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Freitag, 8. April 2005, 20:42

Kleiner Kaufberater für ASC Magnetophone.

ASC Magnetophone gehören zu den besten Amateurgeräten die jemals in Deutschland hergestellt wurden. Sie wurden in mehreren Sonderausführungen auch für Behörden und andere Spezialanwendungen gebaut.
ASC ist ein eigenes Sammelgebiet für sich, da man bei ASC Maschinen einen kontinuierlichen Fluss erkennen kann und nur wenige Maschinen einander gleich sind. Das ist für dem normalen Nutzer der kleine Reparaturen nach Schema F ausführen will vielleicht manchmal von Nachteil, für den versierten Bastler der bereits alle natürlichen Feinde verloren hat ist es jedoch ein sehr spannendes Abenteuer.

Mittlerweile scheint die Analogtechnik wieder im kommen zu sein und die Preise bei Internetauktionen steigen ins Astronomische. Ich habe bisher 4 ASC Maschinen fertig gemacht und möchte daher meine Erfahrungen mitteilen.

Die Produktreihen kann man grob in die 4500er / 5000er Reihe, die 6000er Reihe und die Sonderausführungen unterteilen.

Die 4500er / 5000er:

Bei den 4500er / 5000er Maschinen handelt es sich um Maschinen für 18 cm Spulengrösse mit 3 Geschwindigkeiten und Dreimotoren Laufwerk.
Was der Genaue Unterschied zwischen 4500er und 5000er Baureihe ist, ist mir nicht bekannt, da ich noch keine 4500er besessen habe. Es heisst, die 4500er Baureihe wurde irgendwann einfach in 5000er umbenannt. Deshalb ist hier weiterhin von der 5000er Baureihe die Rede.

Die 5000er ASC hat die 3 Geschwindigkeiten 4,75 - 9,5 und 19 cm/s.
Das Dreimotoren Laufwerk hat eine verschleissfreie optoelektronische Bandzugregelung für beide Bandteller. Die Maschine zeigt eine gewaltige Kraft und gleichzeitig Präzision bei den Bandlauffunktionen. Die Wickelmotoren sind Pabst aussenläufer Wechselstrommotoren. Die Tonwelle ist Riemengetrieben, der Tonwellenmotor ist ein bürstenloser, elektronisch kommutierter und geregelter Gleichstrommotor.

ASC Magnetophone haben generell steckbare Kopfträger. Diese sind aber nicht dafür konzipiert vom Endkunden gewechselt zu werden. Dieses ist auch nicht ohne weiteres anzuraten, da die Steckerbelegung -besonders bei Sonderausführungen- abweichen kann.
Der Kopfträger bietet Platz für 4 Tonköpfe, wobei die Taumelplatte für den 4. Kopf eine andere ist als die anderen drei. Die Verstärkerzüge sind bei der 5000er bereits weitgehend mit OPV bestückt.

Man kann die kleinen ASCs grob in drei Grundausführungen unterteilen:
1. Die Ur ASC.

Die Maschine ist deutsch beschriftet und der Typenaufdruck befindet sich auf der Frontplatte.
Diese Maschinen haben ein mechanisches unlineares Zählwerk und ausschlieslich DIN Anschlüsse.

Bastlerpreis unter 30EUR, funktionsfähig teilweise unter 50EUR

2. Die etwas modernere ASC.

Sie Entspricht der Ur ASC, bis auf die Cinch Anschlüsse auf der Rückseite und die 1/4" Klinkenbuchsen auf der Frontseite. Die Frontplatte ist Englisch beschriftet und trägt nicht mehr die genaue Typenbezeichnung.

Bastlerpreis um 30EUR, funktionsfähig bis über 100EUR

3. Die neue ASC.

Sie entscheidet sich im besonderen durch das digitale 4 stellige unlineare Bandzählwerk und die Anschlussplatte der 6000er. Die Tasten für die Laufwerksbedienung sind schwarz.
Ausserdem sind die Instrumente ständig beleuchtet und zur Aufnahmekontrolle LEDs in den Instrumenten Eingebaut.

Bastlerpreis 30 bis über 60EUR, funktionstüchtig über 100EUR

Keine mir bekannte ASC 5000er zeigt bei Wiedergabe den Pegel an.
Die Messinstrumente zeigen grundsätzlich den Vorbandpegel nach dem Aufsprechentzerrer an.

Kopfbestückungen laut Servicemanual:

1/2 Spur
1/2 Spur Stereo mit Quadrophoniewiedergabekopf
1/2 Spur mit Diaimpulskopf
1/2 Spur mit 1/4 Spur Wiedergabe

1/4 Spur Stereo
1/4 Spur Stereo mit Quadrophoniewiedergabekopf
1/4 Spur Stereo mit Diaimpulskopf
1/4 Spur Stereo mit 1/2 Spur Wiedergabe

Demnächst mehr in diesem Theater

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2

Freitag, 8. April 2005, 21:05

Hier auch etwas fürs Auge:





Mehr dann auf Nachfrage


Gruß

Thomas
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!

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3

Freitag, 8. April 2005, 21:08

Ups ist alles etwas groß geraten!

Die nächsten werden dann kleiner!

Gruß

Thomas
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!

4

Samstag, 9. April 2005, 09:44

Nächster Teil:
Die 5000er: welche Macken hat sie:

Für die Elektrik sind -bis auf die Relais in der Ablaufsteurung- ausschlieslich Standardteile verwendet worden. Normalerweise bekommt man noch elektrisch passende Vergleichstypen die man passend machen kann.
Die 5000er ASC hat in der Tat wenige Schwachstellen.
Die Dreizackaufnahme ist wohl die bekannteste.
Sie ist dermassen instabil das ein abgebrochener Dreizack fast schon zu einem Bastlergerät dazugehört.
Ab und an tauchen Maschinen mit nicht funktionierenden Tonwellenantrieb auf.
Da ich so eine Maschine noch nicht in den Fingern hatte kann ich nicht sagen ob es sich um einen Standardfehler in der Steuerung oder wirklich um einen Motorschaden handelt.
Auf der Steuerplatine zum Tonwellenmotor befinden sich laut Schaltplan allerdings keine üblichen Verdächtigen wie Tantal- oder Elektrolytkondensatoren, so das man so eine Maschine wirklich nur dann kaufen sollte wenn man noch einen Ersatzmotor liegen hat. Welche kritischen Ersatzteile nicht mehr von ASC lieferbar sind muss ich bei Gelegenheit noch klären. Der Tonwellenmotor ist ein kritisches Ersatzteil und definitiv nicht mehr in allen Ausführungen lieferbar. (Siehe Teil zur 6000er.)

Das Digitalzählwerk ist ein anderer Schwachpunkt der 5000er.
Das Problem ist, das andere 7 Segment Decoder verwendet wurden als in der 6000er. In der 6000er kommt der 7 Segment Decoder des Typs 4511 zum Einsatz, ein Standardteil das auch heute noch zu bekommen ist. In der 5000er hingegen wurde der 7 Segment Decoder 4558 oder ein kompatibler Typ von Motorola eingesetzt den man zumindest bei Reichelt und Conrad nicht mehr bekommt.
Das heisst aber nicht, das sich das tolle Digitalzählwerk nicht reparieren lässt.
Der BCD Zähler 4029 und die verwendete 7 Segment Anzeige werden ja auch in der 6000er verwendet. Man kann den 4511 auch in der 5000er passend machen, was mit etwas Arbeit verbunden ist. Allerdings funktioniert dann das automatische Zero Blanking (also das die Anzeige bei null dunkel getastet wird) nicht mehr. Ausserdem zeigt der 4511 die "1" auf der "anderen Seite" der Anzeige an. Es fällt also sofort auf wenn nicht alle ICs ersetzt werden. Andererseits ist so eine Maschine dann natürlich auch ein Unikat und sieht es nicht viel gewaltiger aus wenn auf einmal 4 Nullen erstrahlen anstatt nur einer?

Besonders interessant für den Sammler dürfte übrigens die Ausführung mit Quadrophoniewiedergabe sein. Nach durchsicht des Servicemanuals drängt sich nämlich die Frage auf ob davon überhaupt eine Maschine das Licht der Welt erblickt hat. Zwar ist auf der Grundplatte ein Platz für den Quadrophinieabhörverstärker vorgesehen, jedoch ist dieser nicht im Servicemanual aufgeführt. Eine Solche Maschine wäre also ebenso Sagenumwoben wie der RFT EKD 700 KW Empfänger.

(Ist hier Offtopic: Von diesem Empfänger wissen selbst Leute die in der DDR Berufsfunker waren und damit zu tun hatten nicht genau wie viele es nun wirklich gegeben hat. Ernstzunehmende Insider Schätzungen reichen von 7 bis 23 Stück.
Das hat zwar nichts mit ASC zu tun ist doch aber wahnsinnig interessant oder?)

5

Samstag, 9. April 2005, 13:03

Der Nächste Teil:

Worauf muss man beim Kauf einer 5000er achten:

Die 5000er ist, wie gesagt, sehr solide.
Die Laufwerksfunktionen sollten ausgiebig getestet werden.
Wenn man die Maschine auf höchste Geschwindigkeit stellt und einschaltet dauert es etwa 3 Sekunden bis der Tonwellenmotor auf Nenndrehzahl ist. (Digitalzählwerk leuchtet.)
Der Antrieb ist auf schnellster Stufe deutlich aber nicht sehr laut zu hören. Das Geräusch ist ein mittelfrequentes "RRRR", muss gleichmässig sein und darf auf keinen Fall mahlen, knirschen oder dergleichen. Auf niedrigster Stufe ist der Tonwellenantrieb normalerweise nicht direkt wahrzunehmen.

Die 6000er:

Bei der 6000er ASC handelt es sich um eine wahre Pracht.
Es gibt -wenn überhaupt- nur wenige Geräte die zu diesem Preis/Leistungs Verhältnis so universell und üppig ausgestattet sind.
Auch die 6000er hat ein Dreimotoren Laufwerk für das im Wesentlichen das gleiche wie über das der 5000er gesagte gilt. Die Wickelmotoren sind allerdings andere (stärkere) Typen und die Bandzugregelung hat eine Gabellichtschranke an Stelle der Glühlampen / LDR Kombination.
Die 6000er war in 2 Geschwindigkeitsstufen erhältlich.
Einmal mit 4,75 - 9,5 und 19 cm/s -diese Ausführung heisst "600x S" für slow (engl. langsam)- und einmal mit 9,5 - 19 und 38 cm/s. Diese Ausführung heisst 600x.
Die 6000er hat einiges zu bieten.
1. Umschaltbare Wiedergabeentzerrung. (CCIR/NAB)
2. Digitales lineares Bandzählwerk welches in Metern anzeigt wobei die kleinste Auflösung 1dm beträgt.
Diese beiden Punkte in Verbindung mit den 3 Geschwindigkeiten der Highspeed Ausführung machen die Maschine so vielseitig verwendbar. Sogar Rundfunkbänder können wiedergegeben werden wenn man das mal braucht und ansonsten kann man die sparsamen langsamen Geschwindigkeiten nutzen.
Das Digitale Bandlängenzählwerk funktioniert wirklich hervorragend und stimmt sogar einigermassen. Man kann damit durch einfaches umspulen herausfinden wie lang das vorhandene Band wirklich ist.
Bei der 6000er zeigen die Instrumente bei Wiedergabe den Hinterbandpegel an.
Da die ASC Konstrukteure gemerkt hatten wie instabil ihre Dreizackaufnahme bei der 5000er war, wurden bei der 6000er die Spulen verschraubt.
Das verkompliziert nicht nur die Handhabung unnötig, sondern nötigt auch oft zum suchen der Verschraubungsgnubbel
Kopfbestückungen nach Servicemanual:

1/4 Spur 38 cm/s
1/2 Spur 38cm/s
1/4 Spur 4,75cm/s (6000S)
1/2 Spur 4,75cm/s (6000S)
Zusätzliche Wiedergabeköpfe für 1/4 und 1/2 Spur Stereo und ein AV Impulskopf wurden als Umrüstsatz angeboten.

Des Weiteren gab es seit 1981 folgende Sonderausführungen:

AS 6000 SC mit Echtzeitzählwerk.
AS 6000 SE mit CCIR Entzerrung bei Aufnahme
AS 6000 ST mit Echtzeitzählwerk und CCIR Aufnahmeentzerrung.

Ob sich diese Ausführungen nur bei der Highspeed Version bestellen liessen ist mir nicht bekannt.

6

Samstag, 9. April 2005, 14:50

Nächster Teil:
Schwachstellen der 6000er:

Die 6000er ASC hat -wie viele hochkarätige Maschinen- eine sehr Aufwendige Ablaufsteurung. Für diese wurden allerdings -Im Gegensatz zur Revox A700- nur Standard CMOS Bauteile verwendet. Da die Platine doppelseitig ist erfordert die Reparatur allerdings etwas Erfahrung.
Eine weitere Schwachstelle ist -wie auch bei der 5000er- der Tonwellenmotor.
Im Gegensatz zu Revox, wo die Highspeed Ausführung eine andere Tonwelle hat, hat bei ASC lediglich der Tonwellenmotor eine andere Riemenscheibe, die bewirkt das die Tonwelle schneller läuft. Der Nachteil dieser Konstruktion ist, das der kleine Tonwellenmotor mehr Kraft aufbringen muss. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig das der Andruckrollenanpressdruck richtig eingestellt ist.
Ich habe mal versucht diesen nach Servicemanual einzustellen. Es funktionierte nicht, der Druck war zu gering. Man muss es nach Gefühl machen und darauf achten das er nicht zu stark eingestellt ist, sonst erwärmt sich die Tonwellenantriebseinheit sehr stark und die Drehzahlregelung kann dann bei warmer Maschine und 38cm/s nicht mehr nachregeln. (Zählwerk verlischt.)
Der Tonwellenmotor für die Highspeed Ausführung ist zumindest komplett mit Steuerplatine NICHT mehr lieferbar!
Eine Andere fehleranfällige, aber nicht schlimme Sache ist die Bandzugregelung.
Die Blende kann sich lösen und Verstellen, bzw. aus der Lichtschranke herausrutschen. Dann muss die Bandzugregelung neu justiert werden. Das ist im Prinzip nicht weiter problematisch, allerdings muss man dazu das komplette Chassis aus der Zarge ausbauen.

Worauf sollte man beim Kauf einer 6000er achten:

Bei der 6000er ist wegen ihrer Aufwendigkeit ein genauerer Test von Nöten.
Die Maschine sollte auf 38cm/s gestellt und dann eingeschaltet werden.
Über den Tonwellenantrieb gilt im Wesentlichen das Gleiche wie bei der 5000er bzw. der 6000S gesagte. Bei meiner Highspeed Ausführung dauert es etwa 9 Sekunden bis die Tonwelle auf Nenndrehzahl ist. Da die Preise selbst für Bastlergeräte mit mutmasslichem Motorschaden über 100EUR betragen konnte ich das Verhalten noch mit keiner anderen Maschine vergleichen und weis daher nicht ob diese Zeit gut ist. Nun startet man die Wiedergabe ohne Band und bewegt den auslaufenden Fühlhebel an den innenanschlag. Die Geschwindigkeit des Aufwickelmotors muss nun etwas langsamer werden. Wenn nicht ist die Bandzugregelung nicht richtig justiert. Wahrscheinlich ist die Blende nach unten gerutscht. Ist die Prüfung bestanden wird die Maschine mit Band auf schweren Metallspulen bestückt und die Wiedergabe bei 38cm/s am Bandanfang gestartet.
Es darf jetzt keine Schlaufenbildung zustande kommen! Wenn doch ist die Ablaufsteurung defekt. Nun wird zur Bandmitte gespult. Von Stop auf Vor und Rücklauf sollte die maschine etwa gleich schnell auf Touren kommen, sonst ist der Phasenschieber Kondensator des jeweilig schwächeren Wickelmotors defekt.
Nun zum Bandende spulen und Wiedergabe starten. Der Motor muss noch genug Kraft haben auch die volle Spule so zu ziehen das sich der auslaufende Fühlhebel im oberen Drittel befindet, sonst ist der Phasenschieber Kondensator des Aufwickelmotors defekt.

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7

Samstag, 9. April 2005, 14:54

Hi Matthias!

Wenns recht möchte ich hier wieder ein paar Abbildungen beisteuern.
Es ist wirklich toll und sehr informativ über die ASC-Reihe zu lesen und dass Du hier ausführlich berichtest.
Ich denke aber man sollte hier auch auf die nicht so positiven technischen Besonderheiten der Geräte hinweisen. Wie z.B. das die AS6000-Reihe sich nicht wirklich beim ausschalten von Netz trennt, die eingeschränkte Einmessung von AS4500, AS5000 u. AS6000 auf die unteren beiden Bandgeschwindigkeiten usw.

Hierbei habe ich noch eine Frage an Dich, wie bist Du an Info gekommen das der Zusatz S bei der AS6000S für slow steht?

Ich habe hier einen Prospekt aus dem eher die Serie als AS6000S bezeichnet wird und die Grundmodelle als AS6000/4.75 und AS6000/38.

Gruß

Thomas


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8

Samstag, 9. April 2005, 15:19

Zitat

Gyrator postete
Hi Matthias!

Ich denke aber man sollte hier auch auf die nicht so positiven technischen Besonderheiten der Geräte hinweisen.
Kommt noch.

Zitat

Hierbei habe ich noch eine Frage an Dich, wie bist Du an Info gekommen das der Zusatz S bei der AS6000S für slow steht?
Highlander schrieb das mal in irgendeinem Zusammenhang. Im Servicemanual ist von den Ausführungen 6000/38 und 6000/4,75 die Rede.

MfG Matthias

9

Samstag, 9. April 2005, 16:45

Nächster Teil:
Sonderausführungen und Klone:

Dieses Kapitel an sich ist von besonderem Reiz, da es viele Verschiedene Sonderausführungen von ASC Maschinen gab. Die Typenbezeichnung beginnt normalerweise mit 40 und es handelt sich um Maschinen für 18cm Spulen.
Bei Internetverkäufen aufgetaucht sind meiner Kenntnis nach bisher folgende Typenbezeichnungen:

4001
4002
4002Y

Alle diese Maschinen hatten ein abgesetztes Bedienteil und waren zum Teil nicht mehr am Gerät selbst bedienbar. Über diese Maschinen habe ich keine näheren Informationen.

Des Weiteren gab es sogar ASC Klone, also Maschinen die nur teilweise ASC Komponenten enthielten.
Eine solche Maschine habe ich bereits teilzerlegt und herausgefunden das nur die Mechanischen Komponenten von ASC stammen. Es handelt sich hierbei um eine Sprachlabormaschine die kein Typenschild trug. Wickelmotoren und Bremsen waren wie in der 5000er, die Tonwellenantriebseinheit war hingegen abgespeckt, es fehlten die Bohrungen und Stehbolzen für den Cue Hebel und dessen Gestänge. Die elektronischen Baugruppen waren offenbar von einem anderen Hersteller. Das gesamte Schaltungskonzept war gänzlich anders als gewohnt.
Auch die Befestigung der Steckkarten war gänzlich anders. Diese trugen den Aufdruck "Autenrieth KG".

In diesem Zusammenhang möchte ich an alle Leser appellieren solche Maschinen vor der Verschrottung zu bewahren. Ist der Umbau zur Hifi Maschine doch nicht unbedingt machbar, so passen doch viele Teile auch für Seriengeräte teilweise vielleicht sogar ganz anderer Hersteller.


Nächster Teil.
Die Nachteile von ASC Maschinen:

Wie alles im Leben sind auch ASC Magnetophone nicht perfekt.

Der wohl unverständlichste konstruktionelle Mangel ist die -für so eine Maschine- minimalistische Einmessmöglichkeit.
Keine mir bekannte ASC hat eine Höhenkorrektur im Aufsprechverstärker. (Im Gegensatz zur Revox A77 und wohl allen folgenden.)
Ausserdem kann die Vormagnetisierung nicht für jede Geschwindigkeit getrennt eingestellt werden. Es sind lediglich Regler für die niedrigste und die beiden höheren Geschwindigkeiten vorhanden. Einen gewissen Sinn macht das nur bei der 6000er Highspeed, wo die Entzerrung ja bei 19 und 38 cm/s gleich ist. Bei der 5000er bzw. Normalspeed Variante hingegen ist es schon seltsam das für die meist gebrauchten Geschwindigkeiten 9,5 und 19 cm/s nur eine gemeinsame Einstellung der Vormagnetisierung möglich ist. Das hatte Uher bei der 22 Spezial bereits 1965.
Wer will kann sich eine "Allgemeine Höhenkorrektur" allerdings nachrüsten.
Die "Mischpult" Buchse ist eine Auftrennung direkt vor dem Aufsprechverstärker.
Wenn der R des RC Gliedes max. 4,7 KR beträgt kann man den Pegelverlust durch neues Einpegeln Ausgleichen, der Einstellbereich der Trimmer ist gross genug.
An sonsten gibt es keine mir bekannte sinnvolle Anwendung für diese Buchse.

Spezielle Nachteile der 6000er:

Wenn das Band verkehrt herum um den Bandbewegungssensor gelegt ist lässt sich die Maschine aus dem Umspulen nicht mehr stoppen. Man kann nur durch festhalten des Bandbewegungssensors ein Abschalten herbeiführen.
Dabei wird allerdings nicht richtig abgebremst so das es zu extremer Schlaufenbildung und Bandriss führen kann.

Ein anderer Nachteil ist der quasi funktionslose Hauptschalter der 6000er.
Die Maschine steht praktisch immer unter Strom so lange der Stecker eingesteckt ist, damit der Zählwerkstand nicht vergessen wird. Das hat zur Folge das man die Maschine nicht zwangsläufig durch Ausschalten zum stehen bringen kann z.B. wenn das Band verkehrt herum um den Bandbewegungssensor gelegt ist.

Soweit erst einmal.
MfG Matthias