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MasterDeck

unregistriert

1

Donnerstag, 16. November 2006, 12:24

Hallo liebe Forumsspezialisten,

nachdem ich im Laufe der Jahre viele Gerätschaften ausprobiert habe, bin ich nun glücklicher Erwerber eines absolut diskret aufgebauten Vorverstärkers geworden.
Doch hierzu stehe ich vor einem Novum:

Die Vorstufe besitzt (lediglich) einen Eingang für Phono MM. Dieser lässt sich per
rückseitigem Schiebeschalter auf verschiedene Kapazitäten (100-200-300pF) einstellen.
Mein Plattenspieler hat ein Ortofon MC-1 turbo, welches ein High-Output-System darstellt. Bisher hatte ich dieses ohne Probleme einfach am Phono-MM-Eingang meiner alten (nicht einstellbaren) Vorstufe betrieben.

Muss ich jetzt eine bestimmte Kapazität wählen, um möglichst keine Klangbeeinflussung zu erhalten ?

Ich dachte immer, MC-Systeme verhalten sich bezüglich der Kapazität des Phonozweiges "unkritisch" bzw. es ist völlig egal, welche Kapazität anliegt.
Bin zwar schon etwas HiFi-erfahren, will vor Inbetriebnahme nicht gleich einen Schaden an der Phonovorstufe erzeugen.
Für etwaige Tipps danke ich vorab
Grüsse
Masterdeck

Jürgen Heiliger

unregistriert

2

Donnerstag, 16. November 2006, 13:29

Hi Masterdeck,

die Kapazitätsanpassung war nur für MMs von Nöten da diese sehr empfindlich reagieren auf falsche Kapazitäten (Rechteckverhalten des TAs) .
Bei MCs, auch High-Output, kommt dies nicht zum tragen.

Gruß
Jürgen

Beiträge: 2 099

Registrierungsdatum: 8. Dezember 2004

Wohnort: Berlin

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3

Donnerstag, 16. November 2006, 13:43

Kaputtmachen kann man da nichts!

Probiere einfach die verschiedenen Stellungen aus, das Klangbild wird sich etwas ändern bezüglich Höhen. Wenn Du keine Meßschallplatte zur Verfügung hast, wähle einfach die Einstellung, die Deiner Meinung nach am natürlichsten klingt.

Andreas, DL2JAS
Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

4

Donnerstag, 16. November 2006, 13:56

Lieber Plattendecker,

die Rezepte sind ja nun da. Ich neige aber (forenbekannt) zum Grundsätzlichen, was mich demnach auch in eine grundsätzliche (aber zahlen- und mathematikfreie) 'Abhandlung' treibt, um das Problem so darzustellen, dass du Entscheidungen im Rahmen deiner Ansprüche und Vorstellungen fällen kannst:

Die Abschlusskapazität einer Quelle bestimmt den Höhenfrequenzgang umso mehr, als jene Quelle im Falle von MC wie MM nicht nur ohmsches (Widerstand), sondern auch induktives Verhalten (also als Spule) zeigt. Die in der breitbandigen Audiotechnik gepflogene Verbindungsweise von Geräten ("Spannungsanpassung": Senke schließt Quelle mit wenigstens dem zehnfachen Ausgangswiderstand der Quelle ab) versucht ohmsches und komplexes Verhalten an den Schnittstellen nach Maßgabe der Frequenzganganforderungen unter einen Hut zu bekommen. Abtastsysteme sind da durch ihre relative Hochohmigkeit etwas heikel.

Der billigste Weg für dich wäre der, die Datenblätter des Systemherstellers zum Thema zu befragen, denn der sagt in der Regel etwas zur von ihm vorgesehenen Abschlusskapazität. Ortofon hält sich da bem MC-1 fürnehm zurück, weil man nur eine Abschlusskapazität von <500 pf angibt. Das erscheint insoweit realistisch, als der Innenwiderstand des MC-1 niedriger liegt als der vergleichbarer MM-Systeme. Es sollte also sich selbst beim Anklemmen des 300-pf-Parallelkondensators noch nichts allzu Dramatisches tun, siehe Jürgens und Andreas' Anmerkungen.

Wenn dir das aber als Auskunft zu labil ist, dann empfiehlt sich der Erwerb einer RIAA- (bzw. DIN-)Messplatte professionellen Zuschnittes (der Beuth-Versand in Berlin hat wohl noch etwas an Neubestand), mit der du unter Beteiligung eines Millivoltmeters (und ein wenig 'Gewusst-wie') klären kannst, ob dein -einwandfrei justiertes, aber das ist dir ja klar- System frequenzlinear wandelt.

Wenn ein Höhenabfall zu konstatieren ist, liegt die gewählte Lastkapazität (bestehend aus Kabel-, Verstärkereingangs- und separat zugeschalteter Abschlusskapazität) zu hoch, du musst also deine Abschlusskapazität verkleinern (et vice versa). Wenn du bis 16 kHz mit ± 3 dB gut drauf bist, ist eh' mehr gelaufen, als aus der Platte herausgeht.

Das ist der Königsweg, um jeder fruchtlosen Diskussion zu so genannten Klangfragen aus dem Wege zu gehen, da der Verstärker vergleichsweise wenig zur Wiedergabequalität beitragen kann. Sie ist beim Plattenverfahren eben zuerst einmal ein ganz mechanisches (Abtaster-)Problem mit jeder Menge von Klippen. Ehe der Verstärker Ärger macht, kracht erst einmal das System (auch das elliptische...), namentlich zum Innenraum hin, wo die Rillengeschwindigkeit ihr Minimum erreicht. Dabei spielt ('u. A.') nicht nur die geometrische Systemjustage (minimaler Spurfehlwinkel) eine große Rolle, sondern auch die Abtastfähigkeit des Systems, der Nadelschliff, die Anlage des Tonarmes, der angemessen gewählte Auflagedruck (keinesfalls zu niedrig!, nie weniger als 'empfohlener Maximaldruck -20%') und nicht zuletzt die in der Platte erworbene Modulation selbst. Durch die so genannte Radiuskompensation des Frequenzganges, die durch die ja einiger Veränderung (1:2,2) unterworfene Rillengeschwindigkeit vom Überspieltechniker nach Gutdünken/Erfahrung gewählt werden muss, dreht ja schon der (und lange vor deinem Plattenerwerb...) an so elementaren Dingen wie dem Frequenzverhalten einer Platte herum.

Also: Millvoltmeter und Messplatte, und du weißt (bezüglich der gestellten Frage....), wo du bist.

Hans-Joachim

MasterDeck

unregistriert

5

Donnerstag, 16. November 2006, 14:27

Hallo nochmal,

also Euch, Jürgen, Andreas und Hans-Joachim nochmals vielen herzlichen Dank für die Tipps.
Dem Hinweis bezüglich Messplatte und Millivoltmeter werde ich in absehbarer Zeit nachgehen. Leider ist eine Messplatte derzeit nicht in meinem Bestand...

Was Systemjustage und die damit verbundenen Parameter angeht, bin ich bereits auf der sicheren Seite - obschon einem Neuabgleich in ruhiger Stunde nach längerer Nutzungsdauer wohl sicher nichts entgegenzusetzen wäre.

Grüsse

Christian

Beiträge: 2 099

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6

Donnerstag, 16. November 2006, 19:21

http://www.beuth.de/langanzeige/1128207.html

Im Vergleich, was man sonst so von Beuth gewohnt ist, ist die Meßschallplatte spottbillig, ein Kauf auch für eine einmalige Justage, würde sich also lohnen.

Andreas, DL2JAS
Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

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7

Freitag, 12. Oktober 2007, 09:05

Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, jedoch war die Ernüchterung leider nicht so toll.

Die angebliche Meßschallplatte ist seit 1990 nicht mehr lieferbar und man erhält bei Bestellung, für den Preis lediglich ein Doppelblatt mit der Beschreibung zur Meßschallplatte.

Also wenn man die Schallplatte erwartet wird man bitterlich enttäuscht.

Gruß

Thomas
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!

Crash2001

unregistriert

8

Freitag, 22. Februar 2008, 17:55

Aaah - das erklärt auch, wieso das auch als Download angeboten wird. Hatte mich grad schon gewundert, wie man das dann auf Schallplatte bekommen soll. Ein Presswerk hat ja schliesslich keine Normalperson zu Hause...

mferencik

unregistriert

9

Freitag, 22. Februar 2008, 18:50

Was, man erhält lediglich eine Beschreibung ohne Platte?
In der Artikelbeschreibung steht davon aber nichts, und wenn ich davon ausgehe, dass DIN-Meßschallplatten Ende der 80er/Anfang der 90er so um die 40-50 Mark gekostet haben, sind 28 Euro nicht gerade spottbillig.
Ok, wenn man sich *GENAU* ansieht, was Beuth an "Meßschallplatten" im Angebot hat
http://www.beuth.de/cmd?ref=tpl-suchergebnis&search_searchstring=me%DFschallplatte&submit=%A0Suchen&workflowname=splitBasicSearch&languageid=de
dann kann man möglicherweise im voraus feststellen, dass es sich um "nationale Regelwerke" bzw. "englische Sprachfassungen" derselben handelt. Und die kostn nochmal das Doppelte...

kampfruderer

unregistriert

10

Donnerstag, 26. Juni 2008, 09:51

Hallo Leute,

ich habe diesen Beitrag gerade erst gefunden, möchte euch aber trotzdem eine nützliche und einfach durchfühbare Methode beschreiben, wie man einen beliebigen MM-TA optimal elektrisch anpaßt.

Quelle der Methode ist eine Applikationsschrift eines Halbleiterherstellers zur Auslegung vom Phonoentzerrern.
Dort wird empfohlen, den TA mit der Kapazität abzuschließen, die mit der Induktivität des TA eine Resonanzfrequenz von ca. 16kHz ergibt. Diese Auslegung als, durch den Abschlußwiderstand (i.d.R. 47kOhm) bedämpfter, Schwinkreis sorgt für einen Ausgleich des etwa bei dieser Frequenz beginnenden Nachlassen der Höhenwiedergabe.

Zur Durchführung benötigt man eine Meßbrücke für Kapazitäten und Induktivitäten, mit der man die Kabelkapazität des Plattenspielers (wichtig! ist locker so um die 100pF) und die Induktivität des TA (einige 100 mH bis ca. 1H) mißt.

f = 1 / ( 2x Pi x wurzel (L x C) )

Wenn man jetzt die Schwingkreisformel nach C auflöst, L des TA und für f = 16kHz einsetzt, hat man die Abschlußkapazität.
Von dem errechneten Wert noch die Kabalkapazität abziehen und man hat den Wert, den man als Kondensator einbauen muß.

Diese Vorgehensweise hat sich bei mehreren TA und Plattenspielern bestens bewährt.
Richtige mechanische Einstellung vorausgesetzt, staunt man, was schon ein Mittelklassesystem der 80er zu leisten im Stande ist. Zum Beispiel ein AT91 ....

Gruß Christian