, gab es auch eine Kuddelmuddel mit den Rechnungen. Die kamen von E- Bucht Europa aus der Schweiz, zahlen mußte ich nach Luxemburg. Das war insofern vorteilhaft, dass die Rechnungen umsatzsteuerbefreit waren. Das fand ich dennoch seltsam, da die Leistung ja in Deutschland erbracht wurde; die Umsatzsteuer kann man ja als Vorsteuer geltend machen.

Mit gesperrten Artikeln hatte ich auch Ärger, echte Zippos mit dem Motiv einer Bandmaschine wurden als mutmaßliche Fälschung nach Erscheinen (und kassieren der Gebühr) gelöscht.

PayPal versucht mit teils bizarren Forderungen festzustellen, ob es einen wirklich gibt. So mußte ich mit Kopien von Telefon- und Gas / Stromrechnungen nachweisen, dass ich wirklich an der angegebenen Adresse wohne. Insofern scheint da zumindest rudimentär ein Schutz vor Geldwäsche zu existieren.

Bei Google ist es ähnlich. Da gibt es Google in Irland, die Rechnungen kommen aus Luxemburg, aber zahlen muß ich auf ein deutsches Konto.

Das Amazon vom Käufer kassiert und das Geld dann an die Verkäufer weiterleitet ist nur prinzipiell gleich wie das Bucht- Verfahren. Bei A. kaufe ich bei einem Einkauf ein Buch (A. direkt) ein T- Shirt (Drittanbieter in Deutschland) und eine CD (Drittanbieter in Frankreich). Daraufhin wird der Gesamtkaufpreis von meinem Konto abgebucht, was mir die Möglichkeit gibt, diese Abbuchung ggf. zu widerrufen. Außerdem ist es für mich als Käufer bequemer nur eine Zahlung zu leisten, als mich mit mehreren Anbietern zu befassen. Oft kommt die Ware, besonders wenn A. selbst der Verkäufer ist, bevor der Kaufpreis abgebucht ist.

Und schlußendlich ist der Kundendienst bei Amazon sehr gut, man kann dort mit Menschen am Telefon seine Probleme klären, wird sogar angerufen und nicht mit teuren Nummern abgezogen.

Unabhängig davon, ob die Bucht eine Lizenz zum Geld einsammeln hat, die Lizenz zum Geld drucken haben die sich schon längst selbst erteilt. Die neue Zahlungsabwicklung ist nur eine weiterer Baustein, einen Geldspeicher Duck´schen Formats zu füllen. Wobei die Zinsgewinne durch liegengelassenes Geld durchaus nennenswert sind; eine Million zu 2,5% als Tagesgeld angelegt bringt am Tag knapp € 70.- an Zinsen. Das hört sich nicht viel an, macht im Jahr aber schon € 25.000.-. Geht man davon aus, dass 2011 allein 500 Powerseller je eine Million Umsatz gemacht haben, und dieser Umsatz um nur zehn Tage verzögert ausgezahlt wird, ergibt das eine Zinsgewinn von rund € 347.000.- Geht man von einem Umsatz von 40 Milliarden Euro aus, bringt eine Zahlungsverzögerung von zehn Tagen satte € 27.000.000 für den Kundenschützer mit den vier bunten Buchstaben.

Die neue Art der Zahlungsabwicklung dient weniger dem Käufer, der Hauptzweck ist die Gewinnmaximierung. Meine obigen Berechnungen mögen aus der Luft gegriffen sein, aber tendenziell geht es sicher in die richtige Richtung.

So lange sich alle nur aufregen, wird sich da nichts ändern. Passieren wird nur etwas, wenn die Kunden aufbegehren und mit den Füßen abstimmen.
Frank


Wer aus dem Rahmen fällt, muß vorher nicht unbedingt im Bilde gewesen sein.

  • "Matthias M" started this thread

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32

Tuesday, May 29th 2012, 12:16am

Hallo Frank,

es ist wohl so, all die Firmen, die Du nennst, stammen aus dem anglo-amerikanischen Raum. Und dort läuft einiges anders, als in Kontinental-Europa, das eher französisch geprägt ist.

Die Legitimation durch beispielsweise Strom-Rechnungen ist in den USA typisch und Resultat einer Verwaltung, die den Bürger bei weitem nicht so weit organisiert, wie wir es hierzulande tun. Wenn jemand keinen Ausweis hat, dann will man mit ihm trotzdem Geld verdienen. Also nimmt man einen Beleg zur Hand, der die Existenz des Individuums glaubhaft macht. Denn wer verbraucht, den gibt es.
Es gibt dann regelmäßig Reibungsverluste, wenn diese Kultur-Räume aufeinander stoßen. Wenn z.B. Paypal in seinen AGB stehen hatte, einen Kundenschutz gibt es nur dann, wenn Ebay-Käufer und Paypal-Zahler identisch sind, dann denkt ein Deutscher, wenn der Käufer aus Hongkong den gleichen Nachnamen, aber einen anderen Vornamen hat, als der Zahler, dann kann es bis zum Beweis der Identität keinen Kundenschutz geben. Der Amerikaner ist es gewohnt, daß Asiaten verschiedene Vornamen tragen, beispielsweise einen japansichen oder chinesischen einerseits und einen englischen andererseits. Wenn behauptet wird, die Person sei die Selbe, dann wird dem vertraut, und der Käuferschutz gewährt.

Grundsätzlich kann man sagen, bei uns wird Existenz und Recht einmalig aus der Verwaltung abgeleitet. Im anglo-amerikanischen Raum durch den Beweis der praktischen Existenz. Und dieser Beweis wird zum Zeitpunkt des Bedarfs durch eine Art Bürgen erbracht.
Wenn Ihr in Deutschland ein Geschäftskonto für eine Kapital-Gesellschaft haben wollt, dann ist das mit Handelsregisterauszug, Vollmacht und Ausweis kein Problem.
Der Eintrag im Companies House und ein Personal-Ausweis hilft gegenüber der englischen Bank nicht weiter. Wenn Dich der Bänker nicht kennt, brauchst Du eine Empfehlung.
Und in den USA hat sowieso nur ein Teil der Bevölkerung übehaupt einen Ausweis. Wer nicht ins Ausland reist, der braucht den nicht. Deshalb bestätigt der Stromversorger, man sei zur Zeit existent.


Wie auch immer...

Das neue Zahlungsverfahren birgt meiner Ansicht nach einige Probleme. Denn der Vertrag zwischen deutschen Verkäufern und deutschen Käufern kommt nach deutschem Recht zustande. Und das deutsche Recht besagt nach meiner Erinnerung, eine Rechnung ist nicht mit der Beauftragung einer Zahlung an die Bank oder einen Träuhänder, sondern mit dem Eingang der Zahlung erfolgt.
Ist denn eine Zahlung nach deutschem Recht eingegangen, wenn eine Gesellschaft ohne Bank-Zulassung einen Zahlungeingang bestätigt? Mit welchem und in wessen Auftrag tut der das?
Als Verkäufer soll ich nach Ebay's Eingangsbestätigung meine Ware aus der Hand geben und habe gegenüber Ebay kaum eine Chance, meinen deutschen Rechtsanspruch durchzusetzen. Gegen wen? Wenn Ebay nicht auskehrt, dann nämlich gegen den Käufer! Und der wird sagen, er habe bezahlt und in Gutem Glauben gehandelt.

Der Verkäufer soll vertrauen, Ebay kehrt aus, weil Ebay ein Interesse daran hat?
Es gibt genug Szenarien, angefangen beim Computerfehler, bis hin zur Käufer-Beschwerde, bis hin zum Konto-Wechsel vom Empfänger, warum Ebay im Einzelfall mal nicht, zumindest nicht "kurzfristig" bezahlen könnte.
Und dann? Wie ist beispielsweise das Innenverhältnis zwischen meinem luxemburger Vertragspartner und dem amerikanischen Anbieter der Soft- und Hardware für meinen Luxemburger Partner geregelt? Wie ist das Innenverhältnis zwischen meinem Luxemburger Vertragspartner und dessen britischer Bank geregelt? Laufe ich hier in amerikanisches oder britisches Recht und muß ich das per Vertrag mit meinem Partner so akzeptieren? Wie erfahre ich von meinem Risiko, möglicherweise im Einzelfall lange und zinsfrei auf mein Geld warten, eventuell sogar extra Gebühren zahlen zu müssen, wenn ich nach Meinung des Subunternehmers meines Vertragspartners für den missglückten Zustellversuch verantwortlich bin?

Steuern? Wer erwirtschaftet eigentlich auf wessen Rechnung mit den liegenden Geldern des Käufers Zinsen und wer muß sie nach wessen Recht erklären? Zu welchem Zeitpunkt mache ich als steuerpflichtiger Verkäufer - das sind alle, nicht nur die gewerblichen! - eigentlich eine Einnahme? Wenn Ebay für mich das Geld entgegen nimmt, oder wenn ich es auf meinem Konto habe? Dazwischen könnte ein Quartals- oder ein Jahreswechsel und somit die Frage der Bemessung meines Steuersatzes liegen.

Gericht? Wann bin ich im Besitz des Geldes und somit, z.B. gegenüber der Arge, dem Gerichtsvollzieher oder dem Finanz- oder Familiengericht, erklärungspflichtig?
Es muß ja nicht immer nur um 3,50€ gehen. Eine Münz-Sammlung, ein Auto... Und plötzlich verlangt jemand vom Verkäufer, er solle eine Vermögens-Aufstellung unterzeichnen. Und am Ende scheitert die Restschuld-Befreiung an einer Tagesfrist vor fünf Jahren, aus der eine falsche Erklärung erwachsen ist, die der findige Anwalt eines Gläubigers zu nutzen weiss... Oder andersherum benutzt der findige Bürger die Auskehr-Frist und weder dingliches noch monitäres Vermögen zu besitzen, wenn er der Arge erklärt, sein Vermögen sein geringer, als gedacht, damit sein Anspruch höher.

Geldwäsche? Wenn ich recht verstehe, kehrt Ebay aus, und nimmt im Zweifel den nächsten Umsatz in die Haftung für eine Kunden-Beschwerde.
Nach unserem Recht wacht die Bank über große Geldbewegungen. Da Ebay weder bei der CSSF, noch bei der BaFin registriert ist, kann Ebay nicht erklären und erlaubt das Instrument Versteigerung und das Verfahren, Beträge zu verrechnen. Insbesondere dann, falls Ebay nicht jedes Geschäft als einzelne Zahlung auskehren sollte.

Letztlich ist die erklärende Bank nur das Hilfsmittel des Kunden der Bank, die Erklärung über seine Umsätze abzugeben. Bedeutet das, der Ebay-Kunde muß nun selber Erklärungen über seine Umsätze verfassen?
Ein Beispiel: Ich verkaufe einen Fotoapparat für 50€. Und um genau 43€ von diesen 50€, die ein Käufer zurückfordert, und um die Ebay die nächste Auskehrung an mich reduziert, sinkt diese Auskehrung unter die Grenze, für die meine Bank eine Geldwäsche-Erklärung abgeben müsste, es also nicht mehr tut, wenn sie das Geld für mich von Ebay entgegen nimmt. Muß ich jetzt erklären? Mache ich mich strafbar, wenn ich es nicht tue?

Das Problem ist: Worüber klärt mich Ebay auf und tut Ebay das freiwillig?

Mein Beispiel mit der Unterstellung, meine Fotoapparat würde gegen die US-amerikansichen ITAR-Bestimmungen verstoßen, ist insofern interessant, als daß man mir natürlich Material an die Hand gegeben hat, selber herauszufinden, wo das Problem liegt: Entweder 7,11MB PDFs mit englisch-sprachigen Gesetzestext, oder ein Wust von miteinander verlinkten englisch-sprachigen Listen, die nach Waffen-Kategorien, nicht aber nach den Begriffen meiner Beschreibung sortiert sind.
Wie wird wohl die Aufklärung hinsichtlich der Folgen der neuen Zahlungsform für deutsche Kunden durch Ebay aussehen, falls jemand Ebay zwingen sollte, eine solche Aufklärung zu leisten?

Aber die Beispiele sind ja an den Haaren herbei gezogen und MICH (der Ebay-Kunde) betrifft das alles nicht. Oder? ;)

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch

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33

Tuesday, June 5th 2012, 6:57pm

Das sind doch zumindest temporär gute Nachrichten:

Das neue Bezahlsystem bei *epay* wird um mindestens ein Jahr verschoben! Die BaFin hat eine entsprechende Lizenz von den "Vier-Buchstaben-Geldgeiern" verlangt. Die sind natürlich völlig überrascht...

Also noch ein Jahr kann man bei eb*y, bevor Schicht im Schacht ist.

Gruß
Jochen

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34

Wednesday, June 6th 2012, 10:52am

Quoted

Matthias M postete
... Ich habe mir den Spaß gemacht, die BaFin anzusprechen, ob Ebay mit den neuen Zahlungsverfahren nicht zum Finanzdienstleister würde und damit der Kontrolle der Behörde unterliegt....
Moin, moin,

ist ja witzig, oder?
Ich bin mal gespannt, wieviele Leute da noch angefragt hatten.

"Die Einführung der neuen Zahlungsabwicklung auf dem gesamten deutschen und österreichischen eBay-Marktplatz wird sich voraussichtlich auf 2013 verschieben. Diese Verzögerung bedauern wir sehr.
Der Grund dafür ist folgender: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat uns vor einigen Tagen über ihre Rechtsauffassung informiert, dass eBay für die Einführung der neuen Zahlungsabwicklung eine Lizenz nach dem deutschen Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) benötigt. ...
"

Angeblich hat Ebay ja schon Gespräche mit Aufsichtsbehörden geführt gehabt, die keinen Bedarf kund getan hätten, daß Ebay sich einer Aufsicht unterwerfe ... da hat Ebay wohl mit den falschen Behörden verhandelt. Mit der CSSF, der luxemburgischen Aufsicht. Aber Ebay will sich halt auch in Deutschland Kunden-Gelder vereinnahmen.
Die Gesetzeslage dazu ist eindeutig: Wenn auswärtige Gesellschaften deutschen Bügern Finanzdienstleistungen anbieten wurde schon immer darauf bestanden, daß auch eine deutsche Zulassung beantragt wird. Zur Not hatte die BeFin sogar schon Luxemburger Gesellschaften per Gerichtsbeschluß einfach einen Rechtsstand (und Gesellschaftssitz) in Deutschland verordnet.
Kann es sein, daß man sowas (als Ebay) nicht weiss?! Oder interessiert es nur nicht.

Wie dem auch sei: Behörden scheinen doch zu etwas nütze. ;)
Jetzt müsste man sich nur noch um die Wettbewerbsfragen kümmern. Darf Ebay den Kunden die eigene Bankdienstleistungen aufzwingen?

Da bin ich mal gespannt.

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch

GXNet

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35

Wednesday, June 6th 2012, 7:22pm

Hallo in die Runde,

bei Heise, ct hat mein heute gemeldet, dass die Buchtler die Einführung verschieben, bis sie eine Bafin-Lizenz haben. Soll wohl erst im kommenden Jahr was werden. Auch scheint man die negative "Presse" registriert zu haben.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/eBay-verschiebt-neue-Zahlungsabwicklung-1604881.html

VG
Michael

Ralf B

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36

Wednesday, June 6th 2012, 10:15pm

Das ist gut.
Mein Einkauf nach "neuem Muster" ist so verlaufen, daß ich die Sachen nach doppelt langer Zeit erhielt, weil der freundliche Verkäufer überhaupt nicht geschnallt hat, daß ich schon lange bei Ebay bezahlt hatte.
War die umständlichste Transaktion.

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37

Thursday, June 7th 2012, 7:34am

scheint dann wohl am IQ des Verkäufers zu liegen.
Meuine ersten Bestellungen nach der neuen Methode waren im Blitztempo bei mir.

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38

Thursday, July 27th 2017, 1:10pm

Hmmm, ich muss sagen, das Problem wurde ziemlich hochgeschauckelt. Ist doch kinderleicht?