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1

Tuesday, April 20th 2004, 4:39pm

Die IFPI soll ja in Deutschland knapp 70 Leutchen verklagt haben. Weiter war nichts zu hören. Das ist nun schon einige Zeit her. Da stellen sich mir folgende Fragen:

1. wurde nur geblufft?

2. Warum nur knapp 70 Personen? Unfähig mehr herauszufinden???

3. Werden die Angeklagten abgezockt und die Presse herausgehalten?

Wer was hört: bitte posten!!!

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2

Tuesday, June 8th 2004, 2:16pm

Nein, keine heisse Luft. Heute wurde bekannt, dass man einen Abuzzi zu 8000 Euro Schadensersatz gezwungen hat, aussergerichtlich mal wieder. Im Stuttgarter Raum flog ein älterer Lehrer auf.

Das Erschreckende dabei ist, die immer gleiche Masche mit der man im deutschen Recht so gut vorankommt: sobald es offenbar auch nur einen Anhaltspunkt gibt, also eine Klage von einer mächtigen Lobby, gibt es offenbar problemlos einen Hausdurchsuchungsbefehl. Als 'Beweis' reicht hier dem Richter aus, dass die Phonoindustrie eine IP-Adresse hat, von der sie glaubt, dass der Inhaber der IP zum fraglichen Zeitpunkt Dreck am Stecken hat (*faustintascheball*).

Und natürlich fand man jede Menge CDs und MP3s. Ein Beweis ist jedoch auch das nicht, denn die Herstellung von MP3s ist nicht verboten und was vor der Urheberrechtsänderung getauscht wurde, muss nicht illegal sein! Schade, dass es einen armen Abuzzi traf, ich hätte geklagt und diese Schande an die grosse Glocke gehangen! Und genau vor diesem 'Musterprozess' schreckt die MusiIndustrie zurück...warum wohl?

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3

Tuesday, June 8th 2004, 4:12pm

In der Juristerei ist es üblich, daß kleinste Details einen Sachverhalt drehen können. Über diesen speziellen Fall können wir nur sinnlos spekulieren, solange wir nichts genaues wissen.

Ganz allegemein meine ich:

1) Ich glaube nicht, daß die MI einen Musterprozess scheut. Würde sie das, so hätte sie gar nichts unternommern. Um bescheidene 10 Mio. Euro zu erstreiten, müsste die MI 1000 solcher Prozesse führen. Die Gefahr an einen störrigen Gegner zu geraten und einzufahren wäre dann zu groß. Und 10 Mio. sind für die MI peanuts. Ich glaube im Gegentum, daß man ein bisschen ballyhoo zur Abschreckung veranstalten will. Das ist gelungen. Gehe mal davon aus, daß die Anwälte der MI schon wissen was sie tun und sich für den Anfang sicher nicht die Fälle raussuchen, die strittig sind. Die Leute fühlen sich sicher und haben kein Unrechtsbewusstsein, machen also Fehler. Sie sind somit eine leichte Beute für die Ermittler.

2) Frage ist, wie man sich selber verhält. Nicht aus Gründen eines bewussten Boykotts sondern weil es so geworden ist, kaufe ich viel weniger CDs als früher. Ich werde den Tausch- und Second-Hand-Weg noch weiter ausbauen. CDs kleinerer Label kann man zwar kaufen, aber so genau blickt da niemand durch zu welchen Konzern welche Klitsche gehört. Ich schätze, mein perönlicher CD-Konsum ist um gut und gerne 50% gesunken.

3) Wie wird der Nachweis überhaupt erbracht? Kann man die Files nicht verschlüsselt tauschen? Dann stehen bei mir eben CDs rum mit MP3s, und niemand kann nachweisen, daß sie aus einer illegalen Börse kommen. Zwar kann man mir nachweisen, daß ich da und dort zu dieser und jener Zeit eingeloggt war, aber da ist eben nur ein PGP-file übertragen worden.

- Michael -
Michael(F)

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Tuesday, June 8th 2004, 4:28pm

Lies mal den anderen Thread zu diesem Thema! Es ist, wenn man schlau genug ist, überhaupt nicht einfach für die Musikindustrie einen rechtskräftigen Beweis zu erbringen. Die beschuldigten Knaben geben - in die Enge gedrängt - sofort zu, dass sie Dreck am Stecken haben.

Allein die Verbindung Person - IP-Adresse ist heikel. Nicht nur wegen ihrer Ermittlung, sondern weil die IP-Adresse ja nicht von einem Staatsanwalt ermittelt wurde. Das ist so, als würde ich einen Autofahrer über das aufgeschriebene Kennzeichen anzeigen und behaupten, er hätte die Geschwindigkeit übertreten... Und so gibt es da viele Fragen.

Was mich nur unglaublich sauer macht, ist die Tatsache, dass man in Deutschland für jeden Mist sofort einen Hausdurchsuchungsbefehl bekommt... es sei denn man ist ein berühmter Terrorist, Gewaltverbrecher o.ä.

Die Welle der Hausdurchsuchungen gab es mal Ende der 80er Jahre, als die Spieleindustrie (C64 und Amiga allen voran) die Raubkopierer auf ähnliche Weise heimsuchte. Da reichte es sogar, wenn man bei einem bösen Raubkopierer einen Zettel mit einer Adresse fand mit zus. dem Namen einer Software draufgekrickelt, um einen Haussuchungsbefehl zu bekommen!

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5

Tuesday, June 8th 2004, 4:50pm

Der Trick ist uralt: Ich bin auch mal angezeigt worden, wegen Beleidigung im Internet! Kommt vor, wenn man immer und überall seinen Senf dazugeben muss. Die Polizei ermittelt aus den bekannten Eckdaten alles andere und nimmt das zu den Akten. Die Akten kann der, der angezeigt hat einsehen. Damit ist er nun vollständig informiert. Es macht nichts aus, wenn das ganze dann eingestampft wird, wie es bei mir der Fall war - der Zweck war ja u. U. nur, die Daten herauszufinden , und das kostenlos und ohne viel Arbeit.

Das Problem ist, wie von mir geschrieben, daß die Leute wenn sie erwischt werden gleich einknicken statt sich einen Anwalt mit eckigen Eiern zu suchen. Oft sind es bei Schülern die Eltern, die keinen Stress wollen und so den Schaden ausbügeln weil sich Angst vor größeren Schäden haben.

Interessant wäre, einen Leitfaden zu erarbeiten wie man sich im Falle eines Falles verhält und wie man diesen Fall möglichst nicht eintreffen lässt. Ich sage nur: Analooooog! ;)

- Michael -
Michael(F)